„Paprika" - passende Beiträge

Peperoncini

Peperoncini aus Italien

Wer es gern pikant in der Küche mag, der kommt um den Einsatz von Peperoncini beim Kochen nicht herum. Peperoncini ist die italienische Bezeichnung für Chilischoten, lateinische Capsicum annuum. Wie viele andere Nachtschattengewächse (Kartoffel, Tomaten, Tabak) kam es aus der Neuen Welt nach Europa. Durch die ähnliche Schärfe wie Pfeffer entstanden in Europa neue Namen für die Pflanze: Paprika, Pfefferone, Peperoni, Peperoncino. In Italien werden Peperoncini besonders im Süden angebaut. Speziell Kalabrien ist für seine scharfe Küche bekannt, in der viele Peperoncini zum Einsatz kommen.

Peperoncini sott’olio und Peperoncini ripieni

Peperoncini

Peperoncini

Peperoncini kann man frisch oder getrocknet kaufen. In Kalabrien hängen in den Dörfern oft getrocknete Peperoncini in Dolden vor den Häusern. Die intensiv roten Schoten sind ein beliebtes Fotomotiv. Aber selbstverständlich werden die Peperoncini selten roh gegessen, sondern gefüllt oder in Öl eingelegt. In Öl eingelegt findet man sie dann als Peperoncini sott’olio im Laden. Gefüllte Peperoncini heißen Peperincini ripieni. Davon haben wir viele Varianten in unserem Shop: Gefüllte Peperoncini aus Kalabrien, gefüllte Peperoncini mit Sardellen und Kapern, gefüllte Peperoncini mit Thunfisch und Peperoncini ripieni mit Nduja, einer süditalienischen scharfen Wurstspezialität.

Penne all'arrabbiata mit Peperoncini

Penne all'arrabbiata mit Peperoncini

Peperoncini in Pastasaucen

Peperoncini kann man aber auch für die Zubereitung von Pastasaucen verwenden. Unverzichtbar sind sie in Penne all’arrabbiata, dessen Rezept sie in unserer Sammlung finden. Im Sommer regen die scharfen Schoten den Kreislauf an und verschaffen so Abkühlung. Im Winter wärmen sie von innen und machen durch ihre Schärfe die Nase frei. Mal davon abgesehen sind sie für Schärfe-Fans das Beste, was es überhaupt gibt.
Mir läuft beim Schreiben schon das Wasser im Mund zusammen. Ob es Ihnen beim Lesen und Betrachten der Bilder wohl auch so geht?

Peperoncini im Garten von Americo Quattrociocchi

Peperoncini im Garten von Americo Quattrociocchi

Die Provinz Chieti in Abruzzen

Die Lage der Provinz Chieti

Die Provinz Chieti mit ihrer gleichnamigen Hauptstadt liegt in der italienischen Region Abruzzen an der Ostküste Mittelitaliens. Im Südosten grenzt die Provinz L’Aquila und die Region Molise an, im Nordosten die Provinz Pescara und die Adria. Die westliche Grenze bildet das weithin sichtbare Maiella-Massiv, dass von den Einwohnern der Provinz auch als la montagna madre (das Muttergebirge) bezeichnet wird.

Dank der Lage am Meer ist der Osten bekannt für seine Fischproduktion. Die bekanntesten Küstenorte sind Francavilla al Mare, Ortona, Vasto und San Salvo. Auch das restliche Gebiet der Provinz Chieti ist landwirtschaftlich geprägt: So gibt es weite Oliven- und Obsthaine sowie Weinberge.

Die Provinzhauptstadt Chieti

Chieti im Herbst

Chieti im Herbst


Die Provinzhauptstadt Chieti ist eine Kleinstadt mit ca. 55.000 Einwohnern. Die Universitätsstadt liegt nur 15 km von der Adria entfernt und bietet so Strandurlaubern ein willkommenes Ziel, wenn das Wetter oder die Laune nicht nach baden stehen. Die Altstadt Chietis heißt Chieti Alto, was nicht etwa „altes Chieti“, sondern „hohes Chieti“ bedeutet, denn sie liegt auf einem Berg oberhalb des Flusses Pescara.
Blickfang der Altstadt ist der Dom aus dem 13. Jahrhundert, der im Innern barock ausgestattet ist. Wer mehr über die Geschichte und das kulturelle Erbe der Abruzzen erfahren möchte, der sollte das Museo Archeologico Nazionale d’Abruzzo unbedingt besuchen. Berühmt ist die 2,70m hohe Kriegerstatue aus vorrömischer Zeit, die hier ausgestellt ist.

Rezept aus Chieti

Ein überliefertes Rezept aus der Provinz Chieti ist Brodetto Alla Vastese (=Fischeintopf nach Art von Vasto), das also genauer gesagt aus der Stadt Vasto an der Adriaküste stammt. Nicht überraschend enthält es viele Arten von Fisch. Für 6 Personen werden 1,5 kg Fisch benötigt: Dorsch, Rotbarbe, Seezunge, Grundel, Katzenhai, Rochen, Tintenfische oder Sepien, Rotbarsch, Petermännchen, Himmelsgucker (Uranoscopus scaber), Garnelen, Heuschreckenkrebse, Riff-Fischen. Außerdem werden 1,2 kg Tomaten, 200ml Olivenöl, ½ lange Paprika, 2 Knoblauchzehen, Petersilie und Salz nach Belieben benötigt.
Die Fische werden gereinigt, die Tomaten und das Gemüse in einer Pfanne gekocht und vermischt, dann nach und nach die Fische und Meeresfrüchte hinzugegeben; zunächst die Meeresfrüchte (außer Garnelen), dann die Weichtiere (außer den kleinen Tintenfischen, die erst am Schluss hinzugefügt werden), dann die weniger harten Fische (Grundel, Himmelsgucker, Rochen) und schließlich Dorsch und Rotbarbe.
Dann alles zusammen in der zugedeckten Pfanne ca. 15 min kochen ohne den Fisch zu berühren.

