Carte Noir D.O.P. – ein Olivenöl Extra Vergine von Olio Roi

Ligurien

Nachdem ich bereits im Oktober über unseren Besuch bei Olio Roi berichtet habe, möchte ich heute etwas genauer auf sein extra natives Olivenöl „Carte Noir D.O.P.“ und die Region eingehen. Dieses Olivenöl extra vergine wird aus den für die Region Ligurien typischen Taggiasca-Oliven gewonnen. Diese sind nach der Ortschaft Taggia benannt, eine zu den befestigten Burg-Dörfern (Borghi) gehörende Siedlung, zu denen auch Ceriana und Badalucco zählen. In der Nähe von Badalucco steht ja auch die Ölmühle Roi.

Carte Noir DOP

die Stadt Taggia, die der Taggiasca-Oliven ihren Namen gab

Taggia ist eine Stadt der Berge und des Meeres, denn das Gebiet der Gemeinde reicht von der Küste mit den sonnigen und steinigen Stränden bis zum Felssporn der Grotte, die der Ursprung Armas ist. Arma ist ein Wort aus der Sprache der antiken Ligurer und bedeutet einfach „Grotte“. Damit bezeichneten die alten Bewohner Liguriens die Siedlung in der Grotte, aus der die Stadt Arma erwachsen ist. Taggia hingegen ist eine Stadt, die wie ein undurchdringliches Knäuel aus antiken Wohnhäusern wirkt. Die erfolgreiche Landwirtschaft (insbesondere der Olivenanbau) und antike Handwerke haben der Stadt Reichtum gebracht, der sich noch heute in zahlreichen Heiligtümern und Monumenten ausdrückt. Besonders die Klosterbauten der Dominikaner und Kapuziner stechen hervor.

Olivenhain in Ligurien

Olivenhain in Ligurien

Sie waren es auch, die den Olivenanbau ermöglichten, indem sie die Berge zähmten, indem sie durch Aufschichtung von Mauern Terrassen schufen, die das Land urbar machten. Die Stadt und das Kloster waren für den Olivenanbau so bedeutend, dass die Olivensorte nach der Stadt benannt wurde: Taggiasca.

Wenn man von Ort zu Ort fährt im schönen Ligurien, kommt man nicht umhin, die im Sonnenlicht silbern schimmernden Olivenhaine zu bemerken. Olivenbäume hat es schon seit Urzeiten in Ligurien gegeben, aber erst das weise Selektieren hat die kostbare Sorte Taggiasca hervor gebracht, die zwar eine kleine Frucht hat, aber sehr ergiebig ist. Auch in Salzlauge eingelegt (salamoia) schmeckt sie vorzüglich.

Badalucco - Stadt der Keramik und des Olivenöls

Badalucco – Stadt der Keramik und des Olivenöls

Badalucco, wo die Ölmühle von Olio Roi steht, ist ebenfalls eine Stadt des Meeres und der Berge. Aber hier ist der Gegensatz zwischen Wasser und Stein spürbarer, wofür auch die vielen Brücken über den Fluss Argentina ein Zeichen sind. Der Eindruck von Stein und Wasser wir d durch die für den Ort typische Keramik aufgelockert, der auch ein Freilichtmuseum gewidmet ist. Eine weitere Spezialität des Ortes ist der Stockfisch, der über die Handelsrouten des Meeres aus Nordeuropa nach Badalucco kam. Ihm zu Ehren gibt es im September das große Fest des Stockfisches, bei dem man essen kann wie im Mittelalter.

Brücke

Romantische Brücke

Da das Tropföl-Verfahren langwieriger ist als das Pressen von Öl, entsteht ein exquisites Öl, von dem Olio Roi jährlich nur etwa 400 Flaschen produziert. Das Carte Noir duftet nach frisch geernteten Oliven und frischer Butter. Das Tropföl schmeckt im Abgang etwas nach Pinienkernen. Am besten eignet sich das extra native Olivenöl Carte Noir DOP von Roi zu weißem Fisch, Geflügel und zu leichten Sommersalaten.

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