Käse

Auswertung der Wahl zum beliebtesten italienischen Käse

Das Ranking der italienischen Käse nach Wählergunst

Bis gestern konnten Italien- und Käseliebhaber über unser Profil bei Facebook abstimmen, welcher Käse aus Italien ihr Lieblingskäse ist. Der absolute Gewinner ist Parmigiano Reggiano mit exakt einem Drittel aller Stimmen. Den zweiten Platz belegt Mozzarella (auch nicht besonders überraschend) und wird dicht gefolgt von Gorgonzola. Die gleiche Anzahl Stimmen erhielten Burrata, Bra und Scamorza. Weit abgeschlagen erscheinen Fontina Valdostana, Grana Padano, Formai de Mut dell’Alta Val Brembana, Mascarpone und Pecorino. Es scheint, als müssten wir noch viel Überzeugungsarbeit leisten, um die italienische Käsegeschmacksvielfalt an die deutschen Gaumen zu bringen.

Der Gewinner: Parmigiano Reggiano

Der Gewinner: Parmigiano Reggiano

Die TOP 10 der beliebtesten italienischen Käse-Sorten

1. Parmigiano Reggiano DOP
2. Mozzarella (di bufala DOP) – Nicht alle Wähler haben auf Büffelmilch bestanden.
3. Gorgonzola DOP
4. Burrata
5. Bra duro DOP
6. Scamorza
7. Fontina Valdostana DOP
8. Grana Padano DOP (liegt vermutlich daran, dass er nicht so bekannt ist wie der Erstplatzierte).
9. Mascarpone
10. Pecorino

And the winner is…

…Trommelwirbel…Alexander Meinzer, denn er hat mit seinen Kommentaren zu den jeweiligen Blogbeiträgen immer wieder gute Rezepte und Verwendungsmöglichkeiten für die verschiedenen Käse-Sorten präsentiert.
Vielen Dank an alle, die sich an der Abstimmung beteiligt haben. Und guten Appetit für weitere Verkostungen!

Grana Padano – im Schatten des Parmesan?

Wo und wie wird Grana Padano DOP hergestellt?

Die Herstellung von Grana Padano DOP ähnelt im Wesentlichen der von Parmesan, denn bei beiden handelt es sich um einen Hartkäse. Allerdings ist die Produktionszone unterschiedlich: Während Parmesan in der Provinz Parma (daher der Name) hergestellt wird, bezieht sich der Namensteil Padano im Grana Padano auf das Tal des Po, italienisch Pianura Padana. Das Gebiet ist größer als das des Vetters aus Parma. Auch die Geschichte ist älter, denn Grana Padano (=der Körnige aus dem Po-Tal) wird bereits seit etwa 1000 Jahren hergestellt. Auch hier waren es Mönche, die überschüssige Milch zu Käse verarbeiteten.

Das Spina im Kupferkessel

Das Spina im Kupferkessel

Herstellung des Grana Padano

Auch bei diesem Käse wird die Milch aus dem abendlichen und darauf folgenden morgenlichen Melkgang verwendet. Die Abendmilch wird entrahmt, so dass Grana Padano einen etwas geringeren Fettgehalt als Parmesan hat. Daher sind junge Granas auch milder im Geschmack, denn Fett ist bekanntlich ein Geschmacksträger. Auch für die Herstellung von Grana Padano werden Kupferkessel verwendet. Wie wir vor Ort erfahren konnten, wurde mit Stahlkesseln experimentiert, aber die traditionelle Art erwies sich als besser. Ebenso wie beim berühmteren Verwandten wird das spina verwendet, um die Masse zu zerkleinern (siehe Bild).

Hier lagern und reifen hunderte von Grana Padano-Laibern

Hier lagern und reifen hunderte von Grana Padano-Laibern

Welche Arten von Grana Padano gibt es?

Bei Grana Padano werden drei Reifestufen unterschieden: Der einfach nur Grana Padano genannte Käse ist neun bis 16 Monate gereift und hat noch eine etwas cremige Konsistenz, ist also kaum körnig. Grana Padano oltre 16 mesi ist länger als 16 Monate gereift und hat schon einen ausgeprägteren Geschmack. Wenn der zylindrische Käse mehr als 20 Monate gereift ist, nennt man ihn Grana Padano Riserva. Parmesan kann bis zu 72 Monate, also sechs Jahre reifen – ein weiterer Unterschied zwischen beiden Käse-Arten.

