Santa Lucia – eine Heilige und ihr Weg nach Norden

Gebäck, Internationale Spezialitäten, Weihnachten

Santa Lucia – eine frühchristliche Heilige in Italien

Heute will ich Sie auf eine Expedition mitnehmen. Eine Expedition in die Vergangenheit und eine Expedition, die uns einmal nicht ins sonnige und warme Italien, sondern ins kühle und nordische Schweden führt. Anlass ist das schwedische Adventsfest Lucia, das alljährlich am 13. Dezember gefeiert wird. Das ist der Namenstag der Heiligen Lucia, die auch unter ihrem italienischen Namen Santa Lucia bekannt ist, nicht zuletzt aus dem Weihnachtslied. Diese Lucia wurde um 283 in Syrakus (Italien) geboren und starb um 303 dort den Märtyrertod, weil sie sich weigerte, einen Nicht-Christen zu heiraten.

Santa Lucia – ein schwedisches Adventsfest

Wie genau es zur Entstehung des schwedischen Adventsfestes Lucia gekommen ist, weiß niemand so genau. In Westschweden ist dieses Fest schon im Mittelalter zu beobachten. Durch Anstrengungen des Stockholmer Freilichtmuseums wurde es Ende des 19. Jahrhunderts im ganzen Land populär. Ziemlich sicher ist, dass die christliche Verehrung der Lucia über das heidnische Sonnenwendfest gestülpt wurde. Denn das Sonnenwendfest fiel vor der Gregorianischen Kalenderreform auf den 13. Dezember. Da passte es ganz gut, dass Lucia, deren Name „Licht“ bedeutet, sich zur Verfügung stellen ließ, um christliche Werte über ein heidnisches Fest zu plakatieren.

Die Lucia-Prozession

Am Tag des Lucia-Festes wird nämlich in jeder Familie (dort die älteste Tochter) jeder Schule, jedem Kindergarten und jeder Firma eine Lucia gewählt. Diese trägt ein weißes Gewand mit einem roten Gürtel und eine Lichterkrone auf dem Kopf. Die Wahl der Lucia geht auf eine Aktion einer Stockholmer Zeitung im Jahr 1927 zurück. So wie also in vorchristlicher Zeit vermutlich ein Lichterkult zum Sonnenwendfest veranstaltet wurde, trägt heute Lucia das Licht in die Welt. Ihr weißes Gewand symbolisiert die Unschuld und der rote Gürtel das Blut, das sie bei ihrem Märtyrertod vergossen hat. Hinter ihr gehen weitere Mädchen mit Kerzen, manchmal Sternenjungen, Pfefferkuchenmännchen (pepparkaksgubbar) und Weihnachtswichtel (tomtar).

Schwedisches Weihnachtsgebäck - Lussekatter

Schwedisches Weihnachtsgebäck – Lussekatter

Lussekatter – das traditionelle Gebäck zum Luciafest

Ebenfalls zum Fest der Lucia gehören Lussekatter, ein Hefegebäck mit Safran, das traditionell für das Fest gebacken wird. Der Name bedeutet „Lucia-Katzen“ und ursprünglich hatten die kleinen Gebäckstücke auch die Form von Katzen mit zwei Rosinen-Augen. Teilweise wird St. Lucia auch als Teller mit zwei Augen dargestellt. Vielleicht liegt hier eine Verbindung zum Aussehen der Lussekatter. Heute sind Lussekatter eher s-förmig, aber die Rosinen gehören weiter dazu. Hier zeigt sich eine Parallele zu deutschem und italienischem Weihnachtsgebäck. Hefeteig und Rosinen finden sich auch in Dresdner Christstollen und Panettone aus Mailand. Diese früher aufgrund der Rosinen, kandierten Früchte und des hellen Mehls teuren Kuchen stellten die Besonderheit des Weihnachtsfestes heraus, in der Früchte schwer zu bekommen und somit ein Luxusgut waren.

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