„Olivenernte" - passende Beiträge

Olivenernte bei Marco Calamai

26. 10. 2009

Mit dem Gustini-Mobil auf dem Weg zu Marco Calamai

Mit dem Gustini-Mobil auf dem Weg zu Marco Calamai

Mit unserem „Gustini-Mobil“ haben wir uns heute auf den Weg zu Marco Calamai gemacht. Von Alatri aus fuhren wir nördlich Richtung Toskana, um Marco Calamai zu treffen. Sein preisgekröntes Olivenöl haben wir seit einigen Monaten im Sortiment und wollten ihn nun persönlich kennenlernen. Nach 300 km auf der A1 Autostrada del Sole nahmen wir die Abfahrt Firenze-Certosa und trafen uns nach dem Abendessen mit Marco Calamai. Er kam in einem grünen Jeep angefahren, der großzügig mit Schlamm dekoriert war. Seine Brille ließ in intellektuell wirken und seine ständige Begleiterin, eine Zigarre, wies in als Lebemann aus. Freundlich begrüßte er uns in seiner Arbeitskluft.

Marco Calamai und ich

Marco Calamai und ich

Villa Monteoriolo von Marco Calamai

Während uns Marco Calamai über sein „Anwesen“ führte, erzählte er uns allerhand über die Geschichte seiner Ölmühle. Nebenbei hörten wir immer wieder heraus, dass im Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit sehr wichtig sind. Betrügereien von Restaurants, die schlechtes Olivenöl verwenden und Produzenten, die schlecht arbeiten, sind ihm zuwider. Sein Haus, genannt Villa Monteoriolo (wie das Öl), wurde von seinen Vorfahren im 18. Jahrhundert erbaut. Antike toskanische Möbel bilden in dem alten Haus ein stimmiges Ensemble. In einer kleinen Kapelle, die zum Haus gehört, wurden Marco Calamai und seine Frau Eleonora getraut. Wir entdeckten Gräber seiner Vorfahren, darunter solche mit Kindern von acht und neun Jahren aus dem 19. Jahrhundert.

Gianni, einer der Erntehelfer.

Gianni, einer der Erntehelfer.


In dem Haus sind auch die Ölmühle und ein Zitronenlager ("la limonaia") untergebracht. Das Haus wird heute mit Ferienwohnungen an Toskana-Besucher vermietet. Der Blick auf die Chianti Classico-Hügel und eine nur sieben Kilometer weite Busfahrt bis Florenz machen die Ferienwohnungen attraktiv.

Von Hand werden die Oliven sorgsam gepflückt

Von Hand werden die Oliven sorgsam gepflückt

Olivenernte bei Villa Monteoriolo

Marcos Erntehelfer kommen alle aus umliegenden Dörfern. Die alten Herren, ausschließlich Rentner, sind eine lustige Truppe. Ständig einen Scherz auf Lager und mit Spaß an der Arbeit. Gianni, Roberto, Paolo, Benedetto und wie sie alle hießen, arbeiten während der Olivenernte nicht nur zusammen, sondern essen auch während der Pausen gemeinsam und schwelgen in Erinnerungen an früher.

Aldo half auch hier bei der Ernte.

Aldo half auch hier bei der Ernte.


Übrigens werden die Erntehelfer ausschließlich in Olivenöl bezahlt. Von dem Öl aus den von ihnen gepflückten Oliven erhalten sie 5 %. Das hat sehr erstaunt, aber wieder einmal bewiesen, wie sehr die Menschen dort ihr Olivenöl lieben. Stolz präsentierte uns Marco seinen neuen Traktor, den er letztes Jahr gekauft. Er fährt damit alle 2 Stunden eine Runde uns sammelt die Oliven von den Erntehelfern auf der Ladefläche ein.

Olivenöl von Calamai

Selbstverständlich durften wir auch das ganz frische Novello-Olivenöl bei Marco Calamai probieren. Auf frischem Brot ist das immer wieder ein frisch schmeckender Genuss. Noten von frischen Äpfeln, leicht scharfe Rucola-Noten und würziger Salbei und Minze konnten herausgeschmeckt werden. Es gibt nichts Besseres als das frische Öl auf Brot, aber auch auf Salat schmeckt es hervorragend, wie uns das Abendbrot mit Marco und seiner Familie zeigte.

Herzlichen Dank an Marco und seine Familie für die tolle Gastfreundschaft. Wir haben es sehr genossen und freuen uns schon sehr auf den nächsten Besuch!

Olivenernte bei Americo Quattrociocchi

24. 10. 2009

Fahrt nach Alatri in Latium

Von der Region Emilia-Romagna, wo sich die Acetaia Giusti befindet, haben wir uns heute auf den Weg in die Region Latium gemacht. Dort ist seit über 100 Jahren die Ölmühle Frantoio Quattrociocchi angesiedelt. Rund um die Kleinstadt Alatri liegen die Olivenhaine der Familie, die sich seit 1888 der Herstellung von Olivenöl verschrieben hat. Über kurvige Bergwege, vorbei an den silbern schimmernden Olivenhainen, fanden wir den Weg zur Frantoio Quattrociocchi. Dort erwartete uns ein üppiges Mahl, das von Maria Theresa, der Mutter von Americo zubereitet worden war. Eine einzigartige Gastfreundschaft, die man so wohl nur in Süditalien findet. Noch nie sind wir so liebevoll umsorgt und bewirtet worden wie von Americos Familie.

