Piana degli Albanesi

Italienische Bräuche, Sizilien

Vergangenen Sonntag fand in Piana degli Albanesi in Sizilien das Epiphanias-Fest statt. Dieser Ort ist für italienische Verhältnisse noch sehr jung, denn er wurde erst 1488 gegründet. Die Gründer waren albanische Flüchtlinge, die vor einfallenden Türken geflohen waren. Anfangs wurde der Ort Hora genannt. Bis 1941 hieß er dann Piana dei Greci (=Ebene der Griechen) wegen des griechisch-orthodoxen Glaubens der Siedler. Als Mussolini Albanien erobert und im Krieg mit Griechenland war, erhielt die kleine Stadt ihren heutigen Namen Piana degli Albanesi (=Ebene der Albaner).

Die Landschaft um Piana degli Albanesi

Die Landschaft um Piana degli Albanesi

Die albanischen Flüchtlinge werden Arbëresh genannt und sprechen noch heute einen alten albanischen Dialekt. Sie gehören dem orthodoxen Glauben an und daher wurde auch 1937 das zweite italo-albanische Bistum dort gegründet. Neben Glauben und Dialekt haben die Arbëresh auch andere ethnische Besonderheiten bewahrt, zu denen Trachten, Musik und Folklore gehören. All diese Elemente kann man zum Epiphanias-Fest bewundern.

Ephipanie in Piana degli Albanesi

Am 6. Januar, 12 Tage nach dem 1. Weihnachtsfeiertag, wird sehr pompös Epiphanias (Dreikönigstag) gefeiert. In traditionellen Gewändern und Trachten wird dieses für die orthodoxe Kirche sehr wichtige Fest begangen. Viele Touristen mischen sich unter die Arbëresh, um die besondere Atmosphäre zu erleben. Ein festlicher Gottesdienst eröffnet das Epiphanias-Fest. Anschließend werden Körbe mit den so typisch sizilianischen Orangen von in Trachten gekleideten Gläubigen durch die Straßen getragen. Am Marktplatz angekommen, wird unter anderem die Taufe Christi nachgestellt. Das Wasser des Brunnens auf der Hauptstraße wird gesegnet im Gedenken an Johannes den Täufer, der Christus im Jordan taufte.

Als Symbol für den Heiligen Geist wird eine lebendige (!) weiße Taube an einem Seil über den Platz geflogen. In einer Prozession den kirchlichen Würdenträger wird sie dann zur Kirche getragen.

Anschließend werden die Orangen an die Umstehenden verteilt.

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