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Piennolo Sugo alla Napoletana

Piennolo Tomaten Sauce

Noch sind die Piennolo Tomaten aus dem Süden Italiens nicht so sehr bekannt. Die selten gewordene Sorte wird ausschließlich in Kampanien am Fuße des Vesuvs angebaut. Auf der fruchtbaren Vulkanerde kultivieren vor allem Rentner die fruchtig-süße Tomate für den Eigengebrauch. Nur wenige Einheimische leben vom Verkauf dieser aromatischen „Goldäpfel“ (pomo d’oro) Doch sie und viele Köche der Region schwören auf die Verwendung der Piennolo-Tomaten für Saucen. Denn dank der Vorschrift, dass die Tomaten nicht künstlich bewässert werden dürfen, ist ihr Geschmack nicht verwässert wie bei holländischen Tomaten, sondern ausgesprochen aromatisch und süß. Ideal für die Zubereitung von Sauce.

Jens und Pasquale

Jens und Pasquale

Sugo alla Napoletana mit Piennolo Tomaten

Eine typisch neapolitanische Spezialität, bei der die Einheimischen auf Piennolo-Tomaten nicht verzichten können, ist die Sugo alla Napoletana. Dieser Saucenklassiker (Sugo ist das italienische Wort für Sauce) besteht vor allem aus Tomaten, Knoblauch, Zwiebeln und Basilikum. Oft wird Parmesan oder ein anderer Hartkäse darüber gestreut. Mit Piennolo-Tomaten wird die Sugo alla Napoletana besonders schmackhaft und authentisch, denn schließlich werden die Tomaten rund um Neapel angebaut und dort auch verwendet.

Die Sugo alla napoletana aus Piennolo-Tomaten

Die Sugo alla napolettana aus Piennolo-Tomaten

Sauce mit Piennolo Tomaten

Doch auch andere Saucen lassen sich mit Piennolo-Tomaten zubereiten. Eine weitere Spezialität aus dem Süden Italiens ist die Sugo alla puttanesca (zu deutsch „auf Hurenart“), die neben Piennolo-Tomaten Kapern, Oliven und Sardellen enthält. Entstanden ist das Rezept wohl Mitte des 20. Jahrhunderts. Noch würziger ist die Sugo all’arrabbiata („die Wütende“) aus der Gegend um Rom, die mit viel Chili und Knoblauch zubereitet wird. Im Sommer empfiehlt sich die Checca-Sauce, die aus ungekochten Piennolo-Tomaten, Basilikum, Mozzarella, Olivenöl, Knoblauch, Salz und Pfeffer zubereitet wird.

Selbstverständlich muss man sich nicht auf diese italienischen Saucen-Klassiker beschränken, sondern kann nach eigenen Vorlieben auf der Basis von Piennolo-Tomaten eine Sauce kreieren.

Piennolo-Tomaten kurz vor der Ernte

Piennolo-Tomaten kurz vor der Ernte

Sapori Vesuviani Kampanien

Azienda Sapori Vesuviani

Nur acht Kilometer vom hektischen Neapel entfernt liegt der landwirtschaftliche Betrieb Azienda Sapori Vesuviani. Der kleine Betrieb in Kampanien hat sich auf regionale Produkte spezialisiert; das Aushängeschild sind dabei die selten gewordenen Piennolo-Tomaten. Aus ihnen stellt Sapori Vesuviani Tomatensaucen her. Das Besondere an den Tomaten ist ihr geringer Wassergehalt, der sie sehr aromatisch und lagerfähig macht. Nach der Ernte hängen die Tomaten in Trauben in den Trockenräumen bis Weihnachten, wenn sie als besondere Delikatesse auf den Tisch kommen.

