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Sagra Arancia Rossa di Sicilia IGP (Fest der Sizilianischen Blutorange)

Die Sagra Arancia Rossa di Sicilia IGP

Vergangenes Wochenende wurde in Centuripe auf Sizilien das Fest der Sizilianischen Blutorange gefeiert. Anlass ist die Ernte der drei Orangensorten, die zwischen März und April liegt. Die Früchte sind etwas kleiner als gewöhnliche Orangen und Anthocyanine sind für die Rotfärbung verantwortlich. Interessant zu wissen ist wohl, dass sich die roten Farbstoffe nur in kalten Winternächten entwickeln können, wie es auf Sizilien der Fall ist (nicht im Vergleich zu unseren Wintern natürlich).
Mit Verkostungen und Musik wurde die köstliche Frucht bereits zum vierten Mal gefeiert. Auf dem Piazza Sciacca wurde eine kleine Küche aufgebaut, wo die Zubereitung alter Rezepte mit der Arancia Rossa di Sicilia vorgeführt wurde.

Da läuft einem das Wasser im Mund zusammen...

Da läuft einem das Wasser im Mund zusammen...

Was ist die Arancia Rossa di Sicilia IGP?

Die Arancia (=Orange) Rossa (=rot) di Sicilia (=aus Sizilien) ist eine Sammelbezeichnung für drei Sorten Blutorangen, die seit langem in Sizilien angebaut werden. Die drei Sorten sind Tarocco, Moro und Sanguinello. Von Tarocco wird vermutet, dass es sich um eine Mutation der Blüte eines Sanguinello-Orangenbaumes handelt, die zwischen dem 8. und 9. Jahrhundert entdeckt wurde. Sie stammt aus Italien. Die großen Früchte können rund bis oval im Profil sein. Typisch bei dieser Sorte ist, dass der Kragen, also der Teil, wo der Blütenrest sitzt, stark herausgebildet ist. Die Früchte haben keine Kerne und eine gelblich orange Farbe mit roter Pigmentierung – je nachdem, in welchem Reifegrad sie geerntet wurden.

Bereit zur Ernte!

Bereit zur Ernte!



Die mittelgroße Sorte Moro reift zwischen Dezember und März. Das kernlose Fruchtfleisch ist dunkelrot. Im Geschmack ist sie leicht säuerlich.
Die Sorte Sanguinello, die aus Spanien stammt, wird am längsten angebaut und ist besonders in den Provinzen Catania und Siracusa verbreitet. Die Reife beginnt im Februar und endet zwischen März und April. Die mittelgroßen Orangen sind meist kernlos und haben ein orangefarbenes Fruchtfleisch mit blutroten (lat. sanguis = Blut) Streifen.

Marmelade aus Arancia Rossa di Sicilia

Marmelade aus Arancia Rossa di Sicilia

Arancia Rossa auf dem Speiseplan

Wie alle Zitrusfrüchte sind die Orangen des Typs Arancia Rossa di Sicilia reich an Vitamin C. Außerdem liefern sie Folsäure, Calcium und Thiamin (wichtig für die Funktion des Nervensystems).
Zu Saft gepresst, ergeben die Orangen ein herbe bis süße Erfrischung. In Sizilien besteht ein beliebter Wintersalat aus in Scheiben geschnittenen Arance Rosse, Fenchel und Olivenöl.
Populär ist auch Marmelade aus diesen Orangen, allerdings nicht die bittere, englische Variante, sondern die süße, italienische. Baron del Murgo stellt eine solche Orangenmarmelade her.

Piana degli Albanesi

Vergangenen Sonntag fand in Piana degli Alabanesi in Sizilien das Epiphanias-Fest statt. Dieser Ort ist für italienische Verhältnisse noch sehr jung, denn er wurde erst 1488 gegründet. Die Gründer waren albanische Flüchtlinge, die vor einfallenden Türken geflohen waren. Anfangs wurde der Ort Hora genannt. Bis 1941 hieß er dann Piana dei Greci (=Ebene der Griechen) wegen des griechisch-orthodoxen Glaubens der Siedler. Als Mussolini Albanien erobert und im Krieg mit Griechenland war, erhielt die kleine Stadt ihren heutigen Namen Piana degli Albanesi (=Ebene der Albaner).

Die Landschaft um Piana degli Albanesi

Die Landschaft um Piana degli Albanesi


Die albanischen Flüchtlinge werden Arbëresh genannt und sprechen noch heute einen alten albanischen Dialekt. Sie gehören dem orthodoxen Glauben an und daher wurde auch 1937 das zweite italo-albanische Bistum dort gegründet. Neben Glauben und Dialekt haben die Arbëresh auch andere ethnische Besonderheiten bewahrt, zu denen Trachten, Musik und Folklore gehören. All diese Elemente kann man zum Epiphanias-Fest bewundern.

