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Verkostung von Amedei Schokolade in der Toskana

Wenn die Phrase „wie im Schlaraffenland“ nicht schon so überstrapaziert wäre, würde ich sagen, die Verkostung bei Amedei in der Toskana heute war wie ein Besuch im Schlaraffenland. Amedei hatte uns zu dieser Verkostung eingeladen und wenn sie ihre heiligen Hallen für uns öffnen, werden wir uns nicht verweigern.

Amedei

Auch bei der Ausstattung des Salons zur Verkostung wird Stil bewiesen.

Während wie die kleinen Köstlichkeiten aus der Toskana probierten, erfuhren wir eine Menge über das Unternehmen. Die Geschwister Tessieri haben ihre Chocolaterie erst 1990 eröffnet, aber sich sehr schnell einen Namen als Italiens beste Schokoladenhersteller gemacht. Sie erzählten uns, dass sie von ihrer Großmutter inspiriert worden seien, deren Nachname Amedei gewesen sei und die eine wahre Künstlerin auf dem Gebiet der Süßigkeiten- Herstellung und des Kuchenbackens gewesen sei. Ihre Leidenschaft für das dolce vita hat sie auf ihre Enkel übertragen. Als Cecilia und Alessio Kinder waren, sind sie oft mit der Nonna in die Schweiz gefahren, wo sie sich die Schokoladenherstellung anschauten. Als Kind hatte Cecilia wie viele Mädchen großes Interesse am klassischen Tanz, aber den Traum, eine Primaballerina zu werden, gab sie für den Traum, köstliche Schokolade herzustellen, auf. Sie ging nach Frankreich und lernte dort bei den besten Maîtres Chocolatiers das Handwerk. Ihr Bruder Alessio bereiste wie ein Indiana Jones Südamerika, um die besten Kakaoplantagen zu finden. Seine besten Entdeckungen, besonders seltene Bohnen, schickte er an seine Schwester, die damit begann, aus den wertvollen Rohstoffen edelste Pralinen herzustellen.

Pralinen von Amedei

Pralinenauswahl und Produktpräsentation

Während sich Alessio um den Ausbau der Chuao-Plantage in Venezuela kümmerte, entwickelte Cecilia ein neues Konzept der Pralinenherstellung für Amedei. Denn während z.B. belgische Pralinen mit einer Mischung, die sehr viel Butter enthält, gefüllt sind, verwendet Cecilia Zutaten aus der Region wie Mandeln, Pistazien oder Langhe-Nüsse aus dem Piemont. Wie genau sie die Zutaten verarbeitet, konnte sie uns natürlich nicht verraten, aber der Geschmack ist letztendlich sehr viel intensiver. Das liegt sicher auch an der Leidenschaft, mit der sie ihre Kunst für Amedei betreibt. Sie sagte uns, dass sie mit jeder Praline Empfindungen und sensationelle Geschmackserlebnisse vermitteln will. Durch ihre besondere Verarbeitungsweise hat man ein sehr intensives gustatorisches Empfinden im Mund. Ihre Milchschokolade hinterlässt wirklich den Geschmack frischer Milch, ebenso wie z.B. die Mandelschokolade richtig intensiv nach Mandeln schmeckt.

Cecilias Idee, Emotionen bei den Menschen zu wecken, die ihre Pralinen genießen, ist vollkommen Wirklichkeit geworden.

Amedei

Es muss gemundet haben, denn die Teller sind leer.

Amedei: Gewinner der Golden Bean 2009

Vor zwei Tagen wurden die Awards der Academy of Chocolate verliehen und auch in diesem Jahr gehört Amedei aus der Toskana zu den Gewinnern.

Golden Bean für Amedei

Gold für Amedei.

Die Schokolade “9“, eine Mischung aus Kakaos von neun Plantagen, die letztes Jahr „nur“ Silber gewonnen hatte, war in diesem Jahr der absolute Gewinner, denn sie wurde mit der Golden Bean in der Kategorie “from bean to bar” ausgezeichnet. Das ist umso mehr ein Erfolg, als dass in diesem Jahr mehr Schokoladen für diese Kategorie eingereicht wurden.

Aber auch andere Schokoladen von Amedei wurden in der Kategorie “from bean to bar” ausgezeichnet: So gewannen die Porcelana und die Toscano Black 70% je einen Gold Award, die Toscano Black 63% einen Silver Award (letztes Jahr gewann sie die “Golden Bean”) und ein Bronze Award ging an die Toscano Black 66%.

Die drei Gewinner des Gold Awards von Amedei

Die drei Gewinner des Gold Awards.