Pasquale und Maria bei der Ernte

Pasquale und Maria bei der Ernte

Pasquale Imperato

Vesuviani_Jens

Ich begutachte die Ernte


Der Chef der Azienda Sapori Vesuviani ist Pasquale Imperato, ein sympathischer Zottelkopf, der uns viel über die Geschichte, den Anbau und die Verwendung der Piennolo-Tomaten erzählen konnte. Er ist nämlich neben seiner Arbeit als Gemüse- und Obstbauer der Präsident des Schutzkonsortiums für die Piennolo-Tomate. Pasquale Imperato erklärte uns, dass die Piennolo-Tomate lange im Schatten der San-Marzano-Tomaten stand, die ebenfalls aus Kampanien stammt. Der unermüdlichen Arbeit Pasquales und des Konsortiums ist es zu verdanken, dass die Tomaten seit 2009 an Bekanntheit gewonnen haben.

Aldo hilft auch bei der Ernte

Aldo hilft auch bei der Ernte

Abschlussbericht zum Projekt: Piennolo-Tomaten im Selbstanbau

Wohl kein grüner Daumen…

Es wird langsam Zeit, mal wieder etwas zu meinem Projekt zu schreiben, bei dem ich versucht habe, Piennolo-Tomaten selbst anzubauen. Im Februar hatte ich damit begonnen, einige im Internet erstandene Samen zum Keimen zu bringen. Schon da war nur ein Bruchteil der Samen aufgegangen. Nach dem Erwerb von etwas Vulkanerde wurden die Keimlinge dann eingepflanzt und weiter beobachtet. Die Pflanzen wuchsen zwar unterschiedlich schnell (eine ist jetzt 150 cm hoch, die andere nur 75 cm), aber immerhin wuchsen sie. Auch Blüten entwickelten sich ganz prächtig. Leider blieb es aber dabei. Die Blüten kamen und gingen, aber keine Tomaten bildeten sich. Sehr enttäuschend. Ich weiß nicht, woran es lag – fehlen italienische Bienen? Bei Wikipedia finde ich keine Informationen, ob die sich selbst bestäuben oder nicht.

Piennolo-Blüte

Piennolo-Blüte

Was waren noch mal Piennolo-Tomaten?

Piennolo-Tomaten sind eine seltene Sorte der Tomaten (von denen es übrigens über 2500 gibt), die nur in Kampanien im Süden Italiens für den kommerziellen Gebrauch gezüchtet wird und werden darf. Am Fuße des Vesuvs bauen vor allem Rentner die dickschaligen Tomaten in ihren Gärten an. Die Pflanzen werden nicht künstlich bewässert, so dass auch das Aroma nicht verwässert wird und die Piennolo-Tomaten einen besonders kräftigen Geschmack haben. Aus demselben Grund halten sie sich auch sehr lange und werden von den Einheimischen bis Weihnachten auf dem Dachboden hängend gelagert. Für die Zubereitung von aromatischen Saucen sind sie ideal.

Ich werde meine Saucen aber weiter von Sapori Vesuviani beziehen, denn als Tomatenzüchter bin ich wohl ungeeignet.

Delikatessen aus Kampanien

Neapel – Hauptstadt der kampanischen Delikatessen

Ernte von Hand

Ernte von Hand

Neapel – die Stadt steht für Pasta, Pizza und Salami. In der Geschichte der italienischen Pasta spielt Neapel und seine Umgebung eine zentrale Rolle. Denn die Luft des Mittelmeeres, die hier ungehindert durch die Gassen strömte, machte das Lufttrocknen der frisch zubereiteten Pasta erst möglich. Kein Wunder also, dass auch eine der bekanntesten Pastasaucen den Namen der Stadt Napoli trägt. Und auch die Salamispezialität Salame Napoli trägt den Namen der Stadt in die Welt.

Der Vesuv – Nährboden für Delikatessen aus Kampanien

Mastroberardino Campania Bianco 2007

Mastroberardino

Der Vesuv, einer der zwei großen Vulkane Italiens, bietet mit seinem Boden eine äußerst fruchtbare Grundlage für den Ackerbau in Kampanien. Hier gedeihen die von Küchenchefs in aller Welt geschätzten San –Marzano-Tomaten, die einzige Tomatensorte, die durch das DOP-Siegel in ihrer Herkunft geschützt ist. Wegen ihrer wenigen Kerne sind diese Tomaten besonders zur Zubereitung von Saucen geeignet. Aber auch Zitronen gedeihen an den Hängen des Vesuvs ausgezeichnet. Aus ihnen wird unter anderem der köstliche Limoncello hergestellt, ein Likör mit erfrischendem Zitronengeschmack, für den Kampanien berühmt ist. Die Hanglagen des Vesuvs bieten auch ideale Voraussetzungen für den Weinanbau. Eine Perle Kampaniens ist der Mastroberardino Campania Bianco 2007 mit seinem fruchtigen Duft von Ananas und Pfirsich.

