Die italienischen Schafsrassen Massese, Sarda und Garfagnina

Toskana

Seltene Schafrassen bei Busti

Auf meinen Reisen durch Italien lerne ich nicht nur köstliche Spezialitäten und sympathische Hersteller kennen, sondern auch immer wieder „Rohstoffe“, die ich noch nicht kannte. Rohstoffe in Anführungsstrichen, weil es sich neben Obst- und Gemüsesorten manchmal auch um Tiere handelt. So war es dann auch bei Busti, der kleinen Käserei in der Provinz Livorno in der Toskana. Dort konnten wir herrlichen Pecorino (von ital. pecora für „Schaf“) von drei verschiedenen Schafsrassen kosten. Anschließend durften wir die verschiedenen Schafsrassen anschauen, die Busti für die Milchproduktion verwendet.

Schafsrasse Sarda

Schafsrasse Sarda

Schafsrassen Massese und Sarda

Drei Schafsrassen werden bei Busti gehalten: Massese, Sarda und Garfagnina. Wir hatten einige Schafe natürlich schon auf dem Weg zur Käserei auf den Weiden gesehen. Schon da waren uns Unterschiede zu den hier vorkommenden weißen Schafen aufgefallen. Benedetta erklärte uns die Charakteristiken der Tiere. Die Rasse Massese zum Beispiel hat immer ein schwarzes, graues oder braunes Fell. Sowohl die Männchen als auch die Weibchen haben Hörner, teilweise ziemlich beeindruckende. Sehr charakteristisch ist ihre „römische“ Nase. Sie werden sowohl für als Milchlieferanten als auch für die Fleischproduktion gehalten. Die Rasse Sarda hingegen hat ein weißes Fell. Die Rasse stammt – wie man bei dem Namen schon vermuten kann – aus Sardinien, wird aber in ganz Italien und darüber hinaus wegen seiner guten Milchergiebigkeit gehalten. Ihr langes Fell wird außerdem zu Wolle verarbeitet. Wirklich ein praktisches Tier, so ein Schaf.

Schafsrasse Garfagnina

Die dritte Schafrasse im Bunde ist Garfagnina oder Garfagnina bianca. Es ist nach dem Ort Garfagnana in der Provinz Lucca in der Toskana benannt. Die Rasse ist mit der Massese-Rasse verwandt. Die autochthone toskanische Schafrasse war während des 20. Jahrhunderts selten geworden – 1983 gab es nur noch 50 reinrassige Tiere! Einige Schafzüchter – darunter auch Familie Busti – haben sich aber auf die alte Rasse besonnen und züchten sie wieder. 2013 gab es daher immerhin schon wieder 356 Tiere, 50 davon bei Familie Busti. Zum Vergleich – von der Rasse Sarda gab es 2013 laut Herdenbuch 225,207.

Pecorino – eine der ältesten italienischen Käsesorten – haben wir aber nicht nur von Familie Busti aus der Toskana im Sortiment, sondern aus vielen anderen italienischen Regionen.

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