„Antipasti" - passende Beiträge

Getrocknete Tomaten

Getrocknete Tomaten

Heute gibt es mal einen ganzen Artikel nur über getrocknete Tomaten oder pomodori secchi, denn die sind so lecker und so vielseitig einsetzbar, dass sie einen ganzen Blogeintrag verdient haben. Außerdem sind sie mein persönlicher Favorit in der Küche und auf dem Teller. Die Herstellung ist eigentlich ganz simpel: Die Tomaten werden geerntet und dann getrocknet. Bei der traditionellen Herstellung werden die Scheiben in der Sonne und vom Wind getrocknet. Bei der industriellen Verarbeitung (die wesentlich hygienischer ist, denn kein Straßenstaub „veredelt“ die pomodori) werden künstlich Wind und Wärme erzeugt. Durch das Verdampfen des Wassers wird der Geschmack intensiver und die getrockneten Tomaten sind wesentlich länger haltbar als die frischen. Dann werden sie entweder getrocknet verpackt oder in Sonnenblumenöl eingelegt, denn Olivenöl würde mit seinem zu intensiven Eigenschmack das Aroma der Tomaten übertünchen.

trocknende Tomaten

trocknende Tomaten

Getrocknete Tomaten in Pesto

getrocknete Tomaten

getrocknete Tomaten

Eine köstliche Verwendung für getrocknete Tomaten ist in Pesto. Dass dabei nicht das grüne Pesto alle Genovese entsteht, ist klar. Aber das Pesto rosso ist mindestens ebenso lecker. Neben Tomaten enthält es Pinien- oder Cashewkerne, Knoblauch, Olivenöl und je nach Hersteller eine andere geheime Würzmischung. Wer selbst Pesto rosso zubereiten möchte statt es zu kaufen, findet bei Gustini die meisten Zutaten wie Pinienkerne, Olivenöl extra vergine, Knoblauch und natürlich getrocknete Tomaten. So ein Gläschen selbst gemachtes Pesto ist doch ein Geschenk, das von Herzen kommt und mit besonderem Genuss verwendet wird.

Getrocknete Tomaten als Antipasto

Patè aus getrockneten Tomaten

Patè aus getrockneten Tomaten

In Italien werden getrocknete Tomaten auch gern für Antipasti verwendet. Auf Bruschetta sind sie ein Klassiker und das Rezept dafür finden Sie hier. Wem das Kleinschneiden der pomodori secchi zu friemelig ist, kann auf Creme aus getrockneten Tomaten zurückgreifen. Auch Salate, die man wohl getrost zu Antipasti zählen kann, erhalten durch die Zutat getrocknete Tomaten einen besonderen Pfiff. Ich empfehle sie zum Beispiel für Panzanella, einen traditionellen Brotsalat, dessen Rezept hier zu finden ist. Aber auch im urdeutschen Kartoffelsalat können getrocknete Tomaten für ein besonderes Aroma sorgen. Probieren Sie es aus!

Antipasti aus dem Piemont

Antipasti aus dem Piemont – viel mehr als nur eine Vorspeise

Morgenstimmung im Piemont

Morgenstimmung im Piemont

Zwar stimmt es, dass das italienische Wort Antipasti zu deutsch „Vorspeise“ bedeutet, aber mit dieser schnöden Übersetzung ist noch nichts über die reichhaltige Kultur der italienischen Häppchen gesagt. In ihrem schier unglaublichen Variantenreichtum ist es durchaus möglich, dass es mehrere tausend Antipasti gibt, wie man immer mal wieder hört. Je nach italienischer Region gibt es durchaus Unterschiede in der Antipasti-Tradition. Allein schon wegen der vielen unterschiedlichen Olivensorten, zu denen z.B. grüne Riesenoliven gehören, bieten eine große Abwechslung Olivenschälchen. Sehr köstlich sind auch in Salzlake eingelegte Oliven – egal ob grün oder schwarz.

