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Echter Parmesan

Parmesan – das ist für viele Menschen ein Zeichen für italienische Essenskultur. Einfach etwas geriebenen Hartkäse über die Nudeln streuen und schon kommt einem das Essen viel italienischer vor. Echter Parmesan oder Parmigiano Reggiano, wie er auf Italienisch heißt, ist aber nicht mit jedwedem Hartkäse gleichzusetzen. Zwar hat sich die Bezeichnung „Parmesan“ im allgemeinen Sprachgebrauch für geriebenen Hartkäse durchgesetzt, aber richtig ist es deshalb noch lange nicht. Die EU versucht durch Verordnungen gegen solcherlei Verallgemeinerungen anzugehen, um die kulinarisch-regionalen Eigenheiten der Mitgliedsstaaten zu schützen. Aber ebenso, wie viele Menschen nicht zwischen Marmelade und Konfitüre nach EU-Verordnung von 1982 zu unterscheiden wissen, ist die EU-Sprachregelung für Parmesan ein Kampf gegen Windmühlen.

Parmesan oder Parmigiano Reggiano

Parmesan oder Parmigiano Reggiano

Woran erkenne ich echten Parmesan?

Da der geneigte Leser aber bereits eine Affinität zu italienischen Lebensmitteln hat, kann ich doch hoffen, dass diese Aufklärungsarbeit Früchte tragen wird. Echten Parmesan aus Italien erkennt man leider nicht immer am Etikett. Supermärkte scheuen nicht davor zurück, den ebenfalls aus Italien stammenden Grana Padano als Parmesan zu verkaufen, weil der Name geläufiger ist. Damit verstoßen sie zwar gegen EU-Recht, denn beide Käsesorten sind in ihrer Herkunft, Herstellung und im Namen durch das DOP-Siegel geschützt, aber wer wird denn Anzeige erstatten?

Grana Padano DOP

Grana Padano DOP


Echten Parmesan erkennt man beim großen Laib und auch bei den Einzelstücken an der Prägung in der Rinde. Dort ist „Parmigiano Reggiano“ zu lesen. Da der Schriftzug wiederholt um den gesamten Laib läuft, ist auch bei einem Stück der Name zu erahnen. Bei Grana Padano hingegen ist die Schrift von parabelförmigen Mustern durchzogen.

DOP-Siegel

DOP-Siegel


Auf der Verpackung findet man außerdem – wie bei anderen Käsesorten wie Gorgonzola oder Mozzarella di bufala – das rot-gelbe DOP-Siegel. DOP bedeutet „Denominazione di Origine protetta“ und entspricht dem deutschen „geschützte Ursprungsbezeichnung“. Durch die Kennzeichnung des echten Parmesans mit diesem Siegel sollte gewährleistet sein, dass er nach traditionellen Methoden in seiner Ursprungsregion hergestellt wurde.

Ob Sie dann Parmigiano von 36-monatiger Reifezeit oder sogar 72-monatiger Reife bevorzugen, ist Ihnen überlassen. In unserem Shop können Sie beide bestellen. Übrigens steht ein Grana Padano DOP einem Parmesan geschmacklich in nichts nach. Probieren Sie selbst!

Parmigiano Reggiano – beliebt als „Parmesan“

Wohl DER bekannteste italienische Käse: Parmesan

Mit ziemlicher Sicherheit kann man wohl behaupten, dass Parmesan der bekannteste italienische Käse überhaupt ist. Dicht gefolgt von Mozzarella vielleicht. Dabei hat sich im deutschen Sprachgebrauch „Parmesan“ als Oberbegriff für jedweden Reibekäse etabliert. Etwas schade, wie ich finde, denn damit drängt er den ebenso guten Grana Padano in den Hintergrund. Italiener und besonders die aus der Po-Ebene, von wo der Grana Padano stammt, würden sich wohl die Haare raufen. In Italien gibt es dieses Problem auch nicht, denn mit amtlichem Namen heißt der Parmesan Parmigiano Reggiano und ist mit dem DOP-Siegel vor Nachahmung geschützt. Aber da sich Parmesan in Deutschland quasi von selbst verkauft, schrecken auch Supermärkte nicht davor zurück, Grana als Parmesan zu etikettieren.

