Die Borgias – eine erstaunliche Familie im Rom des 15. Jahrhunderts

italienische Kultur

Die Borgias im Fernsehen

Bereits seit dem 11. September läuft im österreichischen Fernsehen die amerikanische Historienserie Die Borgias. Irgendwann im Herbst (das genaue Datum steht noch nicht fest) soll auch Sat1 diese Serie ausstrahlen. Ich habe schon einige Blicke auf die Serie im Original werfen können und wollte den baldigen Serienstart zum Anlass nehmen, auf die Serie und diese außergewöhnliche Familie aufmerksam zu machen.
Stammvater der Familie ist Rodrigo Borgia, der zu Anfang (wir befinden uns im Jahr 1492) Kardinal in Rom ist. Trotz seines hohen kirchlichen Amtes hat er eine Familie mit vier Kindern (darunter Cesare und Lucrezia). Durch allerlei Intrigen gelingt es ihm – SPOILERALERT! – zum Papst Alexander VI. gewählt zu werden.

Die Borgias als TV-Nachfolger der Tudors

Papst Alexander VI.

Papst Alexander VI.

Empörend genug, dass Rodrigo Borgia (seine Familie stammt übrigens aus Spanien) nach den Priesterweihen eine Mätresse und mit ihr vier Kinder hat, nebenher hat er auch noch eine weitere Geliebte. Aber das ist der Stoff, aus dem historische Filme gemacht sind. Tolle Kostüme und Kulissen, sehr wahrscheinlich übertrieben intrigante und brutale Handlungen…Wer die Tudors mochte, wird die Borgias lieben! In den USA jedenfalls lagen die Einschaltquoten der Borgias höher als die der Erfolgsserie der Tudors.
Der englische Schauspieler Jeremy Irons (bekannt aus Der Mann mit der eisernen Maske) spielt Rodrigo Borgia/ Alexander VI. und Holliday Grainger (Jane Eyre und die Serie Merlin) die bezaubernde Lucrezia Borgia. Die anderen Schauspieler waren mir vorher nicht bekannt.

Die echten Borgias

Cesare

Cesare

Bereits der Onkel von Rodrigo Borgia war Papst gewesen, als Kalixt III. war er von 1455 bis 1458 das Oberhaupt der katholischen Kirche. Während dieser Zeit förderte er die kirchliche Laufbahn seiner Neffen Rodrigo und Pedro Luis derart, dass Rodrigo zunächst Kardinal und später sogar selbst Papst wurde. Die Politik der Borgias, die Rodrigos Sohn Cesare zum Kardinalsamt verhalf, ließ die Familie zum Inbegriff des Nepotismus werden, dem Verleihen kirchlicher Ämter an Verwandte.
In der spannenden Umbruchszeit zwischen Spätmittelalter und Renaissance war Rodrigo nicht gerade ein Vorbild für Moral, aber ein geschickter Politiker und Diplomat. Durch Verheiratung seiner Kinder (diejenigen, die er nicht für die kirchliche Laufbahn vorgesehen hatte) mit Königshäusern im kleinstaatlichen Italien außerhalb versuchte er Verbündete zu gewinnen. So wurde Lucrezia mit Giovanni Sforza und nach Annulierung der Ehe mit Alfonso von Aragon verheiratet. Nach Alfonsos Ermordung wurde sie schließlich die Frau des Alfonso d‘Este; ihr kleiner Bruder Gioffre heiratete die um einiges ältere Sancia von Aragon aus dem Königreich Aragon und Neapel.

Man sieht schon, es wird eine spannende Serie. Bisher ist nur eine Staffel abgedreht, aber insgesamt sind wohl vier geplant.

Nachtrag vom 4. Oktober: Inzwischen steht fest, dass Die Borgias ab November immer mittwochs auf ProSieben statt wie ursprünglich geplant auf Sat1 ausgestrahlt werden.

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