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Zur Bohnensaison: Rezept für ligurischen Bohnensalat mit Thunfisch

Es ist Bohnenzeit!

Der Gang auf den Markt oder zum regionalen Gemüsehändler zeigt dieser Tage, dass die Bohnensaison in vollem Gang ist. Grüne und weiße Bohnen liegen in den Körben und warten auf kreative Köche. Auch wer das Glück hat, als Städter einige Tage auf dem Land zu verbringen, wird um das eine oder andere Bohnengericht zur Zeit nicht herumkommen.

Zugegeben, Hülsenfrüchte haben aufgrund ihrer Wirkung auf die Verdauung nicht den besten Ruf. Aber sie sind wichtige Eiweißlieferanten und nahmen zu einer Zeit, in der weit weniger Fleisch als heute gegessen wurde, viel mehr Platz auf dem Speiseplan ein.

In der bäuerlichen Küche Liguriens und überhaupt in Italien gehören Bohnen nach wie vor fest in das Repertoire einer gut geführten Küche. Jenseits von Pasta und Pizza gibt es allerhand köstliche Rezepte, die Hülsenfrüchte beinhalten. Die Vielfalt an Bohnen ist farblich und geschmacklich überraschend. Corona- und Borlottibohnen sind nur zwei der Sorten, die getrocknet das ganze Jahr über verkocht werden können.

Bohnenmischung

Bohnenmischung

Zutaten für ligurischen Bohnensalat

Neben den bäuerlichen Zutaten dürfen in einem ligurischen Salat die Früchte des Meeres nicht fehlen. Unumgänglich ist daher Thunfisch und wer es mag, kann dem Salat mit Sardellenfilets noch etwas mehr Würze verleihen.
+ 200 g weiße Bohnen, z.B. Cannellini-Bohnen
+ 1 Lorbeerblatt
3 geschälte Knoblauchzehen
+ 200 g grüne Bohnen
+ 2 Tomaten
+ 2 Sardellenfilets (nach Belieben)
+ 2 rote Zwiebeln
300 g Thunfisch in Öl, z.B. von Mareblu
+ 3 EL Weinessig, z.B. Weißweinessig von Mengazzoli
+ 6 EL Olivenöl
+ 1 TL Senf
+ Zucker
+ Salz und Pfeffer aus der Mühle
+ 2 EL fein gehackte Petersilie oder Basilikum, nach Belieben auch Salbei

Ligurischer Bohnensalat

Ligurischer Bohnensalat

Zubereitung

Über Nacht die weißen Bohnen in ausreichend Wasser einweichen. Am folgenden Tag abspülen und mit 1 l Wasser, dem Lorbeerblatt und 2 gehackten Knoblauchzehen ca. 1 1/2 Stunden zugedeckt köcheln. Anschließend abgießen und auskühlen lassen.

Währenddessen die grünen Bohnen putzen, die Enden abknipsen und in reichlich kochendem Salzwasser in etwa 8 Minuten bissfest garen. Anschließend kalt abschrecken und abtropfen lassen.

Die Zwiebeln schälen, halbieren und in feine Ringe schneiden. Den Thunfisch auf einem Sieb abtropfen lassen und in grobe Stücke zerteilen.

Für das Dressing den Essig mit Zucker, Senf, Salz und Pfeffer verrühren. Das Olivenöl nach und nach mit einem Schneebesen einrühren. Die restliche Knoblauchzehe dazupressen.

Weiße und grüne Bohnen, Zwiebeln und Thunfisch miteinander vermengen.

Tomaten waschen und würfeln und zu den anderen Zutaten geben. Nach Belieben die klein geschnittenen Sardellenfilets dazu geben. Das Dressing darüber geben, mit der Petersilie bestreuen, gründlich unterrühren und vor dem Servieren noch etwas ziehen lassen.

Salone dell’Agroalimentare Ligure

Von heute an bis Sonntag, den 13. März, findet in Finale (ooh… ;-) ) in Ligurien die Salone dell’Agroalimentare statt. Das ist eine Messe für landwirtschaftlich produzierte Nahrungsmittel aus Ligurien, die in diesem Jahr zum siebenten Mal stattfindet.