Ephipanie in Piana degli Albanesi

Am 6. Januar, 12 Tage nach dem 1. Weihnachtsfeiertag, wird sehr pompös Epiphanias (Dreikönigstag) gefeiert. In traditionellen Gewändern und Trachten wird dieses für die orthodoxe Kirche sehr wichtige Fest begangen. Viele Touristen mischen sich unter die Arbëresh, um die besondere Atmosphäre zu erleben. Ein festlicher Gottesdienst eröffnet das Epiphanias-Fest. Anschließend werden Körbe mit den so typisch sizilianischen Orangen von in Trachten gekleideten Gläubigen durch die Straßen getragen. Am Marktplatz angekommen, wird unter anderem die Taufe Christi nachgestellt. Das Wasser des Brunnens auf der Hauptstraße wird gesegnet im Gedenken an Johannes den Täufer, der Christus im Jordan taufte.

Als Symbol für den Heiligen Geist wird eine lebendige (!) weiße Taube an einem Seil über den Platz geflogen. In einer Prozession den kirchlichen Würdenträger wird sie dann zur Kirche getragen.

Anschließend werden die Orangen an die Umstehenden verteilt.

Marmeladen aus Sizilien

Was ist der Unterschied zwischen Marmelade und Konfitüre?

Umgangssprachlich verwenden sicherlich die meisten Menschen für jede Form eingekochter Früchte, die man als Brotaufstrich verwenden kann, das Wort Marmelade. Wer vornehm tun möchte, sagt „Konfitüre“. Es gibt aber tatsächlich Unterschiede, die jenseits der sozialen Herkunft oder gefühlten sozialen Zugehörigkeit liegen. Tatsächlich nämlich hat die EU seit 1982 festgelegt, dass nur Eingekochtes aus Zitrusfrüchten (Orangen, Zitronen, Mandarinen etc.) als Marmelade bezeichnet werden darf, während alle anderen Zutaten zu Konfitüre verarbeitet werden. Damit sollte ein einheitlicher Sprachgebrauch in Europa eingeführt werden, denn z.B. in Großbritannien war die Unterscheidung zwischen jam und marmelade schon lange Usus.

Orangenmarmelade aus Sizilien

Orangenmarmelade aus Sizilien

Die Erfindung der Orangen-Marmelade

Nicht gerade überraschend wurde die Bitterorangenmarmelade von einer Frau erfunden, nämlich von der Schottin Janet Keiller. Ein spanisches Handelsschiff legte wegen eines Sturmes in Dundee an. Es hatte Orangen geladen, die nicht mehr die frischesten waren. Janets Mann James kaufte die Orangen zu einem Schnäppchenpreis. Janet kochte die ungenießbaren Orangen mit viel Zucker ein und bot sie in dem gemeinsamen Laden zum Verkauf an. Ihre Kunden waren begeistert und 1797 gründeten die Keillers die erste Marmeladenmanufaktur der Welt.

Zitronenmarmelade aus Sizilien

Zitronenmarmelade aus Sizilien

Marmeladen aus Sizilien

Die süditalienische Region Sizilien ist ein äußerst wichtiges Anbaugebiet für Zitrusfrüchte. Warum also die säuerlichen Früchte erst ins Ausland schaffen, um sie zu Marmeladen zu verarbeiten? Das dachte sich wohl auch Barone del Murgo, auf dessen Land am Fuße des Ätna weitläufige Orangen-, Mandarinen- und Zitronenhaine blühen und saftige Früchte tragen. Aus diesen werden jedes Jahr erntefrisch köstlichste Marmeladen hergestellt, die wir als Orangenmarmelade, Mandarinenmarmelade und Zitronenmarmelade im Sortiment haben. Damit kann man sich die Sonne Siziliens aufs Frühstücksbrötchen holen!

 

Übrigens: Unsere Marmeladen und Konfitüren finden Sie unter der Rubrik: Süßes und Gebäck.

Sizilianische Marzipanfrüchte – Frutti della Martorana

Heute mal ein Beitrag, der sehr deutlich die Unterschiede zwischen italienischer und deutscher Esskultur zeigt. Es geht um Marzipanfrüchte, italienisch Frutti della Martorana. Na, was fällt Ihnen als deutsche Marzipanspezialität ein? – Richtig. Marzipankartoffeln. Kartoffeln! Nicht sehr appetitanregend. In Italien hingegen, genauer gesagt in Sizilien, gibt es Marzipan in allen erdenklichen Formen und Farben: Äpfel, Orangen, Melonen, Gurken (ja, das ist kein Obst), Birnen… DAS nenne ich doch mal Konditorkunst!

Marzipan-Papayas

Marzipan-Papayas

Der Ursprung der Marzipanfrüchte

Der Ursprung der sizilianischen Marzipanfrüchte geht auf das Kloster La Martorana in Palermo zurück, das dieser sizilianischen Spezialität auch seinen Namen verliehen hat. Gegründet wurde dieses Ende des 12. Jahrhunderts von Eloisia Martorana. Die Marzipanherstellung war aus der Zeit der arabischen Herrschaft über Sizilien bekannt und die Martorana-Nonnen hatten eine besondere Kunstfertigkeit darin entwickelt. Die Legende berichtet, dass anlässlich eines Besuches von Papst Clemens V. täuschend echt wirkende Bäume mit Äpfeln, Feigen und Trauben errichtet wurden. Der Papst war begeistert und so begann die Erfolgsgeschichte der Frutti della Martorana.

