Der große Bluff?

Balsamico, In eigener Sache

Stiftung Warentest veröffentlichte am 27. Mai 2011 die Ergebnisse ihres Aceto Balsamico di Modena Testes. Von den 22 geprüften dunklen Aceti befanden sie 9 für „mangelhaft“. Im Test unter dem Titel „Der große Bluff“ wurde ein von uns angebotener Balsamico des Herstellers Giuseppe Giusti beanstandet. Bemängelt wurde die Feststellung von – gesundheitlich wohl unbedenklichen Mengen – an Schadstoffrückständen, eine fehlerhafte Auszeichnung, zu wenig Säure und ein gemessener Säureanteil aus Zuckerrübe. In der Sensorikprüfung schnitt Banda Rossa allerdings mit einer 1,0 als Testsieger ab – ein vorerst kleiner Trost.

Der Hersteller Giuseppe Giusti hat uns umgehend eine detaillierte Stellungnahme zukommen lassen, die nach erstem Anschein zur Entkräftung der Vorwürfe geeignet sein könnte. Wir werden die Stellungnahme kurzfristig überprüfen und anschließend entscheiden, ob wir das beanstandete Produkt von Giusti aus dem Angebot nehmen oder nicht. Näheres dazu erfahren Sie hier, sobald die Überprüfung abgeschlossen ist. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an unser Kunden-Service, den Sie unter 0341 – 58 300 900 oder info@gustini.de erreichen.

Stiftung Warentest bemängelt bei einigen Test-Essigen, dass die Säure nicht zu 100% aus Weintrauben, sondern zum Teil aus Zuckerrüben, Mais oder Zuckerrohr gewonnen werde und der Essiggehalt nicht hoch genug sei. Des Weiteren fanden sie Rückstände von Eisen, Zink und Blei, deren gesundheitliche Folgen Warentest allerdings für „unwahrscheinlich“ hält. Da wir seit langem mit Giuseppe Giusti zusammenarbeiten und ihn schon oft vor Ort besucht haben, wo wir uns von seinen Produktionsmethoden selbst ein Bild machen konnten, sind wir vom Ergebnis des Tests überrascht.

Die Bezeichnung „Aceto Balsamico di Modena“ ist seit 3. Juli 2009 eine geschützte geografische Angabe (g.g.A. bzw. italienisch IGP) und die Herstellung des Balsamessigs unterliegt damit gewissen Auflagen, zu denen u.a. der Herstellungsort gehört. Einen Link zur VERORDNUNG finden Sie am Textende.

Claudio Stefani von Giusti versicherte uns, dass außer den traditionellen Zutaten gekochter Traubenmost und Weinessig garantiert keine Zusätze in seinen Aceto Balsamico gegeben werden. Stiftung Warentest gibt an, Spuren von Zuckerrüben im Balsamessig gefunden zu haben. Giusti bestreitet nicht, dass Spuren davon enthalten sein können, jedoch gibt er diese nicht selbst hinzu.

Entsprechend der Verordnung muss der Balsamessig aus mind. 20% Traubenmost (den Giusti selbst einkocht) und mind. 10% Weinessig hergestellt werden. Giusti verwendet eine edle Art des Weinessigs, nämlich Sherry-Essig, der mehr als 10 Jahre gereift ist. Dieser besondere Sherry-Essig wird aus Sherry-Wein hergestellt (Sherry-Wein ist ein spanischer verstärkter Weißwein, der einem Reifeprozess unterzogen wurde und zur Kategorie der Likörweine zählt).

Da für die Herstellung von Wein Zucker benötigt wird, der wahrscheinlich in diesem Fall aus Zuckerrüben gewonnen wurde, sind auch im Endprodukt noch Spuren dieser Zuckerrüben nachweisbar. Das Konsortium für Aceto Balsamico di Modena schreibt den Produzenten jedoch nicht vor, welche Art von Weinessig sie verwenden sollen. Das alte Familienrezept von Giuseppe Giusti besteht auf der Verwendung von edlem spanischen Sherry-Essig, der mit für den ausgezeichneten Geschmack des Banda Rossa verantwortlich ist, den die Tester der Stiftung Warentest an Giustis Aceto schätzen. (Zur Erinnerung: Banda Rossa erhielt die Note 1,0 in der Sensorikprüfung). Die Zuckerrüben wurden also nicht hinein gemogelt, sondern sind lediglich eine Zutat im Herstellungsprozess des Sherryweins.