Auch Bruschette sind Antipasti

Weinberge im Piemont

Weinberge im Piemont

Bruschetta, eigentlich nichts Anderes als geröstetes Ciabatta-Brot, das mit Knoblauch eingerieben wurde, gehört ebenfalls zu den variantenreichen Vertretern der Antipasti, nicht nur aus dem Piemont. Das geröstete Brot lässt sich mit mancherlei Leckereien belegen – Gemüse, Käse, Prosciutto… Basis ist aber oft eine Tomatenzubereitung, weshalb sich der Name Bruschetta auch für diese eingebürgert hat. Es gibt sie einfach aus sonnengereiften Tomaten oder schon verfeinert mit köstlichen Oliven. Darauf können Sie gegrillte Zucchinischeiben legen oder milden Parmaschinken oder die Bruschette mit Käse bestreuen und noch einmal kurz erhitzen, damit der Käse zerläuft. Da kann man der Fantasie freien Lauf lassen. Lassen Sie sich von unserem Angebot an Antipasti inspirieren und lesen Sie hier das Rezept für Bruschetta.

Antipasti Spezialitäten von Ursini in Abruzzen

Antipasti Spezialitäten

extra vergine Olivenöl

Heute möchte ich einmal über einen Hersteller von köstlichen Antipasti berichten. Die Rede ist von Ursini, die in Abruzzen ihren Sitz haben. Von der einheimischen Bevölkerung wird die Familie Ursini mit dem Dialektwort “Putì” bezeichnet, was eine Auszeichnung ist, denn es bedeutet, dass sie einen grünen Daumen haben. Diese Wertschätzung hat sich Familie Ursini in Generationen verdient, in denen sie von den Olivenbauern als geschätzte Ratgeber zum Olivenanbau zu Rate gezogen wurden. Das Ansehen der Familie Ursini hält bis heute an. So wurde Giuseppe Ursini 2004 zum Botschafter der Abruzzen ernannt. Auch die besten Küchenchefs in Abruzzen verlassen sich auf die Qualität seines extra nativen Olivenöls: Niko Romito vom “Ristorante Reale” in Rovisondoli, wo der Schwerpunkt auf der Küche von L’Aquila liegt, Giovanni Marrone vom Restaurant “Taverna 58″ in Pescara und der typischen Küche von Pescara, Carlo De Sanctis vom Restaurant “l’Angolino”, das typisch für die Küche von Chieti als Schwerpunkt der Speisekarte Meeresfrüchte anbietet und zu guter Letzt Andrea Beccaceci vom Restaurant “Beccaceci” in Giulianova (Teramo), wo vor allem Fisch aus der Adria als Spezialität gilt.

Antipasti Spezialitäten

Pestati von Ursini

Neben bestem Olivenöl werden bei Ursini aber auch Pestati (Singular Pestato) und Manicaretti (Singular Manicaretto) hergestellt. Pestati sind Cremes aus zerstoßenen Zutaten. Der Name ist verwandt mit „Pesto“. Alle Zutaten wie Kürbis, Paprika, Käse oder Fisch werden frisch verarbeitet, d.h. sie waren vorher weder in Salz eingelegt, noch gefroren, noch eingekocht. Das macht viele Produkte nur saisonal erhältlich, zeigt aber das hohe Bewusstsein für Qualität bei Ursini. Pestati kann man z. B. hervorragend auf warmem Bruschetta genießen. Alle Produkte von Ursini sind Fertigprodukte. Das klingt negativ, weil man an Tütensuppen oder ähnliches denkt, aber der Sinn ist eigentlich eher, dass man das Glas aufschraubt und keinerlei Öl oder Salz oder sonstiges zufügen muss. Der Genuss kann sofort beginnen. Dabei enthalten die Pestati keinerlei Konservierungsstoffe, da die Zutaten durch das soffritto-Verfahren nur noch sehr wenig Wasser enthalten, was Konservierungsstoffe unnötig macht.