Americo und ich in einer Erntepause

Americo und ich in einer Erntepause

Mittagessen bei Americo Quattrociocchi

Als Vorspeise wurde uns ein üppiger Antipastiteller präsentiert, u.a. mit frischem Büffelmozzarella. Als Primi gab es eine Stracciatella-Suppe, die nur sehr wenig mit dem gleichnamigen Eis zu tun hat. Benannt ist sie nach den zerrupft aussehenden Ei-Stückchen. Außerdem enthielt sie Hühnchen und Parmesan. Der andere Primo waren Canelloni mit einer pikanten Fleischfüllung. Satt waren wir eigentlich schon nach den Antipasti, aber zum krönenden Abschluss gab es zum Espresso noch einen Kuchen, in dem statt Butter Olivenöl verwendet worden war. Für uns Deutsch unvorstellbar, aber in den Olivenanbaugebieten ist das wohl gang und gäbe. Vielen, vielen Dank noch einmal an Maria Theresa und ihre großzügigen Kochkünste! Wir fühlten uns ehrlich wie in dem Film „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“

Aldo erfüllte sich einen Kindheitstraum

Aldo erfüllte sich einen Kindheitstraum

Olivenernte bei Quattrociocchi

Frisch gestärkt gingen wir dann zu den Olivenhainen, um uns den Ablauf der Ernte anzusehen. Die Erntehelfer werden in Grüppchen zu drei bis vier Personen aufgeteilt. Jede Gruppe nimmt sich nach und nach einen Baum vor. Sie spannen ein Netz unter den Baum, in das die Oliven fallen. Mit kammartigen Werkzeugen werden die Oliven vom Baum gepflückt. So werden sie im Gegensatz zur maschinellen Ernte nicht verletzt. Bei größeren Bäumen muss auch mal ein Helfer auf eine Leiter klettern, um an die oben wachsenden Oliven zu gelangen.

Olivenernte bei Quattrociocchi

Olivenernte bei Quattrociocchi

Wenn ein Baum abgeerntet ist, werden die Oliven aus dem Netz gesammelt und in Kisten gefüllt. Wenn das Gelände es zulässt, werden diese Kisten mit einem Traktor abgeholt. Bei unwegsamem Gelände müssen sie zur Straße getragen werden. Der Traktor bringt die frisch geernteten Oliven entweder zu einem an der Straße wartenden Lastwagen oder direkt zur Ölmühle, wo dann das Olivenöl herausgepresst wird.

Bei der Arbeit.

Bei der Arbeit.

An dieser Stelle möchten wir noch einmal ein herzliches Mille grazie an Americo und seine Familie senden und vielen Dank für die Gastfreundschaft sagen. Nach einem köstlichen Abendessen fuhren Aldo und ich in unsere Unterkunft. Morgen schauen wir uns dann an, wie aus den Oliven das preisgekrönte Olivastro-Olivenöl gepresst wird.

In diese Kisten kommen die gepflückten Oliven.

In diese Kisten kommen die gepflückten Oliven.

alle Erntehelfer von Quattrociocchi

alle Erntehelfer von Quattrociocchi

Reise zur Olivenernte und zur Trüffelsuche

22. 10. 2009
Kurz vor unserer Abreise will ich noch schnell über die bevorstehende „Expedition“ ins Oliven- und Trüffelland schreiben. Für die nächsten Tage bin ich nämlich wieder für Sie in Italien unterwegs und besuche Olivenölhersteller während der Erntezeit, die ja gleichzeitig auch immer Produktionszeit für Olivenöl ist. Außerdem wollen wir auf Wochenmärkten nach neuen Trüffel-Spezialitäten Ausschau halten.

Trüffelmarkt in Montaione

Nachdem ich für die Alpenüberquerung die Winterreifen aufgezogen habe, fahren wir heute Abend los gen Süden. Die erste Übernachtung wird in Innsbruck sein. Morgen werden wir den Trüffelmarkt in Montaione in der Toskana besuchen. Der Ort mit etwa 3000 Einwohnern liegt 35 km südwestlich von Florenz. Der Markt rund um den Trüffel findet immer am letzten Wochenende im Oktober statt. In der malerischen Altstadt von Montaione werden Trüffel und Produkte rund um den edlen Speisepilz präsentiert. Da wollen wir schauen, ob wir nicht ein paar Spezialitäten für unseren Shop finden.

Zur Olivenernte bei Quattrociocchi

Am Samstag sind wir zur Olivenernte bei Americo Quattrociocchi eingeladen. Seine Olivenhaine liegen im Latium, also der Region rund um die Hauptstadt Rom. Der Ölmüller Quattrociocchi wurde mit seinem Bio-Olivenöl in diesem Jahr vom FEINSCHMECKER unter den intensiv fruchtigen Olivenölen auf den ersten Platz gewählt. Da muss ich mir doch vor Ort ein Bild machen, wie er das geschafft hat! Ich freue mich schon auf die frisch gepressten Olivenöle, von denen ich selbstverständlich einige Flaschen mitbringen werde.

