„Olivenöl" - passende Beiträge

Zu Besuch in der Olearia San Giorgio und Verkostung von L’Aspromontano BIO in Kalabrien

Zu Besuch auf der Olearia San Giorgio im sonnigen Süden Italiens

Wir hatten uns auf dem Weg gemacht, um Domenico Fazari, einen der besten Olivenmüller Italiens in seiner Olearia San Giorgio zu besuchen. Gestern Vormittag trafen wir bei ihm ein, nachdem wir uns von der langen Fahrt im Hotel erholt hatten. Mit der typischen südlichen Gastlichkeit empfing uns einer der Söhne des Begründers, der nach seinem Vater Domenico heißt, aber von Freunden Mimmo genannt wird. Während wir vom Parkplatz zur Olearia San Giorgio liefen, erzählte uns Mimmo, dass die Ölmühle vergangenen Winter mit den Wetterkapriolen zu kämpfen gehabt hatte. Der viele Regen hatte große Teile der Ernte verdorben. Bei dem ohnehin schwierigen und hart umkämpften Markt für Olivenöl eine Katastrophe.

Die Landschaft um die Olearia San Giorgio

Die Landschaft um die Olearia San Giorgio

Bestes Olivenöl aus der Olearia San Giorgio

Mimmo und Jens

Mimmo und Jens


Dennoch hat es der erfahrene Ölmüller in seiner Olearia San Giorgio geschafft, aus der restlichen Ernte so gutes Olivenöl zu produzieren, dass es eine Empfehlung im Magazin Der Feinschmecker erhalten hat. Sein L’Aspromontano und L’Aspromontano bio überzeugten die Experten des Feinschmeckers durch ihre Milde und Süße. Die Aromen von grünen Äpfeln, reifen Pfirsichen und Orangenblüte machen das Olivenöl sogar geeignet für Desserts. Bei einer kleinen Stärkung konnten wir das Olivenöl selbst verkosten und die Entscheidung des Feinschmeckers hundertprozentig nachvollziehen.

Die Geschichte der Olearia San Giorgio

Mimmo mit seinem Olivenöl

Mimmo mit seinem Olivenöl


Mimmo erzählte uns voller Stolz, wie sein Vater Domenico 1940 die verlassene Ölmühle und den Olivenhain bei San Giorgio gekauft hatte. Mit viel Glauben an das Vorhaben und noch mehr Schweiß hatten Domenico und seine fünf Söhne damals die Mühle zum Laufen gebracht. Viel harte Arbeit und auch einige Opfer erlaubten es Domenico nach einigen Jahren, einen Hektar Land zu erwerben. Landbesitzer zu sein, erfüllte ihn und seine Söhne mit Stolz. Trotzdem blieb er bodenständig und arbeitete weiter hart, um die Qualität des Öls ständig zu verbessern. Nach und nach übernahmen seine Söhne mehr Verantwortung. Heute gehört der Familie Land von 140 Hektar Fläche, zu denen auch Hänge im Aspromonte Nationalpark gehören, die dem ausgezeichneten Olivenöl L’Aspromontano BIO den Namen geben.

Stockfisch-Essen

Stockfisch-Essen


Zum Abschluss lud uns Mimmo zum “Stock”, also Stockfisch ein, der in seinem geschätzten Olivenöl gebraten war. Super-super-lecker. Und genau das richtige vor einer Autofahrt, bei der man nicht müde werden sollte.

Vielen Dank an Mimmo für die Führung, das Essen und die Gastfreundschaft!

Vor Ort bei Alfredo Cetrone und seinem Olivenöl Intenso

Die Fahrt zu Alfredo Cetrone

Schon viel Gutes hatten wir von der Frantoio Cetrone in der Region Latium gehört und daher haben wir sie jetzt einmal selbst besucht, um uns einen Einblick in die Arbeitsweise und Philosophie dieser Ölmühle zu verschaffen. In der Kernregion des Römischen Reiches, in Sichtweite des Tyrrhenischen Meeres liegen die Olivenhaine. Während der Fahrt zur Ölmühle durch das malerische mittelalterlich anmutende Städtchen Sonnino kamen wir uns vor wie in einem Bilderbuch über Italien und vor allem Olivenanbau in Italien.

