Gebäck

Italienische Ostern

Es scheint, als sei bereits seit Wochen Ostern, wenn man das saisonale Warensortiment der Supermärkte betrachtet. Osterhasen, Küken, Lämmer und Eier in allen Geschmacksrichtungen und Farben warten auf Leckermäuler. In den letzten Tagen sind auch lammförmige Hefegebäcke dazu gekommen. Selbstverständlich, denn Ostern ist vor allem ein Frühlingsfest, auf welche Art und Weise und ob überhaupt man religiös ist. Dass die Bäume wieder ausschlagen und die Luft von Vogelgezwitscher erfüllt ist, ist nach einem kalten Winter auch nichts Anderes als ein Wunder der Wiedergeburt.

Colomba tradizionale - italienisches Ostergebäck

Colomba tradizionale - italienisches Ostergebäck

Italienisches Ostergebäck

Wie in vielen anderen Ländern auch, gibt es in Italien zu Ostern spezielles Ostergebäck – Kuchen auf Hefeteigbasis. Das ist Colomba, ein Kuchen in Taubenform. Er wird auch als Colomba pasquale, also Ostertaube, bezeichnet. Ähnlich wie der Weihnachtskuchen Panettone und Pandoro besteht er hauptsächlich aus Mehl, Zucker, Hefe und Butter, enthält jedoch nur kandierte Orangenschalen und keine Rosinen. Oft ist die Oberfläche mit Zucker oder Mandeln verziert. Dieses zuckersüße Festmahl wirkt selbstverständlich besonders ausufernd, wenn man vor Ostern die 40 Tage Fasten eingehalten hat.

Colomba mit Schokoperlen

Colomba mit Schokoperlen

Italienische Osterbräuche

Dominant sind selbstverständlich in Italien die religiös geprägten Osterbräuche. Ganze Städte und Dörfer nehmen an festlichen Prozessionen teil, bei denen Heiligenstatuen durch die Straßen und traditionelle Kleidung getragen werden. Auch Ostereier spielen in manchen Gemeinden eine Rolle. Kulinarisch werden neben Colombe häufig frittierte Artischocken (carciofi fritti) und Lammgerichte serviert.
Ein geflügeltes Wort in Italien ist Natale con i suoi, Pasqua con chi vuoi, was frei übersetzt soviel bedeutet wie “Weihnachten mit der Familie, Ostern mit Menschen deiner Wahl”. (Das kann natürlich auch die Familie sein.)

Gustini wünscht allen Freunden und Kunden frohe Ostern und ein paar erholsame Tage!

Nationaler Pistazientag

Für alles scheint es einen besonderen Tag im Kalender zu geben: Nichtrauchertag (31. Mai), Tag des Hundes (6. Juni), Tag der Erfinder (am eh schon völlig mit Ereignissen überladenen 9. November), Tag der Zahngesundheit (25. September) und, und, und. Zweck dieser Ernennung ist es, bestimmte Teile des täglichen Lebens, die allzu oft für selbstverständlich genommen werden und im Bewusstsein hintenan stehen, in den Vordergrund zu rücken und zumindest für einen Tag die Aufmerksamkeit der Menschen darauf zu richten. In manchen Fällen wird auch versucht, bestimmte Ernährungsgewohnheiten in Erinnerung zu rufen. So im Fall „Tag des Butterbrotes“, der jährlich am letzten Freitag im September stattfindet.
Der 26. Januar wurde zum Pistazientag erklärt. Daher möchte ich einige Worte zu dieser mediterranen Knabberei verlieren.

Pesto aus Pistazien

Pesto aus Pistazien

Botanisches zur Pistazie

Man mag vermuten, dass die Pistazie eine Nuss ist. Aber ist sie nicht. Vielmehr gehört sie zu den Steinfrüchten, ebenso wie Mango, Mirabelle, Pflaume, Kokosnuss, Mandel und Pfirsich. Auch Oliven gehören dazu, stechen aber aus der Obstreihe etwas heraus. Aller zwei Jahre können die bis zu 300 Jahre alten Pistazienbäume geerntet werden. Bedeutende Anbaugebiete sind der Iran, die USA und die Türkei. Auch in Griechenland und Syrien gibt es wichtige Anbaugebiete. Über Windbestäubung gelangen die Pollen von den männlichen Bäumen zu den weiblichen. Pistazienbäume sind stark vom Klima abhängig; sie benötigen lange kühle Perioden, um die Samenruhe zu entwickeln. Milde Winter hingegen können den Ertrag erheblich schmälern.

Torrone mit Pistazien

Torrone mit Pistazien

Pistazien in der Küche

Als Knabbereien sind geröstete und gesalzene Pistazien sehr beliebt. Aber auch als Zutat für verschiedenste Lebens- und Genussmittel finden sie Verwendung. Beispielsweise in Mortadella, der italienischen Wurst. Zu den deftigeren Ergebnissen der Pistazien-Verarbeitung gehört eine Pesto-Variation. Leckermäulern wird der Gebrauch von Pistazien in Mozartkugeln, Baklava, Cantuccini und Torrone bekannt sein. Köstlich ist auch ein mit Pistazien verfeinerter Salat.

Lassen Sie Ihrer kulinarischen Kreativität freien Lauf!

