„Manaresi" - passende Beiträge

Die Röstung von Manaresi Kaffee

Nachdem ich gestern über den heimeligen Laden von Manaresi berichtet habe, gibt es heute den Bericht darüber, wie bei Manaresi der Kaffee geröstet wird. Roberto Benozza führte uns selbst durch sein Allerheiligstes.

Espresso Manaresi

Diese Kaffeebohnen kommen gleich in die TORTINO-Maschine.

Bevor es mit der Röstung losgeht, müssen selbstverständlich erst einmal Bohnen vorhanden sein. Bei Manaresi werden sie nach zwei Kriterien ausgewählt: Aroma und Robustheit (corposità). Für das perfekte Aroma verwendet Roberto Bohnen aus Brasilien, Santo Domingo, Nicaragua und Kolumbien, für die Robustheit sind Bohnen aus Vietnam, Äthiopien, Indien und Indonesien gefragt. Die Schwierigkeit liegt jedoch darin, das richtige Verhältnis für die Mischung zu finden, aber Roberto kennt das Geheimnis. Beim Rösten hilft ihm sein Freund Antonio, der selbst auch schon pensioniert ist, aber aus Leidenschaft für den Kaffee Antonio unterstützt.

Bei der Röstung folgen Roberto und Antonio den alten Traditionen. Sie vertrauen nur auf die menschlichen Sinne – auf das Auge, den Tastsinn, den Geruch und das Gehör.

Manaresi

„Löffeltest“

Die Röstmaschine PROBAT selbst ist auch schon etwas betagt, tut aber noch ihren Dienst. Roberto und Antonio nehmen oft Proben, um die Farbe, die Konsistenz, den Geruch und die Wärme zu prüfen. All diese Schritte sind Handarbeit.

Bevor ganze Säcke „verröstet“ werden, rösten Antonio und Roberto nur einige wenige Bohnen und entnehmen sie mit einem Löffel, denn im Röster herrschen etwa 195°C. Dann lauschen sie ganz genau, denn mit Kaffeebohnen ist es wie mit Popcorn, sie knacken und knistern, wenn sie geröstet sind. Die Röstung selbst dauert 20 Minuten.

Espresso Manaresi

Antonio schüttet die Kaffeebohnen in den Röster

Dann wird der Kaffee in Aromaschutzpackungen oder Dosen gefüllt oder gemahlen und in Cialde gefüllt und mit dem Manaresi-Etikett versehen und ist fertig für den Verkauf im Laden oder für den Export zum Beispiel nach Deutschland.

Die kleine Kaffeerösterei Manaresi in der Toskana

Gestern besuchten wir die kleine traditionelle Kaffeerösterei Manaresi in Florenz. Sie liegt in der Via de‘ Lamberti, ganz nah bei der Kirche OrSanMichele. Es ist die älteste Kaffeerösterei in der Toskana, denn sie besteht seit 1898. Wenn man die Rösterei Manaresi bzw. den zugehörigen Laden betritt, ist das wie ein Schritt in eine andere Zeit. Die Wände sind mit Edelhölzern verkleidet und mit Spiegeln behangen und das Messing des Interieurs schimmert golden. Und dann der Duft von frisch gemahlenem Kaffee… Wirklich ein Traum.

Bohnen Manaresi

geröstete Kaffeebohnen

Als wir dort waren, kamen andere Gäste herein, um Kaffee zu trinken und ihr Kaffeepaket zu kaufen. Manaresi produziert für den Laden keinen Vorrat, sondern der Kaffee wird frisch geröstet und nach Bedarf gemahlen verpackt und direkt an den Kunden weiter gegeben. In der Zwischenzeit genießen die wartenden Kunden eine köstliche Tasse Kaffee. Man kann selbstverständlich vorbestellen, wenn man die Zeit nicht warten möchte, aber Manaresi röstet und mahlt nur für jeden Kunden persönlich. Da ist man eben wirklich noch ein individueller Kunde und nicht ein anonymer Verbraucher.

Espresso Manaresi

Roberto bereitet für uns Kaffee zu

Für den Verkauf außerhalb des kleinen Ladens in Florenz wird aber auf Vorrat produziert, sowohl geröstete Bohnen in der Dose und im Aromapack als auch gemahlener Kaffee in der Dose. Aber auch Cialde, die praktischen Kaffeepads, die immer beliebter beim Verbraucher werden, weil sie so leicht zu handhaben sind, hat Manaresi im Angebot. Inzwischen hat Manaresi auch eine eigene Kollektion von Tassen für Espresso und Cappuccino herausgebracht.

Roberto Benozza, der Besitzer von Manaresi, ist in den Bars und Restaurants in Florenz und Umgebung bekannt und sein Kaffee wird auch dort gern verwendet. Zum Beispiel trafen wir einen älteren Herrn und seine Frau, die Roberto besuchen wollten. Gemeinsam mit ihm wollten sie einen Kaffee trinken und sich an die Zeiten erinnern, als der ältere Herr eine kleine, aber immer gut besuchte Bar im Zentrum von Florenz besaß.

Wir haben uns auch die Rösterei angeschaut, die an den Laden angegliedert ist. Darüber werde ich morgen berichten.