Brot

Torta al Testo – Umbrisches Fladenbrot

Hefeteig, Sauerteig und Fladenbrotteig

Pizza ist wörtlich heute in aller Munde. Doch was man beim Genuss des variantenreich belegten Hefeteiges nicht bedenkt, ist dass es sich um eine relativ moderne Entwicklung handelt. Denn für Hefeteig benötigt man Backhefe und die ist in Massen erst verfügbar geworden, seit sie industriell herstellbar war. Seit dem 18. Jahrhundert verwendeten Bäcker Hefe, die sie von Brauereien als Bierhefe erwarben.
Vorher war für die massenweise Herstellung von Brot die Luftigkeit des Teiges mithilfe von Sauerteig erreicht worden. Dabei werden die natürlich vorkommenden Hefen genutzt, die sich während des Ruhens des Teiges aus Mehl und Wasser entwickeln. Im 19. Jahrhundert wurde dann ein Verfahren entwickelt, um Hefen industriell ohne Brauprozess zu gewinnen.
Andere Triebmittel neben Hefe sind Backpulver oder Backsoda (Natron). Durch die Hitze beim Backen und das Wasser im Teig reagiert das Natron mit der Säure und setzt Kohlenstoffdioxid frei, wodurch sich Bläschen bilden. Da Natron eine schnellere Reaktionszeit als Hefe hat, verkürzt sich die Backzeit mit Natron. Seit der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts existierten verschiedene Varianten des Backpulvers. In Deutschland war es übrigens August Oetker, der 1891 das Backin erfand, wie es noch heute gehandelt wird.

Fladenbrot im Backofen

Fladenbrot im Backofen

Zutaten für Torta al Testo

In Umbrien soll das Rezept für das Fladenbrot Torta al Testo angeblich schon seit der Zeit der Etrusker bekannt sein. Da das Backpulver aber erst im 19. Jahrhundert erfunden wurde, ist diese Geschichte doch anzuzweifeln. Die wenigen Zutaten für Torta al Testo sind:

Fladenbrot mit Tomaten und Basilikum

Fladenbrot mit Tomaten und Basilikum

Zubereitung von Torta al Testo

Der Name Torta al Testo leitet sich von der Scheibe aus Kalkstein und Schamott, Zement oder Gusseisen ab, auf der das Fladenbrot gebacken wird und die testo heißt. Wer so etwas nicht zu Hause hat und Torta al Testo nachbacken möchte, kann die Fladen auch in einer Alu- oder Crêpes-Pfanne backen.

Das Mehl in eine Schüssel geben, das Backpulver und Salz, das Wasser hinzugeben. Mit einer Gabel verrühren. Den Teig auf eine Arbeitsfläche geben.
Dort mit den Händen etwa 10 Minuten kneten, bis der Teig glatt und homogen ist. Damit eine Kugel formen, etwas flach drücken und mit einem Nudelholz flach rollen, bis der Teig ca. 1 cm dick ist.
Mit der Gabel Löcher in den Teig stechen, damit sich beim Backen keine Blasen bilden können. Anschließend aus Backpapier eine Scheibe in der Größe des testo schneiden.
Den Fladen auf beiden Seiten für 12-15 Minuten backen/ braten. In Keile schneiden und servieren.

Frisella – das italienische Knäckebrot

Friselle mit Tomaten und Oregano

Friselle mit Tomaten und Oregano

Friselle und Knäckebröd

Manchmal gibt es ja schon seltsame Zufälle. Gerade haben wir Friselle ins Sortiment genommen und ich habe mich ein bisschen dazu belesen. Da fiel mir die Ähnlichkeit zu rundem Knäckebrot aus Schweden auf. Der Teig ist zwar unterschiedlich, aber beide Brotarten sind rund und haben ein Loch in der Mitte. Doch während Frisella zweimal gebacken wird (ital. biscotti), erfolgt beim Käckebröd die Haltbarmachung durch Trocknung. Beide Traditionen gehen auf eine Zeit zurück, als es noch wesentlich schwieriger war, Lebensmittel zu lagern.
Der eigentliche Zufall ist aber, dass es noch etwas gibt, was typisch italienisch und typisch schwedisch ist: das Lucia-Fest, das in der Adventszeit am 13. Dezember in beiden Ländern gefeiert wird.

