Konfitüre

Zwiebelmarmelade

Zwiebelmarmelade

Der erste Gedanke, wenn man Zwiebelmarmelade, liest, ist sicher „igitt, wer isst denn sowas“?! Da muss ich gleich sagen: Mooooment, es ist nicht so, wie Sie denken. Man isst Zwiebelmarmelade nicht direkt auf dem Frühstücksbrötchen. Die Assoziationen, die man zu Marmelade hat, leiten einen in die Irre. Vielmehr sind die eingekochten Zwiebeln als Soße für den Käse oder zu Kurzgebratenem oder auf Crostini gedacht. Also wegdenken vom Sonntagsfrühstück und schon klingt Zwiebelmarmelade viel verlockender.

Zwiebelmarmelade Dolcezza di Cipolla rossa

Zwiebelmarmelade Dolcezza di Cipolla rossa

Zwiebelkonfitüre aus Italien

Dann muss man wahrscheinlich noch erwähnen, dass die Bezeichnung „Marmelade“ im Zusammenhang mit Zwiebeln sowieso falsch ist, jedenfalls wenn man die EU fragt. Die hat nämlich schon 1982 ein Gesetz oder wohl eher eine Vorgabe beschlossen, dass lediglich Eingekochtes aus Zitrusfrüchten als „Marmelade“ bezeichnet werden darf (vergleiche engl. marmelade, wo das wohl schon immer so unterschieden wurde), während alles andere aus Früchten – oder eben Zwiebeln – als „Konfitüre“ bezeichnet werden soll (engl. jam).
Auf Italienisch heißt das Ganze dann Dolcezza di Cipolla Rossa di Tropea IGP, denn bei der Zwiebelkonfitüre aus Italien werden nicht irgendwelche gewöhnlichen Gemüsezwiebeln verwendet, sondern nur die roten Zwiebeln, die in und um Tropea angebaut werden.

Zwiebelmarmelade Zwiebelkonfitüre kaufen

Genauer gesagt liegt Tropea in Kalabrien, der italienischen Region, die besonders für ihre scharfen Spezialitäten bekannt ist. Dank der Bodenbeschaffenheit in diesem Anbaugebiet sind die roten Zwiebeln aus Tropea eher süß und weniger bitter. Sie enthalten Vitamin C, Vitamin E, Eisen, Selen, Jod, Zink und Magnesium.
Da es nicht so leicht ist, die originalen Tropea-Zwiebeln bei uns zu kaufen, falls Sie die Konfitüre selbst einkochen wollten, empfehle ich Ihnen die fertige in unserem Shop zu kaufen. Wir haben auch noch viele weitere Saucen für Käse im Angebot. Schauen Sie doch mal rein.

Wie unterscheiden sich Marmelade, Konfitüre und Fruchtaufstrich?

Umgangssprachlich sagt man wohl zu allen Brotaufstrichen, die irgendwie aus Früchten hergestellt sind, „Marmelade“. Dass es da feine Unterschiede zwischen Marmelade und Konfitüre gibt, wissen sicher die wenigsten und halten „Konfitüre“ einfach für ein vornehmeres Wort. Als wir auf dem Außerperskolerhof waren, hat uns Rudi Maier das erklärt.

Quittenkonfitüre

Quittenkonfitüre

Ich habe gerade noch einmal ein bisschen im Internet recherchiert und versuche es hier mal darzulegen. Als „Marmelade“ wird also traditionell und auch umgangssprachlich ein Brotaufstrich bezeichnet, der aus mit Zucker eingekochten Früchten (und nach Belieben auch Gewürze wie Zimt oder Vanille) hergestellt wird. Das Wort „Marmelade“ selbst leitet sich wohl vom portugiesischen Wort marmelada für „Quittenmus“ ab. Quittenkonfitüre scheint also eine sehr frühe Form gewesen zu sein. Das Wort „Konfitüre“ hingegen leitet sich vom französischen confiture ab, was soviel wie „Eingemachtes“ bedeutet. Es kam mit vielen anderen Wörtern aus dem Französischen im 17. Jahrhundert ins Deutsche, als neben der französischen Mode auch die entsprechenden Bezeichnungen entlehnt wurden. Und irgendwie klingt „Konfitüre“ vornehmer als „Marmelade“, vielleicht weil der Mund so vornehm gerundet wird?
Jedenfalls hat die Europäische Gemeinschaft 1982 eine Konfitürenverordnung erlassen, nach der nur noch Eingemachtes aus Zitrusfrüchten in Werbung und Verkauf als „Marmelade“ bezeichnet werden darf. Wie das immer so ist mit Sprachregelungen, dauert es eine Weile, bis sie sich durchsetzen. Aus dem Englischunterricht erinnert man sich vielleicht, dass Orangenmarmelade als “marmelade” und z.B. Brombeermarmelade als “jam” bezeichnet wurde. Es wurde also der englische Sprachgebrauch europaweit vorgeschrieben.

Die indischen Laufenten, die auf dem Außerperskolerhof gegen Schnecken eingesetzt werden.

Die indischen Laufenten, die auf dem Außerperskolerhof gegen Schnecken eingesetzt werden.

Auf dem Außerperskolerhof werden aber gar keine Marmeladen hergestellt, sondern (neben veganem Honig aus Löwenzahnblüten und Fichtenextrakt sowie Fruchtessigen) „nur“ Fruchtaufstriche, diese aber aus Brombeeren, Him- und Preiselbeeren, Jostabeeren, Himbeeren und Johannisbeeren. Was ist das jetzt wieder Fruchtaufstrich?

Sizilianische Orangenmarmelade

Sizilianische Orangenmarmelade

In der Konfitürenverordnung sind die Begriffe „Konfitüre“ und „Konfitüre extra“, „Gelee“ und „Gelee extra“, „Marmelade“, „Gelee-Marmelade“ und „Maronenkrem“ danach definiert, wie viel Fruchtmark oder Pülpe pro 1000g Enderzeugnis enthalten sein müssen. Innerhalb der einzelnen Erzeugnisse ist der Anteil noch einmal je nach Frucht unterschiedlich. Alles, was von den Vorschriften von Konfitüre abweicht, ist den anderen Begriffen zuzuordnen. Gelee wird ja zum Beispiel nur aus Fruchtsaft und nicht aus der ganzen Frucht hergestellt. Fruchtaufstriche unterscheiden sich insofern, als dass sie weniger Zucker oder andere Süßungsstoffe enthalten dürfen. Daraus kann man also schließen, dass das auf dem Außerperskolerhof eingekochte Obst zahnfreundlicher ist, da es weniger Zucker als Marmelade oder Konfitüre enthält.

Die Gläser werden von Hand hübsch verziert.

Die Gläser werden von Hand hübsch verziert.

Nachdem ich mich in das Thema etwas eingelesen habe, kann ich ganz gut verstehen, warum so wenige die Konfitürenverordnung kennen. Da Fruchtaufstriche am wenigsten Zucker enthalten und daher der Geschmack der Früchte purer und der Genuss zahnfreundlicher ist, bevorzuge ich Fruchtaufstriche.