Kampanien – seit Jahrhunderten begehrtes Urlaubsziel

Pompeii mit Vesuv im Hintergrund

Pompeii mit Vesuv im Hintergrund

Der Name Kampaniens leitet sich vom lateinischen Campania Felix ab, was „glückliche Landschaft“ bedeutet. So bezeichneten reiche Römer ihr bevorzugtes Gebiet für den Sommersitz, in dem sie sich vom damals schon stressigen Leben in der Hauptstadt Rom entspannten. Und auch heute noch ist Kampanien dank seines abwechslungsreichen Angebots zwischen Bergen und Meer. Ein beliebtes Ausflugsziel damals wie heute ist Pompeii, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Während es zu Römerzeiten unter anderem wegen der Befriedigung leiblicher Gelüste begehrt war, kommen heute eher kunsthistorisch interessierte Menschen in die durch den Vulkanausbruch zerstörte Stadt.

San Marzano Tomaten

Nachdem ich die ersten Tomaten aus meinem Gärtchen geerntet habe, möchte ich heute über eine besondere Tomatensorte schreiben: die San Marzano Tomaten. Diese kann man nicht so leicht als Setzling im Gartenmarkt kaufen und selbst ziehen – leider. Die San Marzano Tomate gehört mit zu den größten Sorten, denn es handelt sich um eine längliche Tomate mit roter Haut und Fruchtfleisch. Farblich ist das nichts großartig Besonderes, aber wenn man mal die Supermarkt-Tomaten vergisst und über einen gut sortierten Wochenmarkt läuft, wird man auch gelbe, grüne und schwarze Tomaten in den unterschiedlichsten Formen finden.

San Marzano Tomate – von Küchenchefs empfohlen

San Marzano Tomate aus der Dose

San Marzano Tomate aus der Dose

Von Küchenchefs weltweit wird die San Marzano Tomate für die beste Sorte für die Zubereitung von Saucen gehalten. Das liegt vor allem an am überdurchschnittlich dicken Fruchtfleisch, an der geringen Anzahl an Kernen und am kräftigen Geschmack liegt. Einige Leute sagen auch, dass die San Marzano Tomaten der einzig wahre Belag für echte Neapolitanische Pizza seien. Für Saucen werden die Tomaten in der Haut eingeschlitzt und mit kochendem Wasser übergossen. So lässt sich die weniger schmackhafte Haut leicht abziehen. Zur Erleichterung gibt es San Marzano Tomaten aber bereits geschält aus der Dose.

Herkunft der San Marzano Tomate

Wie der Name bereits andeutet, gibt es zwischen der San Marzano Tomate und dem gleichnamigen Ort in Kampanien eine Verbindung. Die Legende besagt, dass die ersten Pflanzen 1770 als Geschenk vom König von Peru an den König von Neapel nach Europa kamen und in der fruchtbaren Erde um den Vesuv angepflanzt wurden. Dort werden sie auch heute noch angebaut, aber auch andere Tomaten der Sorte San Marzano, die andernorts in Italien angebaut werden, dürfen sich so nennen und sogar das DOP-Siegel tragen, das für einen geschützten Ursprung steht. Die Sorte ist sehr empfindlich und muss von Hand geerntet werden. Das ist zwar aufwendig, zeigt aber, dass es sich nicht um eine Sorte handelt, die für eine erleichterte Ernte gezüchtet wurde, sondern dass es um geschmackliche Qualitäten geht.

Nachdem die San Marzano Tomate auch keine Hybridform ist, werden ich mir für das nächste Gartenjahr ein paar Samen aus der nächsten Dose San Marzano Tomaten aufheben und testen, ob sie auch unter der sächsischen Sonne gedeihen.