Schwedisches Käckebröd (Knäckebrot)

Schwedisches Käckebröd (Knäckebrot)

Friselle – das Brot der Fischer

Frisella (Plural friselle) stammt ursprünglich aus Apulien. Dort wurde es für die Fischer gebacken, die es auf mehrtägige Fahrten mitnahmen. Ähnlich wie es in Deutschland mit dem Zwieback Brauch war, der ja ebenfalls – wie der Name schon sagt – zweimal gebacken wird. Dadurch wird das Brot lange haltbar gemacht. Allerdings aßen die apulischen Fischer die Friselle nicht pur, sondern tauchten sie kurz in Meerwasser und belegten es dann mit frisch gefangenem Fisch. Schon die alten Griechen sollen ein zweifach gebackenes Brot und damit den Vorläufer der Friselle und des Zwiebacks gekannt haben.

Friselle pur

Friselle pur

Friselle kaufen

Auch zu Land wurden die Friselle gegessen (wahrscheinlich aber nicht von den Fischern, die sicher froh waren, wenn sie mal „was Richtiges“ zu essen bekamen). So gibt es ein Rezept aus Apulien, bei der die kurz gewässerten Friselle mit einer Mischung aus Tomaten, Basilikum und Olivenöl in Brotsalat (Panzanella > Rezept) verwendet werden. In Neapel werden die Friselle mit Tomaten, Basilikum und Olivenöl (ähnlich Bruschetta) belegt.
Wenn Sie auf den Geschmack gekommen und/ oder neugierig geworden sind, können Sie Friselle und andere italienische Brotspezialitäten bei uns kaufen. Ganz bequem online bestellen und meist schon am nächsten Tag ist die Ware bei Ihnen.

Tramezzino – italienisches Sandwich

Geschichte des Tramezzino

Bei Sandwiches denken wir an England; Gurkensandwiches gehören zur englisch Kultur wie Earl Grey Tee und oder Frühstücksbacon. Die Assoziation ist ja auch richtig, denn das Sandwich wurde nach John Montague, dem 4. Earl von Sandwich benannt. Dabei hat er es gar nicht erfunden. Aber passenderweise klingt sein Nachname doch eher italienisch als englisch, wenn man an Romeo und Julia denkt. Beim Tramezzino hingegen ist die Geschichte genau bekannt. Es wurde nämlich 1925 in der Bar Caffè Mulassano am Piazza Castello Turin erfunden. Die Bezeichnung wurde von Gabriele D’Annunzio erfunden, da sandwich für die Italiener damals nicht so leicht auszusprechen war.

Ein Tramezzini-Turm. Gestapelter Genuss!

Ein Tramezzini-Turm. Gestapelter Genuss!

Tramezzino – tramezzini

Der Name Tramezzino bedeutet „dazwischen“, „mittendrin“. Ob das sich auf den Belag zwischen den beiden dreieckigen Brotscheiben oder auf den Tramezzino als Zwischenmahlzeit bezieht – da bin ich auch überfragt. Was den Tramezzino auch vom englischen Sandwich unterscheidet, ist seine fehlende Rinde. Das feine Weißbrot kann in speziellen Grills auch erwärmt werden, aber auch kalt schmeckt es sehr gut. Die Bar, in der der Tramezzino erfunden wurde, bietet heute über 40 verschiedene tramazzini an. Superlecker ist natürlich Prosciutto oder ein aromatischer italienischer Käse. Da sind der Fantasie wirklich keine Grenzen gesetzt.