Ein sieben Jahre gereifter Parmesan

Ein sieben Jahre gereifter Parmesan

Geschichte und Herstellung des Parmesan

Parmesan wird schon bereits seit mindestens 800 Jahren hergestellt. Er ist einer der mönchischen Erfindungen des Mittelalters, als es keine Kühlschränke gab und überschüssige Milch irgendwie haltbar gemacht werden musste. Etwa 16 Liter Milch benötigt man für ein Kilogramm Käse. In großen Kupferkesseln wird morgens die Milch der Morgenmelkung zur Milch des Vorabends gegeben. Einen Tag später wird der Rahm abgeschöpft und die Milch in den Kesseln erwärmt. Die Gerinnung leitet man mit Kälberlab ein. Ein spino genanntes Ballonsieb wird verwendet, um die teilweise erhärtete Masse wieder in kleine Teile zu zerbrechen. Der entstandene Bruch wird erneut auf 33-34°C erwärmt, so dass etwas Wasser verdampfen kann. Danach sinkt das Käsegranulat auf den Boden des Kupferkessels, von wo es mit riesigen Tüchern herausgehoben wird. Zwei starke Männer sind für diesen Arbeitsschritt nötig. Die übrig bleibende Molke wird als Schweinefutter für die Schweine verwendet, aus denen später Parmaschinken gemacht wird. Mit den Tüchern wird der Käsebruch in runde Formen gegeben, wo er zwei weitere Tage ruht. In dieser Zeit kann mehr Molke ablaufen und der Käser erhärtet sich ein wenig. Anschließend wird die Masse drei Wochen lang immer wieder in Salzlake getaucht, dessen Salz ihr Geschmack gibt und die Haltbarkeit erhöht. Zum Schluss wird der Käse aus den Formen gelöst und mindestens 12 Monate, meist aber zwei bis sechs Jahre, in Kellern oder Lagerräumen auf enorm hohen Regalen gelagert. In der Reifezeit wird er immer wieder gewendet und gesäubert. Schimmlige Laibe werden aussortiert. Und nur die Laibe, die am Ende die strenge Prüfung überstehen, dürfen als Parmigiano Reggiano DOP in Italien und im Ausland verkauft werden. Bei geringen Fehlern kann er als bereits geriebener Käse ohne diese Bezeichnung in den Handel gelangen.

Grana Padano DOP

Grana Padano DOP Verwendung

Bei unserer Reise in die Heimat des Grana Padano DOP hatten wir die Ehre, mit einem Vertreter des Consorzios zu speisen und so mehr über die Verwendung von Grana Padano DOP zu erfahren. Am bekanntesten in Deutschland ist wohl die Verwendung als Reibekäse, wie es auch mit dem südlicheren Vertreter aus der Region um Parma üblich ist. Dass der körnige Käse aber sehr viel vielseitiger eingesetzt werden kann, zeigte uns schon der Blick auf die Menüs. Die Küchenchefs der verschiedenen Restaurants kreiierten Körbchen aus Grana Padano DOP, verwoben feine Käsefäden zu Nestern und karamellisierten Scheiben des traditionsreichen Käses. Sie zeigten uns, dass Grana Padano DOP nicht nur hervorragend schmeckt, sondern auch optisch variantenreich einsetzbar ist.

Grana Padano DOP als Dessert

In den teilweise sehr umfangreichen Menüs (wovon ich das im Il Plàtina bereits vor einigen Tagen beschrieben habe) war in beinahe jedem Gang Grana Padano DOP verwendet worden. In zwei Restaurants fand sich Grana Padano DOP im Eis zum Dessert, mit etwas unterschiedlichem Ergebnis. Wir waren von vornherein skeptisch, denn der Gedanke an „Käse-Eis“ war uns doch etwas gewöhnungsbedürftig. Der erste Küchenchef servierte seine Kreation auf Birne mit Aceto balsamico. Da es uns um die Verwendung von Grana Padano DOP ging, probierten wir das Eis zunächst pur, was ein Fehler war. Das Käsearoma war einfach zu streng. Aber in Verbindung mit der erfrischenden Birne war es dann doch ein Genuss. In dem anderen Ristorante wurde uns Eis von Grana Padano DOP nur mit Aceto balsamico serviert. Obwohl uns der pure Geschmack am Vortag nicht gefallen hatte, wollten wir es uns nicht nehmen lassen zu sehen, wie der hiesige Küchenchef damit umgegangen war. Überraschenderweise war hier das Aroma sehr viel weniger aufdringlich. Das Sahne-Eis war solo angerührt worden und Käseraspeln im Nachhinein hineingegeben worden. Der Beweis, dass Grana Padano DOP sich auch zur Zubereitung von Desserts eignet.

Crisps aus Grana Padano DOP

Crisps aus Grana Padano DOP

Grana Padano DOP Rezepte

Einige der Rezepte für Grana Padano DOP haben wir Ihnen aus Bella Italia mitgebracht. Eine Variation ist die foie gras (fette Leber) mit geriebenem Grana Padano DOP. Passend zur herbstlichen Jahreszeit wird sie mit Kürbisrisotto angerichtet. Überhaupt fiel uns auf, dass die Küchenchefs vorbildlich Gemüse und Obst der Saison in ihren Rezepten verarbeiteten. Wie die Nester und Körbchen aus Grana Padano DOP zubereitet werden, wollten uns die Küchenchefs nicht verraten, aber wir haben ein anderes raffiniertes Rezept für Sie, mit dem Sie Ihren Antipastiteller um eine ausgefallene Komponente erweitern können: Grana Padano Crisps. Purer Käse, zu Chips gebacken. Laut Rezept mit Aceto Balsamico zu genießen, aber die Crisps lassen sich auch hervorragend in unsere Saucen zum Käse tunken.