Alfredo Cetrone und Jens Depenau

Alfredo Cetrone und Jens Depenau

Olivenöl Alfredo Cetrone Intenso aus der Region Latium

Als wir dann auf dem Gelände ankamen, kam uns Alfredo Cetrone schon mit offenen Armen entgegen und begrüßte er uns mit dem typisch italienischen Charme. Die Führung verlief zwar etwas hektisch, aber wir waren auch relativ kurzfristig zu ihm aufgebrochen. Signor Cetrone sagte uns voller Stolz, dass seine Familie bereits seit 1860 Olivenöl produzierte. Heute baut er ausschließlich die Sorte Itrana an, die typisch für die Region Latium ist. Sein Ein und Alles ist das Öl Alfredo Cetrone Intenso Die Fröhlichkeit von Alfredo kommt hoffentlich auf den Bildern auch gut rüber.

Alfredo mit seinen Pferden

Alfredo mit seinen Pferden

Ausgezeichnetes Olivenöl Alfredo Cetrone Intenso

Alfredo genießt sein Öl

Alfredo genießt sein Öl


Das Know-how aus fast 150 Jahren und die Wahl der Olivensorte Itrana danken ihm Olivenöl-Tests mit zahlreichen Auszeichnungen. Bereits mehrfach hat beispielsweise das Magazin Der Feinschmecker das Olivenöl Alfredo Cetrone Intenso ausgezeichnet. Sein würziges Öl mit einem Aromahauch von Tomaten, das wir frisch aus der Presse probieren durften, überzeugte auch uns. Erstaunlich, wie unterschiedlich Olivenöle schmecken können. Deutlich konnten wir Noten von Estragon und Basilikum herausschmecken. Während wir versuchten, mit Signor Cetrone Schritt zu halten, verging die Zeit sehr schnell und am Abend verabschiedeten wir uns mit vielen neuen Eindrücken von unserem neu gewonnenen Freund.
Wir aßen das Cetrone-Öl zu frischem Fisch

Wir aßen das Cetrone-Öl zu frischem Fisch

Zu Besuch beim Ölproduzenten des Giancarlo Giannini le Chiuse fra i Cipressi Toscana

700 Jahre Olivenöl aus der Toskana

Giancarlo zeigt seine Olivenhaine

Giancarlo zeigt seine Olivenhaine


Bereits seit über 700 Jahren ist die Familie Giannini im Olivenölgeschäft tätig. Vermutlich gehören sie damit zu den ältesten Olivenöl-Dynastien der Toskana und auch in Italien. Das erzählte uns voller Stolz Giancarlo Giannini bei unserem Besuch vor einigen Tagen. Als wir auf den Hof fuhren, hatten wir schon einige Olivenhaine passiert. Die meisten davon, zumindest die in Sichtweite der Ölmühle, gehören der Familie Giannini schon seit Generationen. Ihre Namen sind wohlklingend wie „Mamma“; „Badia“ und „Vitiano“. Giancarlo selbst produziert seit 40 Jahren Olivenöl und sein Ansatz ist einfach: Perfektion.

Vier regionstypische Olivensorten in der Frantoio Vipiani für das Giancarlo Giannini le Chiuse fra i Cipressi Toscana

Giancarlo mit seinem Olivenöl

Giancarlo mit seinem Olivenöl


Giancarlo ist ein wandelndes Lexikon, wenn es um Oiven und Olivenöl geht. Wenn man mit ihm redet, ist es, als nehme man an einem Seminar teil. Giancarlo erklärte, dass es in jeder Region Italiens unterschiedliche Olivensorten gibt. Einige Sorten werden in vielen Regionen angebaut; andere gibt es nur in einer Region. In seiner Frantoio Vipiani kultiviert er vier typische Sorten der Toskana: Frantoio, Moraiolo, Leccino und Pendolino. Ob die Oliven grün oder schwarz sind, hat gar nichts mit der Sorte zu tun, die schwarzen Oliven sind lediglich schon weiter gereift. Die vier Sorten haben sich für die Familie als ertragreich und wohlschmeckend erwiesen. Klar, bei 700 Jahren Erfahrung hatten sie genug Zeit, das Beste auszuwählen. Dabei sind Giancarlo seine vielen Auszeichnungen gar nicht wichtig. Vielmehr liegt im am Herzen, das Wissen über Olivenöl zu verbreiten. Zu diesem Zweck baut er auch gerade einen Verkostungssalon in seiner Ölmühle Frantoio Vipiani.

