„Piennolo" - passende Beiträge

Abschlussbericht zum Projekt: Piennolo-Tomaten im Selbstanbau

Wohl kein grüner Daumen…

Es wird langsam Zeit, mal wieder etwas zu meinem Projekt zu schreiben, bei dem ich versucht habe, Piennolo-Tomaten selbst anzubauen. Im Februar hatte ich damit begonnen, einige im Internet erstandene Samen zum Keimen zu bringen. Schon da war nur ein Bruchteil der Samen aufgegangen. Nach dem Erwerb von etwas Vulkanerde wurden die Keimlinge dann eingepflanzt und weiter beobachtet. Die Pflanzen wuchsen zwar unterschiedlich schnell (eine ist jetzt 150 cm hoch, die andere nur 75 cm), aber immerhin wuchsen sie. Auch Blüten entwickelten sich ganz prächtig. Leider blieb es aber dabei. Die Blüten kamen und gingen, aber keine Tomaten bildeten sich. Sehr enttäuschend. Ich weiß nicht, woran es lag – fehlen italienische Bienen? Bei Wikipedia finde ich keine Informationen, ob die sich selbst bestäuben oder nicht.

Piennolo-Blüte

Piennolo-Blüte

Was waren noch mal Piennolo-Tomaten?

Piennolo-Tomaten sind eine seltene Sorte der Tomaten (von denen es übrigens über 2500 gibt), die nur in Kampanien im Süden Italiens für den kommerziellen Gebrauch gezüchtet wird und werden darf. Am Fuße des Vesuvs bauen vor allem Rentner die dickschaligen Tomaten in ihren Gärten an. Die Pflanzen werden nicht künstlich bewässert, so dass auch das Aroma nicht verwässert wird und die Piennolo-Tomaten einen besonders kräftigen Geschmack haben. Aus demselben Grund halten sie sich auch sehr lange und werden von den Einheimischen bis Weihnachten auf dem Dachboden hängend gelagert. Für die Zubereitung von aromatischen Saucen sind sie ideal.

Ich werde meine Saucen aber weiter von Sapori Vesuviani beziehen, denn als Tomatenzüchter bin ich wohl ungeeignet.

Projekt Piennolo-Tomaten, Tag 15

Einsetzen in die Erde

Vor einigen Tagen hatte ich über das Keimen der Piennolo-Samen geschrieben. Inzwischen habe ich mir auch Vulkanerde besorgt (aus einem bekannten Auktionshaus im Internet). Dann habe ich den Blumenkasten aus dem Garten hereingeholt, der vollkommen durchgefroren war. Nachdem die Erde einigermaßen aufgetaut war, habe ich sie im Ofen gebacken, um jegliche Keime abzutöten. Diese Methode hatte ich auch aus dem Internet. Dann habe ich die Vulkanerde unten in den Kasten gefüllt und die Blumenerde darauf. Die Vulkanerde war so krümelig steinig und ich geh mal davon aus, dass auch in Kampanien auf dem Vulkanboden „normale“ Erde ist. Zwei der Keimlinge hatten ja schon Blätter, wie man auf dem Foto sehen kann. Später werde ich sie bestimmt noch einmal umtopfen müssen, denn der Blumenkasten ist doch recht klein.

Einer der zwei bereits sichtbaren Keimlinge.

Einer der zwei bereits sichtbaren Keimlinge.

Paolo Barrale und Gentile Pasta – Qualität aus Kampanien

Die Messe MIA in Rimini

Unser Mitarbeiter Aldo aus Sizilien war in den letzten Tagen auf der MIA in Rimini unterwegs, um berühmte Küchenchefs und Erzeuger zu treffen und sich von ihnen die neusten Trends zeigen zu lassen. Da sein Deutsch noch nicht perfekt ist, darf ich über seine Erlebnisse berichten. Auf der Messe traf Aldo Alberto Zampino von der Pastificio Gentile, deren Produkte wir seit einiger Zeit im Sortiment haben. Dieser erzählte ihm, dass der bekannte Sternekoch Paolo Barrale auf der Messe sei und mit seinen Gentile-Produkten Kochvorführungen veranstalte. Die beiden schauten sich das Spektakel an.

Der Strand in Rimini - im Winter nicht ganz so überfüllt.

Der Strand in Rimini - im Winter nicht ganz so überfüllt.

Pastificio Gentile und das Projekt „Campania Gold“

Im Gespräch erfuhr Aldo, dass Alberto Zampino von Gentile an einen Projekt beteiligt ist, dass sich “Campania Gold” nennt. Ziel des Projektes ist es, die Spezialitäten und Meisterstücke der Region Kampanien, zu denen u.a. die Piennolo-Tomaten und die Pasta aus Gragnano gehören, in den Spitzenrestaurants auf die Teller zu bringen. Mit einer goldenen Karte bekommt man Rabatte und wird zu besonderen Veranstaltungen in Spitzenrestaurants und hochklassige Hotels eingeladen. Während dieser exklusiven Veranstaltungen lernt man Küchenchefs der Region und ihre Kochkünste kennen, darf an Verkostungen teilnehmen und z.B. an Führungen in Weinkellereien teilnehmen.

