„San Marzano" - passende Beiträge

Piennolo Tomaten

Piennolo Tomaten – eine Spezialität aus Kampanien

Eine besondere Spezialität, die von den Neapolitanern verehrt wird, ist die Piennolo Tomate. Die Tomaten mit der ungewöhnlichen Form, die wegen ihrer Spitze am Blütenende an Zitronen erinnert, wächst ausschließlich an den Hängen des Vesuvs, wo der Boden besonders fruchtbar ist. Die reifen Früchte sind von einer kräftig roten Farbe, die Nuancen von Pink aufweisen kann. Der Name Piennolo leitet sich von pendolo (dt. Pendel) ab, was mit der hängenden Lagerungsart zusammenhängt. Da die Piennolo Tomaten nur in Kampanien angebaut werden, stehen sie auf der Liste der Prodotti agroalimentare tradizionale (P.A.T.), auf der traditionelle regionale Produkte Italiens versammelt sind.

Eine Dolde mit Piennolo Tomaten

Eine Dolde mit Piennolo Tomaten

Piennolo Tomaten – eine bedrohte Spezies

Einer der Bauern, die die Piennolo Tomaten anbauen, ist Giovanni Busiello. Nach alter Tradition trocknet er seine Ernte auf dem Dachboden, so dass die Tomaten durch den Flüssigkeitsverlust länger haltbar werden. So ist auch im Winter sein Auskommen gesichert. Dabei werden die Tomaten als Dolden an Pechsträhnen aufgehängt. Diese haben aber rein gar nichts mit dem sprichwörtlichen Unglück zu tun – ganz im Gegenteil. Durch die Liebe der Bauern, die die Pomodoro piennolo kultivieren, wird diese seltene Tomatensorte vor dem Aussterben bewahrt. Lediglich in 18 Dörfern rund um den Vesuv werden die raren Delikatessen angebaut. Dabei spielt die Leidenschaft und die Überzeugung für die Piennolo Tomaten die entscheidende Rolle, denn wirtschaftlich effektiv ist die Kultivierung nicht. Zurzeit kämpfen die Erhalter der raren Sorte um den Schutz des Namens und der Herkunft. Denn damit käme auch finanzielle Förderung zum Vesuv, der den Anbau auch für Berufsbauern attraktiv machen würde.

Piennolo - klein aber oho!

Piennolo - klein aber oho!

Piennolo Tomate – der David unter den Tomatensorten

Sich als Piennolo Tomate gegen Sorten wie San Marzano behaupten zu wollen, ist wie ein Kampf zwischen David und Goliath. Die Konkurrenzsorte wird wegen ihrer wenigen Kerne und des reichhaltigen Fruchtfleischs als Saucentomate in aller Welt geschätzt und erfährt wegen des einzigartigen DOP-Status Förderung. Die Piennolo Tomate kann eben „nur“ durch ihren außergewöhnlich süßen Geschmack bestechen und ist im Anbau längst nicht so ergiebig wie ihre längliche Variante. Daher sind es vor allem Hobby-Bauern, besonders Senioren, die sich aus Überzeugung der Piennolo widmen. Für sie steht Geschmack über Effizienz. Der geringe Wasseranteil der seltenen Tomate hängt mit der natürlichen Reifung zusammen und mit dem Umstand, dass am Vesuv künstliche Bewässerung verboten ist. Kein Wunder also, dass die Piennolo-Tomate den auf Ergiebigkeit gezüchteten Sorten im Geschmack weit überlegen ist.

Ein Himmel voller Piennolo Tomaten

Dank ihrer dicken Schale und des geringen Wasseranteils gegenüber anderen Sorten bleiben die Piennolo Tomaten auch Wochen nach der Ernte lange frisch und schrumpelt nicht. Und so, wie in der Toskana die Salamis auf den Dachböden trocknen, hängen in den Dörfern rund um den Vesuv Tomatendolden von den Balken. Die Bewohner sind derart mit dem Herzen bei der Sache, dass es sogar ein Tomatenfest gibt, bei dem die Geistlichen des Ortes die Dolden segnen und die schönsten unter ihnen prämiert werden. Wie bei einem gut gelagerten Wein steigt der Wert der Pomodori in den Wochen nach der Ernte. Bis zur Weihnachtszeit halten sich die dickschaligen Piennolo Tomaten und sind dann für die Vesuvianer so wertvoll wie Kaviar. Man kann aber ruhigen Gewissens davon ausgehen, dass ihnen ihre Tomaten lieber sind als die Fischrogen.
Bei Gustini können Sie jetzt eine Sauce alla napoletana aus den schmackhaften Piennolo-Tomaten kaufen.

Delikatessen aus Kampanien

Neapel – Hauptstadt der kampanischen Delikatessen

Ernte von Hand

Ernte von Hand

Neapel – die Stadt steht für Pasta, Pizza und Salami. In der Geschichte der italienischen Pasta spielt Neapel und seine Umgebung eine zentrale Rolle. Denn die Luft des Mittelmeeres, die hier ungehindert durch die Gassen strömte, machte das Lufttrocknen der frisch zubereiteten Pasta erst möglich. Kein Wunder also, dass auch eine der bekanntesten Pastasaucen den Namen der Stadt Napoli trägt. Und auch die Salamispezialität Salame Napoli trägt den Namen der Stadt in die Welt.

Der Vesuv – Nährboden für Delikatessen aus Kampanien

Mastroberardino Campania Bianco 2007

Mastroberardino

Der Vesuv, einer der zwei großen Vulkane Italiens, bietet mit seinem Boden eine äußerst fruchtbare Grundlage für den Ackerbau in Kampanien. Hier gedeihen die von Küchenchefs in aller Welt geschätzten San –Marzano-Tomaten, die einzige Tomatensorte, die durch das DOP-Siegel in ihrer Herkunft geschützt ist. Wegen ihrer wenigen Kerne sind diese Tomaten besonders zur Zubereitung von Saucen geeignet. Aber auch Zitronen gedeihen an den Hängen des Vesuvs ausgezeichnet. Aus ihnen wird unter anderem der köstliche Limoncello hergestellt, ein Likör mit erfrischendem Zitronengeschmack, für den Kampanien berühmt ist. Die Hanglagen des Vesuvs bieten auch ideale Voraussetzungen für den Weinanbau. Eine Perle Kampaniens ist der Mastroberardino Campania Bianco 2007 mit seinem fruchtigen Duft von Ananas und Pfirsich.

Kampanien – seit Jahrhunderten begehrtes Urlaubsziel

Pompeii mit Vesuv im Hintergrund

Pompeii mit Vesuv im Hintergrund

Der Name Kampaniens leitet sich vom lateinischen Campania Felix ab, was „glückliche Landschaft“ bedeutet. So bezeichneten reiche Römer ihr bevorzugtes Gebiet für den Sommersitz, in dem sie sich vom damals schon stressigen Leben in der Hauptstadt Rom entspannten. Und auch heute noch ist Kampanien dank seines abwechslungsreichen Angebots zwischen Bergen und Meer. Ein beliebtes Ausflugsziel damals wie heute ist Pompeii, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Während es zu Römerzeiten unter anderem wegen der Befriedigung leiblicher Gelüste begehrt war, kommen heute eher kunsthistorisch interessierte Menschen in die durch den Vulkanausbruch zerstörte Stadt.