In der Kategorie “Best Flavoured Dark Chocolate Bar” war ebenfalls eine Schokolade von Amedei unter den Gewinnern, nämlich die extra dunkle mit Avola-Mandeln, die Bronze gewann. In der Kategorie „beste Milchschokolade“ gewann die For You Gocce Cioccolato Al Latte Silber, die kleinen Schokotropfen aus Milchschokolade, die zum Zubereiten von Trinkschokolade oder zum Verzieren von Torten oder Desserts verwendet werden können. Die Milchschokolade mit Haselnüssen gewann in der Kategorie “Best Flavoured Milk Chocolate Bar” Gold.

Bei den Trinkschokoladen ohne extra Geschmack vergab die Academy einen Bronze Award an die Chocolate in tazza von Amedei.

Amedei hat also mal wieder richtig abgeräumt. Da zahlt sich Qualität aus, wie man sieht.

Heiße Schokolade von Amedei

Als ein mehrfach ausgezeichneter Schokoladenhersteller ist Amedei nicht nur bestens mit der Produktion köstlicher Schokoladen und verführerischer Pralinen vertraut, sondern stellt auch Trinkschokoladen her.

Amedei for you: Gocce und Trinkschokolade

Amedei for you: Gocce und Trinkschokolade

Diese gehören zur neuen Produktreihe “Amedei for you”. Darin versammeln sich Trinkschokolade (sehr fein gehackte Schokostückchen mit einem Kakaogehalt von mindestens 63%), eine Streichcreme und die Gocce. Das sind kreisrunde Tropfen aus weißer, Vollmilch- und Zartbitterschokolade, die alle das Amedei-Logo mit den zwei ineinander geschlungenen „A“s eingeprägt haben. Zu sagen, dass sie auf der Zunge schmelzen, kommt dem sensationellen Erlebnis dieses Genusses nicht im Geringsten nahe. Man kann sie einfach so naschen oder auch zum Dekorieren von Kuchen oder Eis verwenden, wenn man diese Gerichte wirklich veredeln will.

Gerade jetzt in der Adventszeit ist so eine heiße Trinkschokolade das Schönste, was einem passieren kann. Das weckt Erinnerungen an die Kindheit und ist unglaublich wohltuend. Nach einem Tag im Schnee oder auf der Schlittschuhbahn gibt es nichts besseres. Giovanni, der Tausendsassa von Amedei, hat uns sein Rezept für heiße Schokolade verraten:

Giovanni bereitet köstliche heiße Schokolade zu

Giovanni bereitet köstliche heiße Schokolade zu

250 g Trinkschokolade in ½ l Milch rühren und den Kakao langsam darin schmelzen. Nach zwei Minuten hat man einen köstlich duftende Trinkschoklade, die für sechs Tassen reicht. Wenn man die Flüssigkeit nur 40 Sekunden länger köchelt, erhält man ein cremiges Mousse, das man mit Rum zu einem wärmenden Cocktail veredeln kann. Giovanni sagt, dass dies einer der besten Cocktails sei, die man zu Hause bereiten kann.

Die Kunst der Schokoladenherstellung bei Amedei

Die Erfolgsgeschichte von Amedei hängt neben der Leidenschaft für Schokolade, der Achtung vor der Natur und der sorgfältigen Auswahl von Rohstoffen von den Techniken und der Technik ab, die sie verwenden. Für die Techniken steht zuallererst die Ausbildung von Maître Chocolatier Cecilia Tessieri im Vordergrund, die sie in Frankreich, Belgien, der Schweiz und Österreich genossen hat. Sie ist übrigens der erste weibliche Maître Chocolatier, der ein Unternehmen leitet.

Alessio prüft vor Ort auf den Plantagen die Qualität der Kakaobohnen

Alessio prüft vor Ort auf den Plantagen die Qualität der Kakaobohnen

Die Auswahl der Kakaobohnen, die sie zusammen mit ihrem Bruder Alessio trifft, spielt eine weitere große Rolle. Im Laufe der Zeit seit der Gründung der Chocolaterie Amedei 1990 ist es Alessio gelungen, einige der besten Kakaoplantagen in seinen Besitz zu bringen. Die Zusammenarbeit mit den Plantagenarbeitern und der Einsatz für ihr Wohlergehen wirken sich positiv auf die Qualität der Bohnen aus. Wenn die Bohnen dann in Hanfsäcken in Pontadera in der Toskana ankommen, wird eine Probe genommen, die untersucht wird. Diese wenigen Bohnen werden geröstet und ebenfalls gustatorisch untersucht. Je nach der Zufriedenheit meldet Amedei an die Plantagen weiter, ob an den Kakaopflanzen Veränderungen vorgenommen werden müssen oder nicht.