Ein weiterer Kritikpunkt der Stiftung Warentest ist der zu geringe Säuregehalt in Banda Rossa. Dazu muss man bedenken, dass die Bezeichnung „Aceto Balsamico di Modena“ erst seit 2009 geschützt ist und somit erst alle Balsamessige aus diesem Jahrgang den Bestimmungen der EU entsprechen müssen. Da Giusti seine Flaschen mit Chargennnummern ausstattet, konnte das Unternehmen feststellen, dass die getestete Flasche vor dem Eintreten dieser Bestimmungen gefüllt worden war. Wie bei derlei Bestimmungen üblich gibt es eine gewisse Übergangszeit, in der Produkte verkauft werden dürfen, die vor dem Eintreten der neuen Bestimmungen hergestellt wurden.

Dass der Essiggehalt in Banda Rossa geringer ist als die geforderten 6%, liegt an der traditionellen Herstellungsweise, die in den Grundzügen denen des noch strengeren Auflagen unterlegenen Aceto Balsamico di Modena Tradizionale DOP entsprechen. Wie wir bereits mehrfach in unserem Blog und auf unseren Shopseiten transparent erläutert haben, ist die Herstellung dieses Traditionsproduktes ein langwieriger Prozess, an dessen Ende ein nur dezent saurer und dickflüssiger Essig steht. Die aktuellen Chargen von Banda Rossa haben den vorgeschrieben Säuregehalt von 6%.

Als weiteren Kritikpunkt führt Stiftung Warentest die Spuren von Eisen, Zink und Blei an, die sie im Balsamessig gefunden hat. Alle drei Metalle sind von Natur aus in der Erdkruste enthalten und gelangen aus dem Boden, auf dem die Rebstöcke wachsen, in geringen Dosen über die Wurzeln in die Pflanzen und in die Weintrauben. Somit gelangen sie letztendlich in den Most, der durch das Einkochen der Trauben entsteht. Das Einkochen und der lange Reifeprozess, bei dem immer mehr Wasser verdunstet, konzentrieren die Anteile dieser Metalle aufgrund einfacher chemischer Prozesse. Wie von der Stiftung Warentest eingeräumt, sind diese Konzentrationen jedoch nicht gesundheitsschädlich. Sobald uns das Laborergebnis von Stiftung Warentest vorliegt, werden wir es an dieser Stelle veröffentlichen.

Kann man Äpfel mit Birnen vergleichen? Bezüglich des Preises sollte man besser differenzieren – muss der Aceto Balsamico di Modena laut Verordnung nur mindestens 60 Tage gelagert sein, ist der Banda Rossa ganze zehn Jahre gelagert. Der aus der langen Lagerung und Reifung herrührende intensive Geschmack schlägt sich im bereits erwähnten Teil-Urteil Testsieger der Sensorikprüfung (sehr gut, Note 1,0) nieder. Auch produziert Giusti jüngeren Balsamico, welcher in der Preisklasse unter 10 Euro zu finden ist.

Wer sich die Etiketten der Balsamico Linie von Giuseppe Giusti genau anschaut erkennt sofort, dass es sich um 5 Qualitäten handelt. Die Etiketten beginnen bei 1 Medaille und gehen über 2, 3,4 bis hin zu 5 Goldmedaillen. Giusti ist die älteste Balsamico-Manufaktur der Welt und produziert seit 1605. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts bekam Giusti zahlreiche Medaillen auf Weltausstellungen. Eben diese Medaillen sind seit jeher Bestandteil des Etiketts. Es gibt klare Regeln, welche für die Etiketten und Bezeichnung gelten. Diese werden von Giusti zu 100% eingehalten. Die Argumente der versuchten Täuschung der Redakteure von Stiftung Warentest sind unberechtigt und aus der Luft gegriffen.