Zur Olivenernte bei Calamai

Nach einem hoffentlich ruhigen Sonntag, an dem im katholischen Italien nicht gearbeitet wird, besuchen wir am Montag Marco Calamai in der Toskana, dessen Olivenöl in diesem Jahr ebenfalls von den Experten des FEINSCHMECKERS einen ersten Platz erhielt, nämlich bei den mildfruchtigen Ölen. Typisch für die toskanischen Olivenöle ist der leicht bittere Ton. Ich werde mich erkundigen, welche Olivensorten Marco Calamai verwendet und wie die Geschichte seiner Ölmühle lautet.

Trüffel aus San Miniato

Am Dienstag bildet dann eine weitere Trüffelsuche den Abschluss unserer Reise. Wir fahren nach San Miniato in der Toskana. Auf dem Mostra Mercato Nazionale del Tartufo Bianco di San Miniato werden seit 1969 Trüffelprodukte von den Samminiatesi präsentiert. (So nennt man die Einwohner von San Miniato.) Wir werden sicher auch einige Gerichte mit Trüffeln probieren und mal sehen – vielleicht bringen wir auch ein neues Rezept für unsere Sammlung mit!

Mit all den vielen Eindrücken und Informationen geht es dann am Mittwoch zurück nach Leipzig, wo wir dann die schönsten fotografisch festgehaltenen Eindrücke hier im Blog verewigen werden.

Zu Besuch zur Olivenernte bei der Olearia San Giorgio

Herbstlicher Besuch in Kalabrien

Von Hand werden die Oliven geerntet.

Von Hand werden die Oliven geerntet.


Während es bei uns schon wettertechnisch ziemlich ungemütlich ist, herrscht in Kalabrien ein Herbst wie aus dem Bilderbuch, also von der angenehmen Sorte. Kein Dauerregen, kein Nebel und keine Kälte, die die Hosenbeine nach oben kriecht. Hier sind die schönsten Eindrücke die bunt gefärbten Blätter und die emsige Olivenernte. Denn um uns die anzusehen, sind wir nach San Giorgio gefahren. Hier hat die Familie Fazari ihre Ölmühle, gegründet 1940 von Domenico Fazari. Inzwischen führen seine Söhne das Unternehmen fort, von denen einer ebenfalls Domenico heißt. Von Freunden wird er allerdings Mimmo gerufen und so haben es auch wir gehalten.
In den Netzen werden die herunterfallenden Oliven aufgefangen.

In den Netzen werden die herunterfallenden Oliven aufgefangen.

Emsiges Treiben zur Erntezeit in der Olearia San Giorgio

Frisch geerntete Oliven

Frisch geerntete Oliven


Wie erwartet, herrschte ein emsiges Treiben, als wir das Gelände der Olearia San Giorgio erreichten. Die Oliven müssen bei aller Sorgfalt schnell geerntet werden, bevor zu viel Regen oder Überreife die Qualität mindert. Mit dem Traktor fuhr uns Mimmo in einen der Olivenhaine, wo seine Brüder und fleißige Helfer die Oliven bereits ernteten. Unter den Bäumen waren Netze ausgelegt, die die herabfallenden Oliven auffingen. Dann wurden sie in Steigen umgefüllt und zur Olivenmühle gefahren. Auch wir fuhren wieder zurück zur Ölmühle, denn den Pressvorgang wollten wir uns auch ansehen.
Auch vor 30 Jahren wurde so geerntet.

Auch vor 30 Jahren wurde so geerntet.

Frisch gepresstes Olivenöl der Olearia San Giorgio

Oliven am Baum

Oliven am Baum


Die Mühle lief schon einige Tage und Nächte, wie uns Mimmo erzählte. Denn wenn die Oliven einmal geerntet sind, muss die Verarbeitung schnell erfolgen, bevor sich durch Lagerung Stellen an den Oliven bilden, wo sich Bitterstoffe entwickeln. In einem gold-grünen Strom floss das duftende Öl aus der Presse und Mimmo hielt schon etwas Ciabatta bereit, mit dem wir das Öl kosten durften. Ein Hochgenuss! Wenn ich könnte, würde ich nur Öl verwenden, das frisch aus der Pressung kommt, aber das ist leider nicht machbar.
Kurze Pause für den Rücken

Kurze Pause für den Rücken


Da dies der letzte Tag der Ernte war, gab es am Abend ein kleines Fest, bei dem alle Helfer und auch wir mit rustikalen Gerichten bewirtet wurden. Vielen Dank an Mimmo und seine Brüder für die schönen Eindrücke und Erfahrungen, die wir in der Olearia San Giorgio sammeln durften!

Nachtrag: Inzwischen haben wir auch das Olivenöl der Olearia San Giorgio im Angebot.