Sombreroni Pasta

Sombreroni handgemacht

Bei unserer letzten Reise durch Italien machten wir auch in der Pastificio Marella Halt. In dieser apulischen Pasta-Manufaktur werden Sombreroni und andere Nudelformen noch handgemacht. Sombreroni sind hohle Nudeln in Form von Sombrero-Hüten. Sie werden – ähnlich wie Tortellini oder Ravioli – gefüllt. Mit Ricotta und Spinat, mit Fleisch, mit Pesto; wonach dem Genießer der Sinn steht. Mit sehr viel Geschick formen die Frauen der Familie Marella die kleinen Hüten von Hand. Durch ihre lange Übung geht das sehr schnell und sieht sehr einfach aus. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass es gar nicht so leicht ist.

Nada formt die Sombreroni

Nada formt die Sombreroni

Bunte Sombrero Nudeln

Die Sombrero Nudeln von Marella haben aber noch eine Besonderheit: Sie sind bunt. Und mit „bunt“ meine ich richtig bunt. Fünf Farben in jeder Nudeln; das muss erstmal ein anderer Nudelhersteller nachmachen. Oder besser doch nicht, denn dann verliert Marella sein Markenzeichen. Für die bunten Sombrero Nudeln verwendet der Familienbetrieb selbstverständlich nur pflanzliche Farbstoffe, bis auf das Schwarz, das aus Sepia-Tinte hergestellt wird. Paprika, Kurkuma, rote Beete und Spinat bilden die Grundlage für die bunten Streifen der Sombrero Nudeln.

Vor Ort bei Marella

Vor Ort bei Marella

Sombrero Hüte von Marella aus Apulien

Dass der Familienbetrieb Marella ausgerechnet in Apulien angesiedelt und erfolgreich ist, kommt nicht von ungefähr. Bereits in der Antike galt Apulien als Kornkammer, denn Getreide gedeiht in dieser Region besonders gut. Der gute italienische Hartweizen wird auch von Marella für ihre Nudeln verwendet. Ob Sombrero-Hüte, Korallen, Farfalle oder die vielen weiteren Pastaformen: Hartweizen gehört für Marella hinein und die bunten Farben dürfen nicht fehlen. Dann ist die Marella-Kreation aus Apulien perfekt.

Sombreroni

Sombreroni

Delizie di Calabria

Scharfe Spezialitäten aus Kalabrien

Kalabrien im Süden Italiens ist vermutlich die Region mit der schärfsten Küche des Landes. Wie in vielen anderen warmen Ländern der Erde werden scharfe Gewürze seit Urzeiten dafür verwendet, um die Körpertemperatur der Bewohner zu regulieren. Dieses wissenschaftliche Phänomen schlägt sich in allerlei scharfen Spezialitäten nieder: Nduja ist eine weiche Salami aus Schweinefleisch, die mit Chili verfeinert wird. Überhaupt wird Chili (ital.: peperoncino) in allen erdenklichen Lebensmitteln verarbeitet. So gibt es neben vielen anderen scharfen Spezialitäten auch eine Chili-Konfitüre. Die meisten dieser pikanten Köstlichkeiten werden von Delizie di Calabria produziert.

delize_peperoni

Peperoni Delizie aus Kalabrien

Delizie di Calabria (also aus Kalabrien) ist ein landwirtschaftlicher Betrieb, der vor allem Chilischoten anbaut. Weite Felder von verschiedenen Paprikasorten, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Die Peperoni verarbeitet Delizie aus Kalabrien zu Gewürzmischungen, zur bereits erwähnten Konfitüre, füllt sie mit Käse, kreiert scharfes und rotes Pesto und stellt vielerlei andere scharfe Dinge damit an. Bei der Verkostung all dieser Köstlichkeiten (=Delizie) kamen wir ganz schön ins Schwitzen!

Cipolla Rossa di Tropea Zwiebel-Konfitüre

Eine weitere kalabrische Spezialität ist die Zwiebel-Konfitüre aus den Zwiebeln der Sorte Cipolla Rossa di Tropea. Das sind relativ große rote Zwiebeln, die seit der Besiedlung durch die Phönizier in einigen wenigen Provinzen Kalabriens kultiviert werden. In den Dörfern, in denen sie angebaut werden, hängen die dicken Zwiebelzöpfe an vielen Häusern als Schmuck. Anders als viele andere kalabrische Spezialitäten ist die Zwiebel-Konfitüre aber nicht scharf, sondern süßlich. Man isst sie auf Bruschetta oder auch als Sauce zu Käse wie Parmesan oder Grana Padano.

Dolcezza di Cipolla Rossa

Dolcezza di Cipolla Rossa