Im Detail erkennt man das Siegel gut.

Im Detail erkennt man das Siegel gut.

Wie wird die Echtheit des Grana Padano überprüft?

Übrigens geben die Hersteller von Grana Padano Bakterien-Kulturen in die Käsemasse, deren Stamm nur dem Consorzio bekannt ist. Alle paar Monate wird der Stamm gewechselt, so dass die Herkunft und Echtheit des Käses sogar noch nachgewiesen werden kann, wenn der angebliche Grana Padano als Reibekäse verkauft wird. Bei ganzen Laiben oder Stücken kann man das Siegel auf dem Rand erkennen, je kleiner die Stücken, desto schwieriger. Selbstverständlich sind diese Bakterien geschmacksneutral und nicht gesundheitsschädlich!

Parmigiano Reggiano – beliebt als „Parmesan“

Wohl DER bekannteste italienische Käse: Parmesan

Mit ziemlicher Sicherheit kann man wohl behaupten, dass Parmesan der bekannteste italienische Käse überhaupt ist. Dicht gefolgt von Mozzarella vielleicht. Dabei hat sich im deutschen Sprachgebrauch „Parmesan“ als Oberbegriff für jedweden Reibekäse etabliert. Etwas schade, wie ich finde, denn damit drängt er den ebenso guten Grana Padano in den Hintergrund. Italiener und besonders die aus der Po-Ebene, von wo der Grana Padano stammt, würden sich wohl die Haare raufen. In Italien gibt es dieses Problem auch nicht, denn mit amtlichem Namen heißt der Parmesan Parmigiano Reggiano und ist mit dem DOP-Siegel vor Nachahmung geschützt. Aber da sich Parmesan in Deutschland quasi von selbst verkauft, schrecken auch Supermärkte nicht davor zurück, Grana als Parmesan zu etikettieren.

Ein sieben Jahre gereifter Parmesan

Ein sieben Jahre gereifter Parmesan

Geschichte und Herstellung des Parmesan

Parmesan wird schon bereits seit mindestens 800 Jahren hergestellt. Er ist einer der mönchischen Erfindungen des Mittelalters, als es keine Kühlschränke gab und überschüssige Milch irgendwie haltbar gemacht werden musste. Etwa 16 Liter Milch benötigt man für ein Kilogramm Käse. In großen Kupferkesseln wird morgens die Milch der Morgenmelkung zur Milch des Vorabends gegeben. Einen Tag später wird der Rahm abgeschöpft und die Milch in den Kesseln erwärmt. Die Gerinnung leitet man mit Kälberlab ein. Ein spino genanntes Ballonsieb wird verwendet, um die teilweise erhärtete Masse wieder in kleine Teile zu zerbrechen. Der entstandene Bruch wird erneut auf 33-34°C erwärmt, so dass etwas Wasser verdampfen kann. Danach sinkt das Käsegranulat auf den Boden des Kupferkessels, von wo es mit riesigen Tüchern herausgehoben wird. Zwei starke Männer sind für diesen Arbeitsschritt nötig. Die übrig bleibende Molke wird als Schweinefutter für die Schweine verwendet, aus denen später Parmaschinken gemacht wird. Mit den Tüchern wird der Käsebruch in runde Formen gegeben, wo er zwei weitere Tage ruht. In dieser Zeit kann mehr Molke ablaufen und der Käser erhärtet sich ein wenig. Anschließend wird die Masse drei Wochen lang immer wieder in Salzlake getaucht, dessen Salz ihr Geschmack gibt und die Haltbarkeit erhöht. Zum Schluss wird der Käse aus den Formen gelöst und mindestens 12 Monate, meist aber zwei bis sechs Jahre, in Kellern oder Lagerräumen auf enorm hohen Regalen gelagert. In der Reifezeit wird er immer wieder gewendet und gesäubert. Schimmlige Laibe werden aussortiert. Und nur die Laibe, die am Ende die strenge Prüfung überstehen, dürfen als Parmigiano Reggiano DOP in Italien und im Ausland verkauft werden. Bei geringen Fehlern kann er als bereits geriebener Käse ohne diese Bezeichnung in den Handel gelangen.

Mozzarella di Bufala – ein echter Leckerbissen aus Kampanien

Wie wird Mozzarella hergestellt?

