Festa del Cristo degli Abissi in Ligurien

Italienische Bräuche, Ligurien

Was der Cristo degli Abissi?

Heute möchte ich einmal wieder über ein italienisches Volksfest schreiben, um Ihnen die italienische Kultur ein Stückchen näher zu bringen. Benannt ist das Festa del Cristo Abissi nach einer Christus-Statue benannt, die im August 1954 in der Bucht (Capo Croce) in 17 Meter Tiefe versenkt wurde. Geschaffen wurde diese Statue vom Künstler Guido Galletti Genovese. Sie zeigt einen Christus, der seine Arme segnend geöffnet hat und nach oben blickt. Die Christus-Statue ist all jenen gewidmet, die im Mittelmeer den Tod fanden, ob es Fischer waren oder Taucher oder Badende.

Was geschieht beim Festa del Cristo degli Abissi?

Ursprünglich war festgelegt worden, das Festa del Cristo degli Abissi immer am letzten Samstag im August zu feiern. In den letzten Jahren vor der Jahrtausendwende jedoch war das Wetter an diesem Tag immer sehr unangenehm, so dass das Fest auf den letzten Samstag im Juli gelegt wurde. An diesem Samstag fahren Boote im Dunkeln aus allen Häfen rund um St. Fruttuoso di Camogli in das Dorf. Die Gläubigen ziehen dann mit Fackeln zum Kloster, das am Strand liegt. Während der gesamten Zeit herrscht Schweigen. Am Strand übergeben die Prozessierenden Fackeln an freiwillige Taucher, die damit dann zur Christusstatue schwimmen. Ein Taucher legt dann am Fuß der Statue einen Kranz ab und anschließend beten die Anwesenden für die, die ihr Leben im Meer verloren haben. Die Messe am Strand ist sehr bewegend, mit den Wellen, die ans Ufer klatschen und dem Fackelschein. Nach der Messe wird das Schweigen gebrochen und die Anwesenden reden über das Fest oder andere Dinge, fahren mit ihren Booten nach Hause oder zu Freunden, um dort noch etwas Zeit miteinander zu verbringen.

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