Paolo Barrale kocht Paccheri alla napoletana

Paolo Barrale kocht Paccheri alla napoletana

Paolo Barrale – der Sternekoch

Aldo durfte dann Paolo Barrale beim Kochen zuschauen, der selbstverständlich mit Gentile-Pasta kochte. In diesem Fall die Sorte Paccheri, über deren Geschichte ich bereits berichtet habe. Paolo Barrale ist der Chefkoch in dem berühmten Restaurant Marennà. Bereits nach drei Jahren erhielt er einen der begehrten Michelin-Sterne. Auch von anderen Instanzen wie Espresso, Gambero Rosso, Touring Club und Veronelli erhielt er höchste Auszeichnungen. Im Marennà hat Paolo Barrale übrigens die Nachfolge von Heinz Beck, dem bekannten deutschen Koch angetreten. Aldo erfuhr auch, dass das Marennà früher nur einem exklusiven Kreis offen stand, aber heute für jeden, der Wert auf ausgezeichnete Küche legt, offen ist.

Projekt Piennolo-Tomaten im Selbstanbau, Tag 10

Die Samen keimen

Vor 10 Tagen habe ich angefangen, über mein kleines Projekt zu berichten, in dem ich die dickhäutigen Piennolo-Tomaten selbst zu ziehen versuche. Inzwischen haben einige der Samen angefangen zu keimen und kleine Wurzelchen zeigen sich. Da es auf der Fensterbank etwas kühl ist, habe ich sie in ihrem Schälchen auf die Heizung gestellt. Das gefiel ihnen wohl ganz gut und sie haben daher wohl ausgetrieben. Ich werde aber mal noch warten, ob die anderen Samen auch noch ihre Schüchternheit überwinden und dann werde ich mich auf die Suche nach der passenden Erde machen. Dann melde ich mich wieder…

Die Tomatensamen bilden kleine Wurzeln aus

Die Tomatensamen bilden kleine Wurzeln aus

Projekt Piennolo-Tomaten im Selbstanbau, Tag 1

Piennolo-Tomaten

Bevor wir letztes Jahr Piennolo-Tomaten ins Sortiment genommen haben, waren sie mir noch kaum ein Begriff. Doch auf der Reise nach Kampanien lernte ich die kleinen Tomaten kennen, die an den Hänge des Vesuvs wachsen und eine besonders dicke Schale und einen geringen Wassergehalt haben. Auf dem Dachboden unseres Tomatenbauern Pasquale Imperato sah ich die Trauben hängen, in denen die lange haltbaren Tomaten zur Lagerung aufgehängt werden. Von Pasquale erfuhr ich auch, dass die Piennolo-Tomaten sich von der Ernte im Spätsommer bis Weihnachten halten und dann als Delikatesse genossen werden. Mein Interesse war geweckt. Irgendwann kam ich dann auf die Idee, einen Versuch des Anbaus zu starten. Besonders aussichtsreich ist es nicht, denn mit einem Klima wie an den Hängen des Vesuvs kann ich weder in meinem Gärtchen noch in der Fensterbank dienen, aber einen Versuch ist es wert.

Kauf der Samen und Warten

Doch zunächst musste ich an die Samen kommen, denn die gibt es nicht in jedem Gartenmarkt zu kaufen. Erst überlegte ich, die Samen der Dosentomaten aufzuheben, aber das war mir dann doch eine zu große Sauerei. Bei Recherchen im Internet stieß ich auf einen Shop in der Schweiz, der alle möglichen Arten von Tomaten und Paprika verschickt. Dort bestellte ich – im September, glaube ich – ein Tütchen Samen und begann zu warten. Auf der Seite stand, dass die Auslieferung erst im Dezember oder gar Januar beginnen würde. Das fand ich seltsam, vertraute aber darauf, dass alles mit rechten Dingen zugehen würde. So teuer waren die Samen auch nicht gewesen und der Verlust hätte nicht allzu sehr geschmerzt.

Anfang Januar, ich hatte es schon fast wieder vergessen, hatte ich Post aus der Schweiz. Es sah aus wie ein ganz normaler Brief und ich grübelte auf dem Weg vom Briefkasten ins Haus, wen ich in der Schweiz kenne. Als ich den Brief dann öffnete, fiel mir wieder ein, dass die URL auf „.ch“ geendet hatte. Dann musste ich erstmal wieder recherchieren, wann man die eigentlich aussät. Die Quellen im Internet stimmten überein, dass ungefähr Mitte Februar ein guter Zeitpunkt sei. Daher habe ich heute einige der Samen zusammen mit ein paar Lagen Taschentuch in ein kleines Schälchen gegeben, mit Wasser benetzt und warte jetzt darauf, dass sie keimen.

Wenn es dann soweit ist, werde ich sie in Erde geben. Ich überlege, ob ich mir irgendwo Vulkanerde besorgen sollte, aber ich weiß bisher nicht, wo. Falls es jemand weiß, bitte im Kommentar posten.