Für die Herstellung von Mozzarella wird die Milch erhitzt. Bei Kuhmilch benötigt man für 1kg Käse 8 kg Milch, bei Büffelmilch nur 5 kg. Durch Zugabe von Molke wird die Flüssigkeit angedickt. Mithilfe von Lab wird die Masse gebrochen und anschließend gerührt. Anschließend wird das Filata-Verfahren angewendet, d.h. brühendes Wasser wird auf die Masse gegeben und der Teig geknetet. Dadurch entsteht die typisch faserige Konsistenz des Mozzarella. Das sich anschließende Schneiden der Masse (it. mozzare) gab dem Mozzarella seinen Namen. Kaltes Wasser kühlt die Masse ab und im Anschluss erfolgt das Salzen.

Mozzarella di Bufala oder Büffelmozzarella

Mozzarella di Bufala oder Büffelmozzarella

Was ist der Unterschied zwischen „echtem“ Mozzarella und dem aus dem Supermarkt?

Der ECHTE Mozzarella, also der Mozzarella di Bufala, wird aus der Milch von Wasserbüffeln hergestellt. Der, den man in Deutschland inzwischen in jedem Supermarkt in mehreren Varianten kaufen kann, ist aus ganz normaler Kuhmilch zubereitet. Den Unterschied schmeckt man deutlich: Während der aus Kuhmilch eigentlich nach nichts schmeckt, hat der echte Mozzarella aus Büffelmilch einen säuerlichen Geschmack, der beim ersten Genuss verwundern kann.

Mozzarella Insalata Caprese

Insalata Caprese

Verwendung von Mozzarella

Als Frischkäse kann Mozzarella bekanntermaßen im Insalata Caprese verwendet werden, bei dem Mozzarella-Scheiben mit Tomatenscheiben und Basilikum sowie Olivenöl und Balsamico angerichtet werden. Auch zum Überbacken ist Mozzarella gut geeignet, wobei aber immer etwas Flüssigkeit austritt (beim Überbacken auf Pizza beispielsweise). Der Frischkäse sollte auf jeden Fall nach dem Öffnen schnell verzehrt werden. Im Kühlschrank ist er jedoch in Salzlake gelagert bis zu zwei Wochen haltbar.

Noch bis Ende Juli 2010 können Sie bei unserer Wahl: Mein Lieblingskäse aus Italien, bei der noch bis Ende Juli auf Facebook abstimmen und habe eine Chance auf den Gewinn des 100 €-Gutscheins.

Scamorza – ein kleines Säckchen Käse

Herstellung von Scamorza

Der Scamorza reiht sich mit Provolone und Mozzarella in die Gruppe der Filata-Käse ein. So bezeichnet man meist süditalienische Käsesorten, die nach dem Filata-Verfahren hergestellt werden, bei dem der frische Käsebruch mit brühendem Wasser übergossen wird. Dann wird der zähe Teig gerührt und zu einem formbaren Teig verarbeitet. Dieser wird in etwa gleich große Teile geteilt und geformt. Charakteristisch für den Scamorza ist seine Birnen- oder Säckchenform, in der meist jeweils zwei an einer Schnur hängen.

Scamorza Affumicata

Scamorza Affumicata

Eigenschaften des Scamorza

Vor allem Apulien ist bekannt für die Scamorza-Herstellung, besonders die Provinz Bari. Neben der typischen Form hat der Scamorza auch andere Eigenschaften, die ihn von den anderen italienischen Käsesorten unterscheiden. Dazu gehört seine dunkelgelbe bis hellbraune Rinde bei einer sehr hellen Käsemasse. Anders als Mozzarella ist er in der Masse sehr kompakt. Der Fettgehalt beträgt zwischen 40 und 50% i.Tr. Neben der puren Variante gibt es den Scamorza auch geräuchert, dann heißt er Scamorza affumicata. Sehr, sehr lecker, wenn man geräucherten Käse mag.

Verwendung von Scamorza

Prinzipiell kann Scamorza überall dort verwendet werden, wo man auch Mozzarella verwenden würde. Er schmilzt etwas besser als Mozzarella und eignet sich daher gut zum Überbacken. Auf einer gemischten Käseplatte bildet vor allem die geräucherte Variante ein Highlight. Da der Teig kompakter ist als beim Mozzarella, ist der Scamorza auch als Tafelkäse sehr gut geeignet.

Weitere Informationen zu unserer Wahl: Mein Lieblingskäse aus Italien, bei der es einen 100-Gutschein zu gewinnen gibt, finden Sie hier im Blog und auf unserer Facebook-Seite.
Noch bis