Ebenso wie für die Pestati wird für die Manicaretti nur Olivenöl extra vergine verwendet. Dabei beschränkt sich Ursini auf ein fruchtiges und weniger süßes Öl, um den Eigengeschmack der Gemüse wie Oliven, Auberginen, Artischocken oder Karotten nicht zu überdecken, sondern ihn im Gegenteil noch hervorzuheben. Die Manicaretti von Ursini veredeln jedes Antipasti-Buffet und jeden Vorspeisenteller. Der reine Geschmack der Gemüse macht Lust auf mehr.

Antipasti online

Manicaretti: Gartengemüse

Die Rezepte für die Manicaretti sind schon sehr alt, denn Giuseppe Ursini arbeitete früher in einem Restaurant. Seine früheren Küchenchefs arbeiten immer noch für ihn und kreieren ab und an auch neue Rezepte für ihn. Schon oft wurde versucht, die Ursini-Rezepte zu kopieren, aber Fälscher vergessen leicht, dass nicht nur das Wissen um die Art der Zutaten ein Qualitätsprodukt ausmacht, sondern auch die Auswahl und Frische, die besondere Verarbeitung und die Leidenschaft für das Produkt. Besonders schön finde ich, dass das Design der Schraubgläser von Ursini die Qualität des Inhalts wiederspiegelt.

Aperitivo

Etwas, was in Deutschland nicht ganz so Brauch ist, ist das so genannte Aperitivo.

typische Antipasti zum Aperitivo

typische Antipasti zum Aperitivo

Wie die meisten kulturellen Eigenheiten oder Bräuche lässt es sich nicht übersetzen. Als Aperitivo wird in Italien ein „genussvoller Feierabend unter Zusichnahmen von kleinen Speisen“ bezeichnet. Das kann zum Beispiel heißen, dass man mit den Arbeitskollegen nach Arbeitsschluss noch irgendwo hingeht oder auch mit Freunden vor dem Theater- oder Kinobesuch noch eine Kleinigkeit isst. Man geht in ein Caffè oder eine Bar und nimmt verschiedene Antipasti und Getränke mit oder ohne Alkohol zu sich.

Bei den Antipasti sind tartine (tartina im Singular) oder Bruschetta mit Aufstrich in Form von verschiedenen Cremes bzw. Pestati typisch: Pestato mit Käse, Creme aus Hühnerleber, Artischockenpaste – je nach Geschmack und Geldbeutel.. Selbstverständlich dürfen auch solche selbst in Deutschland als klassisch geltende Antipasti wie eingelegte Oliven und gefüllte Peperoni nicht fehlen. Süßes isst man kaum. An warmen Speisen sind Pizza mignone, verschiedenartig gefüllte Mini-Calzone sehr beliebt.

Getrunken werden alkoholfreie Getränke wie die beliebten Kult-Limonaden von SanPellegrino: San Bitter, Chino, Gingerino, Aranciata und so weiter. Wer es lieber mit Alkohol mag, trinkt je nach Geschmack einen guten Rot- oder Weißwein, Amaro Lucano (ein Kaffeelikör), den Sambuca Molinari, Campari oder Cynari, einen Likör mit Artischocken. Zu besonderen Gelegenheiten ist selbstverständlich auch Prosecco beliebt.

Eine perfekte Art, einen anstrengenden Arbeitstag entspannt ausklingen zu lassen.

Italienisches Olivenöl von der Frantoio Venturino

Olivenhain

Olivenhain

Die Frantoio Venturino liegt nicht weit vom Örtchen Diano San Piatro entfernt. Wir fuhren von Diano Marina über verschlungene, kurvige Straßen und sahen am Wegesrand schon die Olivenhaine mit den Taggiasca-Oliven. Der Ort ist malerisch in den Bergen gelegen und ein Fluss schlängelt sich durch das Dorf. Die alte Ölmühle gehört seit 1945 der Familie Venturino und Valter, der sie führt, zeigte uns seinen Betrieb.

