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Die Provinz Palermo auf Sizilien

Die Provinz Palermo

Die Provinz Palermo (Abkürzung PA) liegt im Norden der Mittelmeerinsel Sizilien. Sie grenzt an das tyrrhenische Meer, so dass man vom Hafen in Palermo zahlreiche Fährverbindungen zur Insel Ustica, nach Neapel und andere süditalienische Städte vorfindet. Der Flughafen Falcone – Borsellino, 35 km von Palermo entfernt bietet Verbindungen in die wichtigsten europäischen und internationalen Metropolen.
Für geschichtlich Interessierte bieten die archäologischen Fundstätten Himera (griechische Kolonie) und Solunto (phönizische Gründung) lohnende Ausflugsziele.

Urlaub in der Provinz Palermo

Der Nationalpark Parco delle Madonie lädt während eines Urlaubs in der Provinz Palermo zum Wandern ein. Zahlreiche Pflanzen- und Tierarten gibt es zu entdecken. Feigenkakteen sind nur ein Beispiel für die Vielfalt der Landschaft.
In der Provinz bieten außerdem zahlreiche Bauernhöfe Übernachtungsmöglichkeiten mit der Kombination, die Landwirtschaft hautnah zu erleben.
Wen es mehr in die Städte zieht, der sollte die Kultur und das Leben in Palermo, Bagheria, Monreale und die kleineren Städte erkunden. Die verschiedenen Besiedlungskulturen von Griechen und Phöniziern über Araber und Schwaben haben ihre Spuren architektonisch hinterlassen.

Salsiccia ist heute in ganz Italien verbreitet

Salsiccia ist heute in ganz Italien verbreitet

Die kulinarischen Schätze der Provinz Palermo

Aufgrund der Nähe zur Küste findet man auf Speisekarten in Palermo und der Provinz Palermo viel Fisch und Meeresfrüchte. Der Ort Santa Cristina Gela ist zum Beispiel für sein Gericht Baccalà in umido bekannt, gekochten Stockfisch, der mit einfachsten Zutaten wie Knoblauch, Petersilie, Olivenöl, Salz und Pfeffer gewürzt wird. Petersilie ist in ganz Italien ein wichtiges Gewürz.
Ein weiteres typisches Gericht, in diesem Fall aus Caccamo, ist im Ofen gegartes Rehkitz, das mit Kartoffeln serviert wird.
In Caccamo spielt die Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Verschiedene Käsesorten haben ihren Ursprung in Caccamo. Außerdem werden in Caccamo Salsiccia hergestellt, rohe Würste, die entweder luftgetrocknet für den späteren Verzehr werden oder als Zutat für würzige Sugos verwendet werden.

Zu Besuch bei Mandranova in Sizilien

Zu Besuch in Sizilien

Nach Sizilien fahren wir immer wieder gern. Die Gastfreundschaft unserer Produzentenpartner ist legendär, das Essen himmlisch und die Landschaft beeindruckend. Über allem thront majestätisch der Ätna, gottgleich gibt er mit seiner fruchtbaren Vulkanerde Leben und kann es ebenso schnell wieder auslöschen. Bisher ist er aber während unserer Aufenthalte ruhig geblieben und wir konnten zum Glück nur seine positiven Auswirkungen genießen.
Eine unserer Reisen führte uns zu Silvia und Giuseppe Di Vicenzo nach Contrada Mandranova.

Vor Ort bei Mandranova

Vor Ort bei Mandranova

Mandranova und das Olivenöl

Die beiden Sizilianer stammen ursprünglich aus Palermo, suchten aber vor 20 Jahren einen Ort, wo sie hervorragendes Olivenöl produzieren als auch Gäste auf typisch sizilianische Art bewirten könnten. In Contrada Mandranova haben sie dieses perfekte Fleckchen Erde gefunden. Sie gründeten ein 5-Sterne-Resort, in dessen Genuss auch wir kamen und das von Oliven- und Mandelbäumen sowie Palmen umgeben ist. Ihr ganzer Stolz ist der Afrikanische Garten, in dem sie Pflanzen aus Afrika anbauen – eher fürs Auge denn für den Gaumen.

Einladend, oder?

Einladend, oder?

Olivenöl aus Sizilien

Als wir die beiden in Mandranova besuchten, standen die Olivenbäume gerade in voller Blüte. Froh konnte uns Giuseppe berichten, dass das Wetter in diesem Jahr optimal für die Reifung der Oliven sei und dass daher wohl eine besonders gute Ernte zu erwarten sei. Die beste Voraussetzung für hervorragendes Olivenöl aus Sizilien! Die Olivenöle von Giuseppe bestehen aus den Olivensorten Cerasuola, Nocellara, Biancolilla und Giarraffa. Die Ölmühle – allerneueste Technik – steht in einem liebevoll restaurierten Bauernhaus. Eine Verkostung durften wir uns natürlich nicht entgehen lassen!

Vielen Dank, Silvia und Giuseppe, für die wundervollen Stunden, die Freundlichkeit, das Essen und die himmlische Übernachtungsmöglichkeit im restaurierten Bahnhof!

