Zur Olivenernte bei Olio Roi

Ligurien, unsere Erzeuger

Auf dem Weg zur Olio Roi kommen wir an den Olivenhainen mit den Taggiasca-Oliven vorbei.

Olivenhaine am Hang

Ein Novembertag im Örtchen Badalucco, nordöstlich von San Remo. Aldo und ich haben heute Olio Roi besucht. Die Straße führte uns vom Meer immer weiter in Richtung der Berge. Schon auf dem Weg zur Ölmühle trafen wir auf immer mehr Transporter, die den gleichen Weg zu haben schienen.

Der Verdacht bestätigte sich und vor dem Fratoio sahen wir die Bewohner der umliegenden Dörfer mit Behältern voller Oliven. Denn es war Erntezeit und die Oliven müssen schnell verarbeitet werden, damit sich keine Bitterstoffe entwickeln können. In all der Hektik und dem Gewusel hatte Franco, der Besitzer der Ölmühle, zwar kaum Zeit uns zu begrüßen, aber die authentische Einsicht in seine Arbeit entschädigte uns.

Erntefrische Oliven

Erntefrische Oliven

Während die Oliven gepresst werden, erzählt uns Franco, dass er der einzige ist, der noch die alten Granitmahlsteine benutzt. Alle anderen Ölmüller haben bei der Umstellung auf die hygienischen Produktionsanlagen auch ihre Mahlsteine entsorgt, aber da er Wert auf Tradition legt, hat er seine behalten. Sein Vater Giuseppe, genannt Pippo, hat die Mühle in den 1960er Jahren von Wasser- auf Elektrobetrieb umgestellt.

Die anderen Olivenbauern bringen nicht nur ihre Oliven zum Pressen zu Franco, sondern haben auch alle „Proviant“ dabei: Sie bringen neuen Wein, denn die Olivenernte fällt mit der Zeit des neuen Weines zusammen.

Granitmahlsteine mit erntefrischen Oliven

Granitmahlsteine mit erntefrischen Oliven

Außerdem gibt es eine spezielle ligurische Pizza, die Sardenara heißt. Sie ist nur mit einfachen Zutaten wie frischen Tomaten, Rosmarin, Oregano und Thymian belegt. Außerdem gibt es Fritelle, ein fritiertes Teilchen, das mit Zucker bestäubt ist. Die Leute bringen Würstchen und Käse aus Toma mit. Es ist wie eine Party – alle essen und trinken, lachen und erzählen.

Das frisch gepresste Olivenöl rinnt aus der Presse.

Das frisch gepresste Olivenöl rinnt aus der Presse.

Bald schon rinnt das erste frische Olivenöl aus der Presse. Franco sagt, dass die Oliven, die am Meer wachsen (nur 60 Meter davon entfernt!), ein süßeres Aroma haben als die Bergoliven, die etwa 12 km vom Meer entfernt stehen. Das Problem sei aber, dass die Bäume anfälliger für Schädlinge wie Fliegen sei. Daher gebe es auch weniger Öl von den am Meer stehenden Olivenhainen.

Aldo probiert das frische Öl

Aldo probiert das frische Öl

Nachdem sich die Mühle langsam leert, haben wir Franco und seine Frau mehr für uns. Wir probieren das frische Olivenöl extra vergine auf frischem Brot- das ist ein Erlebnis, wofür es sich auf jeden Fall lohnt, nach Italien zu reisen! Wir erfahren auch, dass einige Touristen, darunter auch Deutsche, immer wieder in die Region in den Urlaub fahren und dann immer bei Franco vorbei schauen und sich ihren Vorrat an Olivenöl mitnehmen. Klar, wenn man den Erzeuger kennt, schmeckt es gleich viel besser.

In der Frantoio Olio Roi wird aber nicht nur Olivenöl hergestellt, sondern auch Pesto, verschiedene Saucen und Olivencreme. In ihrem Laden verkaufen sie aber auch Produkte aus Olivenholz.

Wie sie es mit uns gemacht haben, führen Franco und seine Frau Besucher gern durch ihren Betrieb, aber nicht nur Erwachsene können sich über die Herstellung von Olivenöl informieren, sondern Francos Frau bietet auch Führungen für Schulkinder an. Um ihnen die Produktionsschritte zu veranschaulichen, hat sie ein Brettspiel entwickelt. Dabei würfelt man sich durch den Herstellungsprozess. Ereignisse, die sich negativ auf den Herstellungsprozess auswirken (Schädlingsbefall) werfen den Spieler auf dem Weg zurück. Positive Ereignisse lassen den Spieler aufrücken. So erfahren die Kinder, wie viele unterschiedliche Faktoren sich auf das Olivenöl auswirken können.

Eine Antwort zu “Zur Olivenernte bei Olio Roi”

  1. Günther Klein sagt:

    Wir leben 3-4 Monate in Andora und fahren immer nach Badalucco zu Olio Roy. Das Olivenoel finden wir, ist das Beste in der Region. Inzwischen müßen wir für Verwandte und auch für unsere Bekannten, das Oliven Oel mitbringen.
    Sie sind alle sehr begeistert von dem Oel!

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