Er erzählte uns von der langen Tradition der Olivenölpressung in der Region und nahm uns mit in seinen Olivenhain. Ich dachte ja früher, dass Oliven von unterschiedlicher Farbe auch an unterschiedlichen Bäumen wachsen, also zu verschiedenen Sorten gehören, aber die unterschiedliche Farbe hat nur mit dem Reifegrad zu tun. Grüne Oliven sind eben noch jung, aber sie werden dunkler, je älter sie werden.

verschiedene Reifegrade

verschiedene Reifegrade

Gerade, wenn sie von grün nach schwarz wechseln, werden sie geerntet. Der Farbwechsel ist wahrscheinlich ähnlich bedingt wie bei Blättern im Herbst – das Chlorophyll weicht aus den Oliven in den Baumstamm zurück und entzieht ihnen die grüne Farbe. Sie werden möglichst vorsichtig geerntet, damit sich durch Druckstellen keine Bitterstoffe bilden können. In der Mühle werden sie von Blättern und anderen Verunreinigungen befreit und gewaschen. Dann kommen sie in die Presse.

Dass auf heutigen Ölflaschen „kaltgepresst“ steht, ist eigentlich irrelevant, sagte Valter, denn heute werde Olivenöl immer kalt gepresst, d.h. unter 27°C. Früher, als die Technologie noch nicht so ausgereift war, habe man die Überreste der ersten Pressung erwärmt, um noch einmal Öl daraus pressen zu können. Das Öl, was dabei entstand, war aber als Speiseöl nicht zu gebrauchen und wurde als Lampenöl (Lampantöl) verwendet.
Neben der Verarbeitung zu Olivenöl werden die Oliven und z.B. auch Artischocken von Venturino eingelegt verkauft.

Nachdem wir uns die Anlagen zur Olivenölpressung angesehen hatten, erzählte uns Valter noch etwas über Pesto alla Genovese. Das Basilikum wird von Juni bis Juli geerntet und soll ohne Konservierungsmittel gelagert werden. Bevor er weiter verarbeitet wird, muss er gereinigt werden.

Pestogläser

Pestogläser

Die großen Fabriken kochen das Basilikum, um ihn zu desinfizieren, aber dadurch gehen die wertvollen Inhaltsstoffe verloren. Bei Venturino werden die Blätter mit Amuchin gereinigt, einem rein natürlichen Desinfektionsmittel aus einer chlorhaltigen Kochsalzlösung, das auch in der Medizin verwendet wird. Danach werden die Basilikumblätter mit Olivenöl und Salz gepresst. So bleiben die Inhaltsstoffe erhalten. Valter verwendet nicht Parmesan für sein Pesto, sondern Grana Padano. Außerdem dürfen Pinienkerne nicht fehlen.

Beim Rundgang über das Grundstück fiel mir ein Oldtimer ins Auge, ein blauer Fiat Ballilla mit dem Lenkrad rechts, wie bei englischen Autos. Valter erzählte mir, dass der Wagen von 1934 seinem Vater gehört hat und dass er ihn gerade restauriere. Er ist sein ganzer Stolz.

Der alte Balilla von Valters Vater

Der alte Balilla von Valters Vater

Wir haben dann noch den kleinen Laden durchstöbert, in dem Venturino-Produkte verkauft werden. Neben den Erzeugnissen, die mit Olivenöl zusammenhängen, gibt es auch Keramik. Das ist so ein richtiger Laden mit Familienathmosphäre, wie man ihn sich auf dem Dorf vorstellt.
Als ich die Olivenholzprodukte gesehen habe, habe ich mich gewundert, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass die Olivenbäume gefällt werden, um daraus Besteck oder Geschirr zu machen – schließlich werden die Bäume doch für die oder sogar von den Oliven gebraucht… Valter hat mir aber dann erklärt, dass die Olivenbäume jedes Jahr beschnitten werden müssen und dass das Holz von diesem Beschnitt stammt.