Unser Besuch beim Olivenölproduzenten Terre di Shemir

Terre di Shemir in Sizilien

Wer uns auf unserer Seite auf Facebook folgt, hat in den letzten Wochen lesen können, dass wir wieder einmal in Italien unterwegs waren. Die letzten Tage unserer Reise von Nord nach Süd verbrachten wir auf der Insel Sizilien, um dort einige Olivenölproduzenten zu besuchen. Einer von ihnen ist Terre di Shemir in der Provinz Trapani. Diese Provinz liegt am äußersten westlichen Zipfel der Insel und produziert mehr Wein als die gesamte Toskana oder Piemont und sogar mehr als ganz Ungarn oder Chile. Wir waren aber wegen des Olivenöls nach Trapani gekommen.

Gustini bei Terre di Shemir

Gustini bei Terre di Shemir

Olivenöl aus Sizilien

Den besten Blick auf Trapani hat man von der mittelalterlichen Stadt Erice aus. Das Land Terre di Shemir war früher arabisch besetzt, wie man am Namen unschwer erkennen kann. Unsere Gastgeber Francesco und seine Familie sind schon lange in der Landwirtschaft tätig. Olivenöl produziert der Agrarökonom seit 20 Jahren und verkauft es an Genießer. Die beliebtesten Olivenöle von Terre di Shemir sind U Trappitu Intenso und U Trappitu Delicato. Diese und noch mehr durften wir unter Francescos Anleitung verkosten. Dazu gab es frisch gebackenes Brot. Herrlich!

Ein Traum, oder?

Ein Traum, oder?

Preisgekröntes Olivenöl

Die Oliven für sein preisgekröntes Olivenöl (u.a. vom Feinscmecker ausgezeichnet) wachsen auf 36 Hektar Land. Die Sorten, die Francesco für sein U Trappitu-Öl verwendet, sind so typisch sizilianische wie Biancolilla, Cerasuola und Nocellara del Belice. Und obwohl deren Ertrag schon relativ gering ist, wählt Francesco bei der Ernte nur die besten aus, um sie zu seinem flüssigen Gold zu verarbeiten. Diese Sorgfalt zahlt sich aus und man kann sie schmecken.
Zum Abschluss unseres Besuchs bekamen wir noch ein typisch sizilianisches Mahl mit Caponata Siciliana aufgetischt, das wir noch lange in bester Erinnerung behalten werden. Grazie mille an Francesco und seine Familie!

Der Feinschmecker Olio Award: Sieger der Kategorie mittelfruchtig

Mittelfruchtige Olivenöle im Feinschmecker-Olivenöltest 2011

Wie jedes Jahr hat eine Fachjury des Magazins Der Feinschmecker die besten mittelfruchtigen Olivenöle ausgewählt und ihnen einen Olio Award verliehen. Und wie jedes Jahr im Mai hat der Feinschmecker das Ergebnis veröffentlicht und wir wollen Ihnen auf diesem Weg die besten drei mittelfruchtigen Olivenöle vorstellen.
Um ein mittelfruchtiges Olivenöl zu gewinnen, müssen die Oliven sehr viel Sonne genossen haben und im richtigen Moment geerntet worden sein. Bei früherer Ernte wird ein eher mildfruchtiges Olivenöl entstehen, bei späterer ein intensiv fruchtiges Olivenöl. Je reifer die Oliven bei der Ernte waren, desto intensiver ist das Aroma des Öls. In diesem Jahr kommen alle drei Sieger in der Kategorie mittelfruchtig von Sizilien, der sonnenverwöhnten Insel mit der fruchtbaren Vulkanerde.

Primo DOP Monti Iblei mittelfruchtig

Primo DOP Monti Iblei mittelfruchtig

Frantoi Cutrera Primo DOP Monti Iblei

Den ersten Platz belegte das Olivenöl Frantoi Cutrera Primo DOP Monti Iblei. Letztes Jahr belegte dieses Olivenöl Platz drei in der Kategorie intensiv-fruchtig. Es wird in dem Familienbetrieb der Cutraras hergestellt. Seit 1906 wachsen auf ca. 50 Hektar die Oliven der Sorten Tonda Iblea, die nach der Ernte von Hand umgehend verarbeitet werden. Gegründet wurde die Ölmühle 1979 von Giuseppe und seiner Frau Maria. Olivenöl hatten sie vorher schon hergestellt, allerdings nur für den Eigengebrauch. Seit dem Jahr 2000 haben ihre drei Kinder Maria, Giuseppina und Salvatore mit ihren Familien den Betrieb übernommen. Dank ihres Wissens und ihrer Leidenschaft konnte die Familie schon zahlreiche renommierte Olivenöl-Preise gewinnen, darunter den Ercole Olivario.