Verkostung ausgezeichneter Olivenöle

Giancarlo ist wegen seines enormen Wissens um Olivenöl einer der Panel-Tester für Olivenöle. Bei der Verkostung von Olivenölen kann er für Auszeichnungen sorgen. Selbstverständlich handelt es sich um Blindverkostungen, so dass er nicht wissentlich seine eigenen Öle gut bewerten kann. Wir aber durften seine Öle verkosten. Er gab uns ein Öl ohne Etikett zu kosten und wir waren zunächst sehr enttäuscht von der Qualität. Dann aber erklärte er uns lachend, dass er uns nur testen wollte und dass dies ein Olivenöl aus der 1983er Ernte gewesen war. Danach gab er uns drei seiner Olivenöle zur Verkostung. Besonders das Giancarlo Giannini le Chiuse fra i Cipressi Toscana, bei dem Giancarlo die besten Eigenschaften der oben genannten Olivensorten einbringt, hat uns mit seinem hocharomatischen Geschmack von unreifen Tomaten, Rucola und dem Hauch Minze begeistert. Der Besuch in der Frantoio Vipiano hat sich auf jeden Fall menschlich und in Bezug auf die Erweiterung unseres Wissens in Bezug auf Olivenöl gelohnt!

Gustini vor Ort in der Frantoio Vipiano

Gustini vor Ort in der Frantoio Vipiano

Olivenernte bei Marco Calamai

26. 10. 2009

Mit dem Gustini-Mobil auf dem Weg zu Marco Calamai

Mit dem Gustini-Mobil auf dem Weg zu Marco Calamai

Mit unserem „Gustini-Mobil“ haben wir uns heute auf den Weg zu Marco Calamai gemacht. Von Alatri aus fuhren wir nördlich Richtung Toskana, um Marco Calamai zu treffen. Sein preisgekröntes Olivenöl haben wir seit einigen Monaten im Sortiment und wollten ihn nun persönlich kennenlernen. Nach 300 km auf der A1 Autostrada del Sole nahmen wir die Abfahrt Firenze-Certosa und trafen uns nach dem Abendessen mit Marco Calamai. Er kam in einem grünen Jeep angefahren, der großzügig mit Schlamm dekoriert war. Seine Brille ließ in intellektuell wirken und seine ständige Begleiterin, eine Zigarre, wies in als Lebemann aus. Freundlich begrüßte er uns in seiner Arbeitskluft.

Marco Calamai und ich

Marco Calamai und ich

Villa Monteoriolo von Marco Calamai

Während uns Marco Calamai über sein „Anwesen“ führte, erzählte er uns allerhand über die Geschichte seiner Ölmühle. Nebenbei hörten wir immer wieder heraus, dass im Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit sehr wichtig sind. Betrügereien von Restaurants, die schlechtes Olivenöl verwenden und Produzenten, die schlecht arbeiten, sind ihm zuwider. Sein Haus, genannt Villa Monteoriolo (wie das Öl), wurde von seinen Vorfahren im 18. Jahrhundert erbaut. Antike toskanische Möbel bilden in dem alten Haus ein stimmiges Ensemble. In einer kleinen Kapelle, die zum Haus gehört, wurden Marco Calamai und seine Frau Eleonora getraut. Wir entdeckten Gräber seiner Vorfahren, darunter solche mit Kindern von acht und neun Jahren aus dem 19. Jahrhundert.

Gianni, einer der Erntehelfer.

Gianni, einer der Erntehelfer.


In dem Haus sind auch die Ölmühle und ein Zitronenlager ("la limonaia") untergebracht. Das Haus wird heute mit Ferienwohnungen an Toskana-Besucher vermietet. Der Blick auf die Chianti Classico-Hügel und eine nur sieben Kilometer weite Busfahrt bis Florenz machen die Ferienwohnungen attraktiv.

Von Hand werden die Oliven sorgsam gepflückt

Von Hand werden die Oliven sorgsam gepflückt

Olivenernte bei Villa Monteoriolo

Marcos Erntehelfer kommen alle aus umliegenden Dörfern. Die alten Herren, ausschließlich Rentner, sind eine lustige Truppe. Ständig einen Scherz auf Lager und mit Spaß an der Arbeit. Gianni, Roberto, Paolo, Benedetto und wie sie alle hießen, arbeiten während der Olivenernte nicht nur zusammen, sondern essen auch während der Pausen gemeinsam und schwelgen in Erinnerungen an früher.

Aldo half auch hier bei der Ernte.

Aldo half auch hier bei der Ernte.


Übrigens werden die Erntehelfer ausschließlich in Olivenöl bezahlt. Von dem Öl aus den von ihnen gepflückten Oliven erhalten sie 5 %. Das hat sehr erstaunt, aber wieder einmal bewiesen, wie sehr die Menschen dort ihr Olivenöl lieben. Stolz präsentierte uns Marco seinen neuen Traktor, den er letztes Jahr gekauft. Er fährt damit alle 2 Stunden eine Runde uns sammelt die Oliven von den Erntehelfern auf der Ladefläche ein.