Ebenso stellen die Redakteure von Stiftung Warentest mit doppeltem Konjunktiv in Frage, ob Giusti überhaupt königlicher Hoflieferant gewesen sein soll. Giusti ist Könglicher Hoflieferant!
Hier sehen Sie die Urkunde von König Emanuele dem 3. auf dem Jahre 1929 die bestätigt, dass Giuseppe Giusti königlicher Hoflieferant ist!

Wir möchten unsere Kunden, die vielleicht Banda Rossa oder andere Giusti-Produkte bereits selbst probiert haben, bitten, ihre Erfahrungen mit uns zu teilen. Nutzen Sie dafür bitte die Kommentarfunktion unten – Vielen Dank!

Vergleichen Sie bitte selbst die Warentest-Testsieger mit Banda Rossa von Giuseppe Giusti und bilden sich ihre eigene Meinung.

Wir hoffen außerdem, dass Stiftung Warentest unsere Kritik an ihrem Test sorgfältig prüft und wenn sie in allen Punkten übereinstimmen, so fair sind eine Gegendarstellung mit dem ehrlichen Ergebnis in einer späteren Ausgabe von Stiftung Warentest veröffentlichen werden.

Links zum Thema:

Stiftung Warentest – „Der große Bluff“
Verordnung (EG) Nr. 583/2009 der Kommission vom 3. Juli 2009
• Link zum Thema Weinessig

7 Antworten zu “Der große Bluff?”

  1. Geschmack zählt sagt:

    Warum kaufen wir die Sachen? Na weil sie gut schmecken. Und so lange da nix gesundheitsschädliches drin ist sondern nur von einer Kommission nicht zugelassene Stoffe ist mir das sowas von egal. Wenn es noch besser schmecken würde könnten die von mir aus auch geriebene Ameisenhoden da rein machen…:)

  2. Michael.K sagt:

    Ich danke ihnen für den Blog Beitrag und der schnellen Anfrage meinerseits zu dem Test.

    Für mich ist der Balsamico nachwievor ein wohlschmeckendes Produkt.

    Danke für die Erklärungen.

  3. Jürgen K. sagt:

    Kann mich nur anschliessen. War wegen des Tests schon erst einmal enttäuscht, gerade weil bekanntermaßen bei Balsamico gerne gepanscht wird und nach längerer Suche erst die Giuseppe Giusti Produkte mich geschmacklich und qualitativ wirklich überzeugt hatten.

    Die rasche und detaillierte Stellungnahme beruhigt erst einmal. Danke dafür! Bin jedoch auch auf die Reaktion von Stiftung Warentest gespannt. Wäre schön, auf dem Laufenden gehalten zu werden.

  4. Andreas Müller sagt:

    Vielen Dank für die Aufklärung. Ich bin schockiert wie oberflächlich Stiftung Warentest recherchiert hat und damit einen großen Bluff konstruiert hat und eine ganze Branche zu unrecht in ein schlechtes Bild stellt. Ich hoffe das Stiftung Warentest diesen Fehler schnell eingesteht und so fair ist eine Richtigstellung und Entschuldigung im nächsten Heft zu veröffentlichen, damit kein bleibender Schaden entsteht! Danke an Gustini für die schnelle Aufklärung!

  5. Andreas Engels sagt:

    Vielen Dank für die Antwort und bedanken uns bei Gustini für die schnelle Aufklärung.
    Wir sind genau so schockiert über die oberflächliche Bewertung von der Stiftung Warentest. So eine Recherche dient nur der Panikmache.
    Wir werden weiterhin den leckeren Balsamico der Fa. Giusti nutzen.
    Danke und Gruß.

  6. Balsameur sagt:

    Gibt es eine Antwort von der Stiftung Warentest an Gustini oder Giusti, oder wenigstens sonst Neues, insbesondere zum Schwermetallgehalt?

  7. admin sagt:

    Wir haben leider noch keine neuen Informationen.

Schreiben Sie uns hier Ihren Kommentar zum Beitrag!