Terre Di Shemir U Trappitu Intenso

Terre Di Shemir U Trappitu Intenso

Terre di Shemir – U Trappitu Intenso

Aus der Provinz Trapani auf Sizilien stammt das zweitplatzierte Olivenöl in der Kategorie mittelfruchtig U Trappitu Intenso. Auch in der Ölmühle Terre di Shemir werden die Oliven von Hand geerntet. Das Ergebnis der sorgfältigen Kaltpressung ist ein Fruchtcocktail von Apfel, Birne und Banane, der von Aromen wie Minze und Basilikum sowie einem Hauch Lauch durchzogen wird. Das Olivenöl U Trappitu Intenso wird zu rohem und gekochtem Fisch sowie Gemüse empfohlen. Besonders geeignet ist es für die scharfe sizilianische und kalabrische Küche.

Mandranova Nocellara

Mandranova Nocellara

Mandranova Nocellara

Nicht weit vom Mittelmeer entfernt liegen die Contrada Mandranova, aus dessen Produktion das drittplatzierte mittelfruchtige Olivenöl Mandranova Nocellara stammt. In der grünen Oase zwischen Olivenbäumen und Palmen bietet die Contrada auch Übernachtungsmöglichkeiten in liebevoll restaurierten Gebäuden an. Die Ölmüller und Gastgeber Silvia und Giuseppe Di Vincenzo haben hier ein Olivenöl kreiert, das besonders intensiv von Artischocken-Aromen geprägt ist. Mandranova Nocellara weist außerdem Aromen von grünen Tomaten, Olivenblättern, frischen Kräutern (Minze und etwas Salbei) auf. Zu mediterranen Speisen wie Tintenfisch schmeckt es hervorragend; ebenso zu weniger italienischen Spezialitäten wie Känguru.

Wir wünschen allen drei Gewinnern alles Gute für die Zukunft und gratulieren zum Sieg im Feinschmecker-Olivenöltest und senden herzliche Grüße nach Sizilien!

Sagra Arancia Rossa di Sicilia IGP (Fest der Sizilianischen Blutorange)

Die Sagra Arancia Rossa di Sicilia IGP

Vergangenes Wochenende wurde in Centuripe auf Sizilien das Fest der Sizilianischen Blutorange gefeiert. Anlass ist die Ernte der drei Orangensorten, die zwischen März und April liegt. Die Früchte sind etwas kleiner als gewöhnliche Orangen und Anthocyanine sind für die Rotfärbung verantwortlich. Interessant zu wissen ist wohl, dass sich die roten Farbstoffe nur in kalten Winternächten entwickeln können, wie es auf Sizilien der Fall ist (nicht im Vergleich zu unseren Wintern natürlich).
Mit Verkostungen und Musik wurde die köstliche Frucht bereits zum vierten Mal gefeiert. Auf dem Piazza Sciacca wurde eine kleine Küche aufgebaut, wo die Zubereitung alter Rezepte mit der Arancia Rossa di Sicilia vorgeführt wurde.

Da läuft einem das Wasser im Mund zusammen...

Da läuft einem das Wasser im Mund zusammen...

Was ist die Arancia Rossa di Sicilia IGP?

Die Arancia (=Orange) Rossa (=rot) di Sicilia (=aus Sizilien) ist eine Sammelbezeichnung für drei Sorten Blutorangen, die seit langem in Sizilien angebaut werden. Die drei Sorten sind Tarocco, Moro und Sanguinello. Von Tarocco wird vermutet, dass es sich um eine Mutation der Blüte eines Sanguinello-Orangenbaumes handelt, die zwischen dem 8. und 9. Jahrhundert entdeckt wurde. Sie stammt aus Italien. Die großen Früchte können rund bis oval im Profil sein. Typisch bei dieser Sorte ist, dass der Kragen, also der Teil, wo der Blütenrest sitzt, stark herausgebildet ist. Die Früchte haben keine Kerne und eine gelblich orange Farbe mit roter Pigmentierung – je nachdem, in welchem Reifegrad sie geerntet wurden.

Bereit zur Ernte!

Bereit zur Ernte!



Die mittelgroße Sorte Moro reift zwischen Dezember und März. Das kernlose Fruchtfleisch ist dunkelrot. Im Geschmack ist sie leicht säuerlich.
Die Sorte Sanguinello, die aus Spanien stammt, wird am längsten angebaut und ist besonders in den Provinzen Catania und Siracusa verbreitet. Die Reife beginnt im Februar und endet zwischen März und April. Die mittelgroßen Orangen sind meist kernlos und haben ein orangefarbenes Fruchtfleisch mit blutroten (lat. sanguis = Blut) Streifen.

Marmelade aus Arancia Rossa di Sicilia

Marmelade aus Arancia Rossa di Sicilia

Arancia Rossa auf dem Speiseplan

Wie alle Zitrusfrüchte sind die Orangen des Typs Arancia Rossa di Sicilia reich an Vitamin C. Außerdem liefern sie Folsäure, Calcium und Thiamin (wichtig für die Funktion des Nervensystems).
Zu Saft gepresst, ergeben die Orangen ein herbe bis süße Erfrischung. In Sizilien besteht ein beliebter Wintersalat aus in Scheiben geschnittenen Arance Rosse, Fenchel und Olivenöl.
Populär ist auch Marmelade aus diesen Orangen, allerdings nicht die bittere, englische Variante, sondern die süße, italienische. Baron del Murgo stellt eine solche Orangenmarmelade her.