Die Örtlichkeiten der Ausstellung sind die historische Altstadt von Finale und im Besonderen die Kirche Santa Caterina aus dem 14. Jahrhundert. Über 200 Aussteller präsentieren in diesen kühlen Gemäuern ihre Produkte. In 30 Shows wird regionales Essen vor Publikum zubereitet und Landwirte präsentieren ihre Produktionsmethoden.

Pesto aus Ligurien

Pesto aus Ligurien

Produkte aus Ligurien

Auf der Salone dell’Agroalimentare werden Oliven und Olivenöl, Wein, Pestos, Süßigkeiten, Pasta, Gewürze und vieles mehr gezeigt. Ein wichtiger Zweig der Lebensmittel aus Ligurien sind außerdem Meeresfrüchte und Fisch, denn Ligurien hat Zugang zum Meer. In Workshops werden Anleitungen zum Kochen gegeben und Verkostungen durchgeführt. Für jeden Feinschmecker und Fan der mediterranen Küche ist die Salone dell’Agroalimentare ein Mekka. Hungrig muss an diesem Wochenende sicher niemand schlafen gehen.

Rezept: Focaccia

Brot und Salz – die klassischen Einzugsgeschenke

Das neue Semester beginnt bald und auch Nicht-Studierende ziehen dieser Tage vielleicht um. Das klassische Einzugsgeschenk ist Brot und Salz, obwohl Schrauben und Dübel vielleicht viel praktischer sind. Brot ist ein Grundnahrungsmittel und hat daher in vielen Religionen und Bräuchen einen festen Platz. Ob das christliche Abendmahl, das Verschenken von Brot zu Hochzeiten oder eben als Einzugsgeschenk – Brot gehört einfach dazu. Salz hingegen war zu früheren Zeiten ein Zahlungsmittel und somit ein Zeichen von Wohlstand. Wenn man also einem Menschen Brot und Salz zum Einzug schenkt, dann wünscht man ihm, dass er niemals Hunger leiden muss und schenkt ihm den Grundstock an Wohlstand.

Focaccia

Focaccia

Focaccia – italienisches Brot

Und warum sollte man nicht einmal jemandem Focaccia (Aussprache: foh-katscha) und Salz schenken? Das Fladenbrot ist leicht zu backen und lässt sich wunderbar spontan teilen. Wer dazu noch etwas Käse und Wurst schenkt, wird den erschöpften Kistenschlepper garantiert erfreuen.

Focaccia stammt aus Ligurien und wird aus Hefeteig gebacken. Traditionell ist es mit Kräutern wie Oregano oder Rosmarin belegt. In Italien wird es als Zwischenmahlzeit gegessen und gilt als Vorläufer der Pizza.

Schon die Römer kannten Focaccia als Panis focacius (etwa „Ofenbrot“) und auch den Etruskern war es bekannt.

Rezept für Focaccia

Beim Backen

Beim Backen


Für die Zubereitung eines Focaccias benötigen Sie 500 g Mehl, 20 g frische Hefe, 1 TL Zucker, 1 TL Salz, 5 EL Olivenöl, frischen Rosmarin oder Thymian sowie Mehl, für die Arbeitsfläche und Bleche.

Das Mehl in eine große Schüssel sieben, in die Mitte eine Mulde drücken. Die Hefe und den Zucker in 3/8 l lauwarmem Wasser auflösen und behutsam in die Mulde gießen. Zugedeckt 30 Minuten gehen lassen.
3 EL Olivenöl und das Salz unterrühren und den Teig für etwa 10 min. gut durchkneten. Mit einem feuchten Tuch zugedeckt nochmals etwa 1 h gehen lassen.

Den Backofen auf 220° C vorheizen. Den Teig halbieren und zu dicken Fladen ausrollen, diese auf die bemehlten Bleche legen. Mit den Fingern Dellen in die Oberfläche drücken. Ein weiteres Mal zudecken und eine weitere halbe Stunde gehen lassen.

Mit dem restlichen Öl bestreichen und dann nach Wahl mit Rosmarinnadeln oder getrocknetem Thymian bestreuen. Auf der mittleren Schiene ca. 15 – 20 Minuten backen (Umluft 200° C).
Als Variante kann man auch grobes Meersalz, Zwiebeln oder Oliven zusätzlich zu den Kräutern auf die Fladen streuen.