Olivenöl von Calamai

Selbstverständlich durften wir auch das ganz frische Novello-Olivenöl bei Marco Calamai probieren. Auf frischem Brot ist das immer wieder ein frisch schmeckender Genuss. Noten von frischen Äpfeln, leicht scharfe Rucola-Noten und würziger Salbei und Minze konnten herausgeschmeckt werden. Es gibt nichts Besseres als das frische Öl auf Brot, aber auch auf Salat schmeckt es hervorragend, wie uns das Abendbrot mit Marco und seiner Familie zeigte.

Herzlichen Dank an Marco und seine Familie für die tolle Gastfreundschaft. Wir haben es sehr genossen und freuen uns schon sehr auf den nächsten Besuch!

Olivenernte bei Americo Quattrociocchi

24. 10. 2009

Fahrt nach Alatri in Latium

Von der Region Emilia-Romagna, wo sich die Acetaia Giusti befindet, haben wir uns heute auf den Weg in die Region Latium gemacht. Dort ist seit über 100 Jahren die Ölmühle Frantoio Quattrociocchi angesiedelt. Rund um die Kleinstadt Alatri liegen die Olivenhaine der Familie, die sich seit 1888 der Herstellung von Olivenöl verschrieben hat. Über kurvige Bergwege, vorbei an den silbern schimmernden Olivenhainen, fanden wir den Weg zur Frantoio Quattrociocchi. Dort erwartete uns ein üppiges Mahl, das von Maria Theresa, der Mutter von Americo zubereitet worden war. Eine einzigartige Gastfreundschaft, die man so wohl nur in Süditalien findet. Noch nie sind wir so liebevoll umsorgt und bewirtet worden wie von Americos Familie.

Americo und ich in einer Erntepause

Americo und ich in einer Erntepause

Mittagessen bei Americo Quattrociocchi

Als Vorspeise wurde uns ein üppiger Antipastiteller präsentiert, u.a. mit frischem Büffelmozzarella. Als Primi gab es eine Stracciatella-Suppe, die nur sehr wenig mit dem gleichnamigen Eis zu tun hat. Benannt ist sie nach den zerrupft aussehenden Ei-Stückchen. Außerdem enthielt sie Hühnchen und Parmesan. Der andere Primo waren Canelloni mit einer pikanten Fleischfüllung. Satt waren wir eigentlich schon nach den Antipasti, aber zum krönenden Abschluss gab es zum Espresso noch einen Kuchen, in dem statt Butter Olivenöl verwendet worden war. Für uns Deutsch unvorstellbar, aber in den Olivenanbaugebieten ist das wohl gang und gäbe. Vielen, vielen Dank noch einmal an Maria Theresa und ihre großzügigen Kochkünste! Wir fühlten uns ehrlich wie in dem Film „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“

Aldo erfüllte sich einen Kindheitstraum

Aldo erfüllte sich einen Kindheitstraum

Olivenernte bei Quattrociocchi

Frisch gestärkt gingen wir dann zu den Olivenhainen, um uns den Ablauf der Ernte anzusehen. Die Erntehelfer werden in Grüppchen zu drei bis vier Personen aufgeteilt. Jede Gruppe nimmt sich nach und nach einen Baum vor. Sie spannen ein Netz unter den Baum, in das die Oliven fallen. Mit kammartigen Werkzeugen werden die Oliven vom Baum gepflückt. So werden sie im Gegensatz zur maschinellen Ernte nicht verletzt. Bei größeren Bäumen muss auch mal ein Helfer auf eine Leiter klettern, um an die oben wachsenden Oliven zu gelangen.

Olivenernte bei Quattrociocchi

Olivenernte bei Quattrociocchi

Wenn ein Baum abgeerntet ist, werden die Oliven aus dem Netz gesammelt und in Kisten gefüllt. Wenn das Gelände es zulässt, werden diese Kisten mit einem Traktor abgeholt. Bei unwegsamem Gelände müssen sie zur Straße getragen werden. Der Traktor bringt die frisch geernteten Oliven entweder zu einem an der Straße wartenden Lastwagen oder direkt zur Ölmühle, wo dann das Olivenöl herausgepresst wird.

Bei der Arbeit.

Bei der Arbeit.

An dieser Stelle möchten wir noch einmal ein herzliches Mille grazie an Americo und seine Familie senden und vielen Dank für die Gastfreundschaft sagen. Nach einem köstlichen Abendessen fuhren Aldo und ich in unsere Unterkunft. Morgen schauen wir uns dann an, wie aus den Oliven das preisgekrönte Olivastro-Olivenöl gepresst wird.

In diese Kisten kommen die gepflückten Oliven.

In diese Kisten kommen die gepflückten Oliven.

alle Erntehelfer von Quattrociocchi

alle Erntehelfer von Quattrociocchi