Cantuccio di Federigo – eine kleine Bäckerei in der Toskana

Traditionelles Handwerk in der Urlaubsregion Toskana

Rino in der Backstube

Rino in der Backstube


Als wir im Juli durch die Toskana fuhren, um einige unserer Erzeuger zu besuchen, war auch die Bäckerei Cantuccio di Federigo auf unserem Routenplan. Die kleine Bäckerei in San Miniato wird von Paolo Gazzarrini und seinem Vater Rino geführt. Ungewöhnlich an Paolo ist, dass er Literatur studiert hat und in seine Verkaufsgespräche immer wieder kleine mittelalterliche Geschichte über Moral einbaut. Deswegen ist die Bäckerei Cantuccio di Federigo nicht nur als Lieferant für verführerische Gebäckspezialitäten beliebt.
Die Spezialität aus San Miniato - Miniatensi

Die Spezialität aus San Miniato - Miniatensi

Toskanische Gebäck-Spezialitäten

Die Toskana ist bekannt für ihre Mandelgebäcke, die auch in Deutschland inzwischen in Cafés zum Cappuccino gereicht werden: Luftig knackige Amarettini zum Beispiel. Sehr beliebt sind auch die knusprigen Cantuccini, die auch zu Wein genossen werden. Ricciarelli gehören ebenfalls zu den toskanischen Gebäck-Spezialitäten, in denen Mandeln verarbeitet werden.

Eine Spezialität aus San Miniato sind aber die Miniatensi, eine satt-gelbe Köstlichkeit, die ähnlich wie Cantuccini aus langen Teigwürsten geschnitten wird. Sie haben aber eher eine Konsistenz wie Mürbegebäck und sind einfach unbeschreiblich lecker! Die Mandeln für die Bäckerei bezieht Familie Gazzarrini übrigens aus Apulien, einer Region, die berühmt ist für ihre Mandeln.

Die Colomba – ein italienischer Osterkuchen

Traditionelle Kuchen zu Ostern

Aus Deutschland kennen wir Osterkuchen in Hasen- und Lammform. Die Lammform verweist auf Jesus als Guten Hirten und die neu geborenen Lämmer im Frühjahr und die Hasenform auf den Osterhasen, der als Symbol der Fruchtbarkeit eng mit dem Frühjahrsfest verbunden ist. Auch andere reichhaltige Speisen kommen zu Ostern auf den Tisch, um das Ende der Fasten- und Winterzeit zu feiern. Dazu gehören spezielle Oster-Schinken, Würste und Eier. Bemalte Eier sind beinah in der gesamten Christenheit zu finden und gehen wahrscheinlich sogar auf vorchristliche Bräuche zurück. In Italien ist die Colomba Teil der Ostertradition.

Eine Colomba aus unserem Sortiment

Eine Colomba aus unserem Sortiment

Colomba aus Italien

Der Legende nach geht die Tradition des italienischen Osterkuchens Colomba auf die langobardische Zeit zurück, in der dem Langobardenkönig Alboino während der Belagerung von Pavia eine taubenförmige Pfanne als Zeichen des Friedens überreicht worden sein soll. In Wirklichkeit reicht die Tradition aber nicht so weit zurück: Der Mailänder Dino Villani entwickelte diesen Osterkuchen für eine Firma, die bereits für den Weihnachtskuchen Panettone bekannt war. Die Taube (it. Colomba) als Symbol der Versöhnung und des Christentums bot sich da einfach an.

Colomba Rezept oder bestellen

Ähnlich wie Panettone besteht die Colomba aus reichhaltigen Zutaten wie Eier, Butter und Zucker, aber selbstverständlich auch Mehl. Als Verzierung werden dem Rezept kandierte Früchte und Mandelsplitter beigefügt. Auch Rosinen gehören als einstmaliges Luxus- und Importgut in eine Colomba.

Wer also einmal eine Alternative zu den deutschen Ostergebäcken sucht, wird in unserem Shop unter der Rubrik Süßes und Gebäck fündig und kann Colomba bequem von zu Hause online bestellen.

Italienisches Weihnachtsgebäck: Pinienkernbällchen

Eigentlich waren als nächstes Rezept Ricciarelli geplant, da die aber fast die gleichen Zutaten wie Amarettini haben, musste eine Alternative her. Fündig wurde ich bei Pinienkern-Bällchen. Fast alle Zutaten gibt es bei Gustini zu bestellen. Die anderen hat man meist eh im Haus. Die Pinienkern-Bällchen machen unsere Reihe aus italienischem Gebäck-Dreierlei komplett.

Zutaten für italienische Pinienkern-Bällchen:

Fertig gebacken sehen sie sooo lecker aus!

Fertig gebacken sehen sie sooo lecker aus!

Rezept für Pinienkern-Bällchen

Die getrockneten Apfelscheiben in sehr kleine Würfel schneiden. Wirklich sehr, sehr klein, da sie sich sonst später schwer in den Teig kneten lassen.

Das Mehl, Trockenhefe und Salz in eine Schüssel geben. Olivenöl und Sherry zugeben und vermengen. Anschließend Zucker, gewürfelte Apfelstückchen und Pinienkerne unterkneten. Bei Bedarf mit etwas Apfelsaft/ Sherry den Teig geschmeidig halten. (Den Teig, nicht den Bäcker!)

Den Backofen auf 160°C (Umluft 140°C, Gasherd Stufe 2) vorheizen.

Aus dem Teig walnussgroße Stücke zu Kugeln formen (am besten mit zwei Löffeln, da der Teig sehr klebrig wird) und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen. Nun die Pinienkernkugeln 15-20 Minuten hellbraun und knusprig backen.

Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen und mit Puderzucker betreuen.