Weitere Ideen zum italienisch Kochen finden Sie in unserer Rezept-Sammlung.

Das Walnuss-Turnier in Monterosso

Il Torneo di Noci – Ein Volksfest in Ligurien

Viele kuriose Volksfeste gibt es auf der Welt, vom Käserollen in Cooper’s Hill in Großbritannien zu den vielen Heuwagenrennen (Palio) in Italien und den Gummistiefelweitwurf in Finnland. Einige dieser mehr oder weniger sportlichen Wettkämpfe werden traditionell im Herbst veranstaltet. So auch der Torneo di Noci, ein traditionelles Walnuss-Turnier in Monterosso in Ligurien. Es findet jedes Jahr im September statt, wenn die Zeit der Walnuss-Ernte gekommen ist und ist ein Riesen-Ereignis für den 1500-Einwohner-Ort, der jährlich auch einige Touristen anzieht.

Ländlicher Tisch mit Walnüssen

Ländlicher Tisch mit Walnüssen

Was passiert beim Torneo di Noci?

Der Torneo di Noci ist Teil des Walnuss-Festivals in Monterosso al Mare.Neben dem Wettkampf wird auch ein Dialekttheater von regionalen Laientheatergruppen veranstaltet. Daneben werden die üblichen Aktivitäten eines Volksfestes angeboten.
Das Walnuss-Rennen selbst hat ähnliche Regeln wie Boccia, nur werden eben statt Kugeln Walnüsse verwendet. Unter lautstarkem Anfeuern durch die Dorfältesten treiben die ausgelassenen Erwachsenen ihre Walnüsse durch die Gassen und werden wieder zu verspielten Kindern.

Ein übliches Gericht während der Zeit ist Rondelli di Polenta con Salsa di Noce (runde Polenta mit Walnuss-Sauce), das in den Restaurants des Ortes angeboten wird. Auch einige Einheimische kochen es während der Zeit, wenn auch Polenta viel Geduld erfordert.

Festa del Cristo degli Abissi in Ligurien

Was der Cristo degli Abissi?

Heute möchte ich einmal wieder über ein italienisches Volksfest schreiben, um Ihnen die italienische Kultur ein Stückchen näher zu bringen. Benannt ist das Festa del Cristo Abissi nach einer Christus-Statue benannt, die im August 1954 in der Bucht (Capo Croce) in 17 Meter Tiefe versenkt wurde. Geschaffen wurde diese Statue vom Künstler Guido Galletti Genovese. Sie zeigt einen Christus, der seine Arme segnend geöffnet hat und nach oben blickt. Die Christus-Statue ist all jenen gewidmet, die im Mittelmeer den Tod fanden, ob es Fischer waren oder Taucher oder Badende.

Was geschieht beim Festa del Cristo degli Abissi?

Ursprünglich war festgelegt worden, das Festa del Cristo degli Abissi immer am letzten Samstag im August zu feiern. In den letzten Jahren vor der Jahrtausendwende jedoch war das Wetter an diesem Tag immer sehr unangenehm, so dass das Fest auf den letzten Samstag im Juli gelegt wurde. An diesem Samstag fahren Boote im Dunkeln aus allen Häfen rund um St. Fruttuoso di Camogli in das Dorf. Die Gläubigen ziehen dann mit Fackeln zum Kloster, das am Strand liegt. Während der gesamten Zeit herrscht Schweigen. Am Strand übergeben die Prozessierenden Fackeln an freiwillige Taucher, die damit dann zur Christusstatue schwimmen. Ein Taucher legt dann am Fuß der Statue einen Kranz ab und anschließend beten die Anwesenden für die, die ihr Leben im Meer verloren haben. Die Messe am Strand ist sehr bewegend, mit den Wellen, die ans Ufer klatschen und dem Fackelschein. Nach der Messe wird das Schweigen gebrochen und die Anwesenden reden über das Fest oder andere Dinge, fahren mit ihren Booten nach Hause oder zu Freunden, um dort noch etwas Zeit miteinander zu verbringen.