Marzipanfrüchte auf einem Markt

Marzipanfrüchte auf einem Markt

Die Zubereitung von Marzipanfrüchten

Für die Zubereitung von Marzipanfrüchten werden geschälte Mandeln, Puderzucker, Zitronenessenz oder Orangenblütenwasser und Vanille benötigt. Mandel,- Orangen- und Zitronenbäume sind landschaftsprägend in Sizilien, also herrscht daran kein Mangel. Aus der Marzipanmasse werden Obst- und Gemüseformen modelliert und diese dann anschließend mit pflanzlichen Lebensmittelfarben eingefärbt, so dass täuschend echte Repliken entstehen.

An Allerheiligen (neudeutsch der Tag vor Halloween) werden diese Früchte Kindern neben das Bett gelegt, um sie mit den Süßigkeiten zu erfreuen.

Sizilien – die Vulkaninsel im Süden Italiens

Sizilien – die Sonneninsel im Süden

Sizilien ist die südlichste Region Italiens. Als Fußball liegt sie vor der Stiefelspitze im Mittelmeer. Diese exponierte Position der größten Mittelmeerinsel brachte eine wechselvolle Geschichte mit sich, die viele Kulturen kommen und gehen sah. Alle haben ihre Spuren in Architektur, Landwirtschaft und Küche hinterlassen. Der Vulkanboden der Insel ist besonders fruchtbar, so dass die Landwirtschaft sprichwörtlich stetig blühte. Olivenhaine, Apfelsinenbäume und Weinberge prägen das Bild. Die Sonneninsel Sizilien lockt auch immer mehr Urlauber an, so dass der Dienstleistungssektor inzwischen die meiste Bedeutung für die Wirtschaft hat.

Cassata mit Mandeln

Cassata mit Mandeln

Kurzer Abriss der sizilianischen Geschichte

Vor 3000 Jahren siedelten drei Völker auf der Insel Sizilien: Sikaner, Sikuler und den Elymer.200 Jahre später eroberten Phöniker, Griechen und Karthager das fruchtbare Land und siedelten vor allem an der Küste. Damals gehörte Sizilien zu Griechenland und die Hauptstadt war Syrakus. Viele griechische Tempel erinnern noch heute an die griechische Periode.

Während des 1. Punischen Krieges gelangte Sizilien unter römische Herrschaft und wurde der wichtigste Getreidelieferant für die Hauptstadt Rom. Das Lateinische gewann auf der griechischsprachigen Insel immer mehr Sprecher. Nach den Römern herrschten Vandalen und Ostgoten über Sizilien, bevor die Insel dann zum Byzantinischen Reich gehörte. Für den Handel spielte Sizilien als Handelsplatz eine bedeutende Rolle.

Im 9. Jahrhundert kamen dann die Araber und eroberten die Insel und blieben für 250 Jahre. Ihre neuen Bewässerungssysteme revolutionierten die sizilianische Landwirtschaft. Zu dieser Zeit wurde Palermo die Hauptstadt der Insel, die es heute auch noch ist. Nach den Arabern kamen die Normannen nach Sizilien und die Insel wurde zu einem Königreich.

Nach den Normannen fiel Sizilien unter die Herrschaft Aragons, Spaniens, Savoyens und Österreichs. Seit 1861 gehörte Sizilien dann zum Königreich Italien, auch wenn immer wieder Sizilianer für die Unabhängigkeit kämpften.

Cannolo di Ricotta

Cannolo di Ricotta

Die Küche Siziliens

Durch die vielen kulturellen Einflüsse ist die Küche Siziliens sehr vielseitig. Als Antipasti oder Zwischenmahlzeit sind Arancini beliebt (gefüllte Reisbällchen). Unter den sizilianischen Pastagerichten sind Pasta con le sarde (mit Sardinen) und Pasta alla Norma zu nennen. Letzteres Gericht wird mit Auberginen zubereitet und ist nach der Oper von Bellini benannt. In den Küstenregionen, in denen traditionell Fischfang betrieben wird, gibt es eine Vielzahl an Fischgerichten, z.B. Sarde a beccafico. Die überall gedeihenden Orangen werden zu Orangensalat verarbeitet, der zu Fisch- und Fleischgerichten gereicht wird.

Bunte Marzipanfrüchte

Bunte Marzipanfrüchte


Auch für Süßes ist die Insel sehr bekannt. Die Orangen bilden dabei eine Grundlage. Aber auch Mandeln werden vielfältig verarbeitet, z.B. zu Marzipanfrüchten, wie sie auf dem Bild zu sehen sind. Für Cassata mit Mandeln (das Bild oben) werden die schmackhaft knackigen Früchte ebenfalls verwendet. Eine weitere Spezialität sind Cannoli, gefüllte Teigrollen mit einer süßen Ricotta-Füllung. Für Leckermäuler ist Sizilien also ein Mekka.