Marmelade

Marmeladen aus Sizilien

Was ist der Unterschied zwischen Marmelade und Konfitüre?

Umgangssprachlich verwenden sicherlich die meisten Menschen für jede Form eingekochter Früchte, die man als Brotaufstrich verwenden kann, das Wort Marmelade. Wer vornehm tun möchte, sagt „Konfitüre“. Es gibt aber tatsächlich Unterschiede, die jenseits der sozialen Herkunft oder gefühlten sozialen Zugehörigkeit liegen. Tatsächlich nämlich hat die EU seit 1982 festgelegt, dass nur Eingekochtes aus Zitrusfrüchten (Orangen, Zitronen, Mandarinen etc.) als Marmelade bezeichnet werden darf, während alle anderen Zutaten zu Konfitüre verarbeitet werden. Damit sollte ein einheitlicher Sprachgebrauch in Europa eingeführt werden, denn z.B. in Großbritannien war die Unterscheidung zwischen jam und marmelade schon lange Usus.

Orangenmarmelade aus Sizilien

Orangenmarmelade aus Sizilien

Die Erfindung der Orangen-Marmelade

Nicht gerade überraschend wurde die Bitterorangenmarmelade von einer Frau erfunden, nämlich von der Schottin Janet Keiller. Ein spanisches Handelsschiff legte wegen eines Sturmes in Dundee an. Es hatte Orangen geladen, die nicht mehr die frischesten waren. Janets Mann James kaufte die Orangen zu einem Schnäppchenpreis. Janet kochte die ungenießbaren Orangen mit viel Zucker ein und bot sie in dem gemeinsamen Laden zum Verkauf an. Ihre Kunden waren begeistert und 1797 gründeten die Keillers die erste Marmeladenmanufaktur der Welt.

Zitronenmarmelade aus Sizilien

Zitronenmarmelade aus Sizilien

Marmeladen aus Sizilien

Die süditalienische Region Sizilien ist ein äußerst wichtiges Anbaugebiet für Zitrusfrüchte. Warum also die säuerlichen Früchte erst ins Ausland schaffen, um sie zu Marmeladen zu verarbeiten? Das dachte sich wohl auch Barone del Murgo, auf dessen Land am Fuße des Ätna weitläufige Orangen-, Mandarinen- und Zitronenhaine blühen und saftige Früchte tragen. Aus diesen werden jedes Jahr erntefrisch köstlichste Marmeladen hergestellt, die wir als Orangenmarmelade, Mandarinenmarmmelade und Zitronenmarmelade im Sortiment haben. Damit kann man sich die Sonne Siziliens aufs Frühstücksbrötchen holen!

Übrigens: Unsere Marmeladen und Konfitüren finden Sie unter der Rubrik: Süßes und Gebäck.

Wie unterscheiden sich Marmelade, Konfitüre und Fruchtaufstrich?

Umgangssprachlich sagt man wohl zu allen Brotaufstrichen, die irgendwie aus Früchten hergestellt sind, „Marmelade“. Dass es da feine Unterschiede zwischen Marmelade und Konfitüre gibt, wissen sicher die wenigsten und halten „Konfitüre“ einfach für ein vornehmeres Wort. Als wir auf dem Außerperskolerhof waren, hat uns Rudi Maier das erklärt.

Quittenkonfitüre

Quittenkonfitüre

Ich habe gerade noch einmal ein bisschen im Internet recherchiert und versuche es hier mal darzulegen. Als „Marmelade“ wird also traditionell und auch umgangssprachlich ein Brotaufstrich bezeichnet, der aus mit Zucker eingekochten Früchten (und nach Belieben auch Gewürze wie Zimt oder Vanille) hergestellt wird. Das Wort „Marmelade“ selbst leitet sich wohl vom portugiesischen Wort marmelada für „Quittenmus“ ab. Quittenkonfitüre scheint also eine sehr frühe Form gewesen zu sein. Das Wort „Konfitüre“ hingegen leitet sich vom französischen confiture ab, was soviel wie „Eingemachtes“ bedeutet. Es kam mit vielen anderen Wörtern aus dem Französischen im 17. Jahrhundert ins Deutsche, als neben der französischen Mode auch die entsprechenden Bezeichnungen entlehnt wurden. Und irgendwie klingt „Konfitüre“ vornehmer als „Marmelade“, vielleicht weil der Mund so vornehm gerundet wird?
Jedenfalls hat die Europäische Gemeinschaft 1982 eine Konfitürenverordnung erlassen, nach der nur noch Eingemachtes aus Zitrusfrüchten in Werbung und Verkauf als „Marmelade“ bezeichnet werden darf. Wie das immer so ist mit Sprachregelungen, dauert es eine Weile, bis sie sich durchsetzen. Aus dem Englischunterricht erinnert man sich vielleicht, dass Orangenmarmelade als “marmelade” und z.B. Brombeermarmelade als “jam” bezeichnet wurde. Es wurde also der englische Sprachgebrauch europaweit vorgeschrieben.

Die indischen Laufenten, die auf dem Außerperskolerhof gegen Schnecken eingesetzt werden.

Die indischen Laufenten, die auf dem Außerperskolerhof gegen Schnecken eingesetzt werden.

Auf dem Außerperskolerhof werden aber gar keine Marmeladen hergestellt, sondern (neben veganem Honig aus Löwenzahnblüten und Fichtenextrakt sowie Fruchtessigen) „nur“ Fruchtaufstriche, diese aber aus Brombeeren, Him- und Preiselbeeren, Jostabeeren, Himbeeren und Johannisbeeren. Was ist das jetzt wieder Fruchtaufstrich?

Sizilianische Orangenmarmelade

Sizilianische Orangenmarmelade

In der Konfitürenverordnung sind die Begriffe „Konfitüre“ und „Konfitüre extra“, „Gelee“ und „Gelee extra“, „Marmelade“, „Gelee-Marmelade“ und „Maronenkrem“ danach definiert, wie viel Fruchtmark oder Pülpe pro 1000g Enderzeugnis enthalten sein müssen. Innerhalb der einzelnen Erzeugnisse ist der Anteil noch einmal je nach Frucht unterschiedlich. Alles, was von den Vorschriften von Konfitüre abweicht, ist den anderen Begriffen zuzuordnen. Gelee wird ja zum Beispiel nur aus Fruchtsaft und nicht aus der ganzen Frucht hergestellt. Fruchtaufstriche unterscheiden sich insofern, als dass sie weniger Zucker oder andere Süßungsstoffe enthalten dürfen. Daraus kann man also schließen, dass das auf dem Außerperskolerhof eingekochte Obst zahnfreundlicher ist, da es weniger Zucker als Marmelade oder Konfitüre enthält.

Die Gläser werden von Hand hübsch verziert.

Die Gläser werden von Hand hübsch verziert.

Nachdem ich mich in das Thema etwas eingelesen habe, kann ich ganz gut verstehen, warum so wenige die Konfitürenverordnung kennen. Da Fruchtaufstriche am wenigsten Zucker enthalten und daher der Geschmack der Früchte purer und der Genuss zahnfreundlicher ist, bevorzuge ich Fruchtaufstriche.