Die Bohnen werden dann geröstet. Bei der industriellen Verarbeitung werden die Bohnen mittels Röntgenstrahlen geröstet, aber da Amedei auf Qualität statt Quantität setzt, verwenden sie noch die alten Maschinen aus den 50er und 60er Jahren. Dabei werden die Bohnen in einen Kessel gegeben und dieser mithilfe von heißem Wasser erhitzt, so dass die Bohnen sehr schonend geröstet werden. Dasselbe Verfahren wendet Cecilia auch auf die anderen Zutaten der Schokoladen wie Mandeln, Pistazien und Nüsse an, die so ihren Geschmack voll entfalten können und man aus der Schokolade nicht nur eine Ahnung von Mandel herausschmeckt, sondern ein sehr intensives Geschmackserlebnis hat. Während des gesamten Herstellungsprozesses wird die Qualität überprüft. Das geschieht jedoch nicht digital, sondern die Schokolade wird immer wieder gekostet. Denn schließlich soll sie am Ende nicht einer Maschine schmecken, sondern menschlichen Genießern. Bei der Raffinierung der Haselnüsse werden diese winzig klein gehackt, sehr viel kleiner als es bei der industriellen Herstellung von Schokolade üblich ist. So können die klitzekleinen Krümel homogen in der Schokolade verteilt werden, so dass die Schokoladen von Amedei völlig anders schmeckt. Teilweise verbleiben Geschmacksnuancen bis zu zehn Sekunden im Mund.

Die Fabrik in Pontadera mit allen Angestellten

Die Fabrik in Pontadera mit allen Angestellten

In großen Teilen wird bei der Produktion auf Handarbeit gesetzt, wie es sich für eine Kunst ziemt. Die Maschinen, die verwendet werden, stammen wie erwähnt aus den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Amedei sammelt diese alten Geräte aus der Schweiz, Österreich und Deutschland und restauriert sie in aufwendiger Kleinarbeit. Oft gibt es keine Ersatzteile, so dass sie diese selbst nachbauen müssen. Eine wichtige Person für diese Aufgaben ist Giovanni, der Hans-Dampf-in-allen-Gassen bei Amedei. Cecilia bezeichnet ihn als Leonardo da Vinci der Schokoladenmaschinen, denn er ist es, der sie instand hält. Das ist aber nur eine seiner vielfältigen Aufgaben in dem kleinen Betrieb mit nur etwa 20 Angestellten. Eine der Maschinen ist eine Originale Lindt-Conchiermaschine, die der Schweizer Rodolphe Lindt 1879 entwickelte, um die Schokolade cremiger und samtiger zu machen. Dabei wird die Schokoladenmasse in einem Granitbehälter von Granitwalzen bearbeitet, um ihr Feuchtigkeit zu entziehen und so Kristallisierung zu verhindern. Bei Amedei dauert dieser Vorgang 72 Stunden, was der Schokolade eine unglaubliche Samtigkeit verleiht.

Cecilia überprüft die Konsistenz der Schokoladenmasse in der Conchiermaschine

Cecilia überprüft die Konsistenz der Schokoladenmasse in der Conchiermaschine

Das Know-how, der Zusammenhalt der Tessieri-Familie und der Amedei-Angestellten sowie Cecilias Leidenschaft für Schokolade ermöglichen es dem Unternehmen als einziges, Schokolade von der Bohne zur Tafel herzustellen. Dafür haben sie verdienterweise auch schon Preise verdient. Die Academy of Chocolate in London verlieh ihnen 2007 in der Kategorie „Best Bean to Bar“ für die Toscano Black 63% den ersten Preis. Einen Gold-Award gewann außerdem die Porcelana, eine helle Schokolade aus besonders hellen Kakaobohnen und die teuerste Schokolade im Sortiment von Amedei und die Chuao; Silber ging an Toscano Black 66%, Toscano Black 70% und die 9 von Amedei (eine Mischung aus Kakaos von neun Plantagen). Das waren allein die Preise in der Kategorie „from Bean to Bar“. Ein weiterer Silver-Award ging an die Haselnuss-Schokolade. Ein beeindruckendes, aber durchaus verdientes Ergebnis.

Die "Golden Bean", verliehen von der Academy of Chocolate 2008

Die "Golden Bean", verliehen von der Academy of Chocolate 2008

Zusatz vom 12. März 2009: Auch in diesem Jahr hat Amedei bei der Verleihung der Awards durch Academy of Chocolate abgeräumt: Dieses Jahr gewann die „9“ in der Kategorie „from bean to bar“ die „Golden Bean Award“, ebenso die Porcelana und Toscano Black 70%, Toscano Black 63 % bekam den Silver Award, ein Bronze Award ging an Toscano Black 66 %. Die Gocce aus Milchschokolade und die Trinkschokolade aus der neuen Produktreihe „Amedei for you“ gewannen den Award in Bronze; die Milchschokolade mit Haselnüssen gewann eine Goldmedaille und eine Bronzemedaille ging an dunkle Schokolade mit Mandeln.