Abruzzen

Die Provinz Chieti in Abruzzen

Die Lage der Provinz Chieti

Die Provinz Chieti mit ihrer gleichnamigen Hauptstadt liegt in der italienischen Region Abruzzen an der Ostküste Mittelitaliens. Im Südosten grenzt die Provinz L’Aquila und die Region Molise an, im Nordosten die Provinz Pescara und die Adria. Die westliche Grenze bildet das weithin sichtbare Maiella-Massiv, dass von den Einwohnern der Provinz auch als la montagna madre (das Muttergebirge) bezeichnet wird.

Dank der Lage am Meer ist der Osten bekannt für seine Fischproduktion. Die bekanntesten Küstenorte sind Francavilla al Mare, Ortona, Vasto und San Salvo. Auch das restliche Gebiet der Provinz Chieti ist landwirtschaftlich geprägt: So gibt es weite Oliven- und Obsthaine sowie Weinberge.

Die Provinzhauptstadt Chieti

Chieti im Herbst

Chieti im Herbst


Die Provinzhauptstadt Chieti ist eine Kleinstadt mit ca. 55.000 Einwohnern. Die Universitätsstadt liegt nur 15 km von der Adria entfernt und bietet so Strandurlaubern ein willkommenes Ziel, wenn das Wetter oder die Laune nicht nach baden stehen. Die Altstadt Chietis heißt Chieti Alto, was nicht etwa „altes Chieti“, sondern „hohes Chieti“ bedeutet, denn sie liegt auf einem Berg oberhalb des Flusses Pescara.
Blickfang der Altstadt ist der Dom aus dem 13. Jahrhundert, der im Innern barock ausgestattet ist. Wer mehr über die Geschichte und das kulturelle Erbe der Abruzzen erfahren möchte, der sollte das Museo Archeologico Nazionale d’Abruzzo unbedingt besuchen. Berühmt ist die 2,70m hohe Kriegerstatue aus vorrömischer Zeit, die hier ausgestellt ist.

Rezept aus Chieti

Ein überliefertes Rezept aus der Provinz Chieti ist Brodetto Alla Vastese (=Fischeintopf nach Art von Vasto), das also genauer gesagt aus der Stadt Vasto an der Adriaküste stammt. Nicht überraschend enthält es viele Arten von Fisch. Für 6 Personen werden 1,5 kg Fisch benötigt: Dorsch, Rotbarbe, Seezunge, Grundel, Katzenhai, Rochen, Tintenfische oder Sepien, Rotbarsch, Petermännchen, Himmelsgucker (Uranoscopus scaber), Garnelen, Heuschreckenkrebse, Riff-Fischen. Außerdem werden 1,2 kg Tomaten, 200ml Olivenöl, ½ lange Paprika, 2 Knoblauchzehen, Petersilie und Salz nach Belieben benötigt.
Die Fische werden gereinigt, die Tomaten und das Gemüse in einer Pfanne gekocht und vermischt, dann nach und nach die Fische und Meeresfrüchte hinzugegeben; zunächst die Meeresfrüchte (außer Garnelen), dann die Weichtiere (außer den kleinen Tintenfischen, die erst am Schluss hinzugefügt werden), dann die weniger harten Fische (Grundel, Himmelsgucker, Rochen) und schließlich Dorsch und Rotbarbe.
Dann alles zusammen in der zugedeckten Pfanne ca. 15 min kochen ohne den Fisch zu berühren.

Die Provinz und Stadt L’Aquila

Die Provinz L’Aquila

Die Provinz L’Aquila liegt in der italienischen Region Abruzzen. Obwohl sie sehr zentral in Italien gelegen ist, zählt sie zu Süditalien, da sie bis zur Gründung des Königreichs Italien zum Königreich Neapel gehörte. Zwei Nationalparks haben Anteil an der Provinz, deren wichtigster Fluss der Aterno ist. Daher ist L’Aquila auch die am wenigsten dicht besiedelte Provinz Italiens und besonders für Wanderurlauber geeignet. Die höchsten Berge der Apenninen sind in L’Aquila gelegen. Auch Burgen und malerische Bergdörfer hat die Provinz L’Aquila zu bieten.

Spanisches Schloss bei Nacht

Spanisches Schloss bei Nacht

Die Stadt L’Aquila

Die Gründung der Stadt L’Aquila, deren Name „Adler“ bedeutet, geht auf den Kaiser Friedrich II. (Staufer), König von Sizilien, zurück. Er führte der Legende nach das Siedlungsgebiet von 99 Dörfern zu einer Stadt zusammen, als Bollwerk gegen die Macht des Papstes.
Mittelalterliche und Renaissance-Gebäude prägen das Stadtbild, das allerdings unter dem Erdbeben 2009 stark gelitten hat. Kirchen und Paläste locken Liebhaber der italienischen Architektur in die Stadt. Die nahe gelegenen Berge sind ein beliebtes Skigebiet für Wintersportler aus Rom.

Ein zerstörtes Verwaltungsgebäude

Ein zerstörtes Verwaltungsgebäude

Das Erdbeben von L’Aquila

Die Hauptstadt der Provinz L’Aquila ist L’Aquila. Die Stadt erlangte 2009 traurige Berühmtheit, als ein Erdbeben am 6. April weite Teile der Stadt zerstörte. Das Epizentrum des Erdbebens lag nahe der Stadt und viele historische Gebäude fielen ihm zum Opfer. Die Region wird immer wieder von Erdbeben heimgesucht, doch selten habe sie eine so große Zerstörung gebracht wie das Erdbeben von 2009. 308 Menschen starben, etwa 65.000 wurden obdachlos. Dass so viele Gebäude einstürzten, könnte nach Aussage von Feuerwehrleuten auch an der schlechten Bausubstanz gelegen haben. Obwohl viele Staaten Italien Hilfe beim Wiederaufbau anboten, lehnte Berlusconi jegliche Hilfe – mit Ausnahme der USA – ab mit dem Verweis auf den Stolz des italienischen Volkes.

Abruzzen und seine Spezialitäten

Abruzzen – Geschichte und mehr

nur eine der vielen Burgen der Abruzzen

nur eine der vielen Burgen der Abruzzen

Die Region Abruzzen (italienisch Abruzzo), die vor einigen Wochen wegen des Erdbebens in und um die Hauptstadt L’Aquila traurige Berühmtheit erlangte, grenzt im Westen an Latium, die Kernregion des Römischen Reiches. Die Geschichte der Abruzzen ähnelt der des Latiums und war im Laufe der Zeit ähnlichen Herrschaftsverhältnissen unterworfen. Mit jeder neuen Kultur kamen neue kulinarische Akzente in die abruzzische Küche. Besonders ist sie aber für ihre scharfen Gerichte bekannt, wie Pasta all’Arrabiata. Beliebte Antipasti wie Bruschetta stammen ebenfalls aus Abruzzen.

Abruzzen – Pasta soweit das Auge reicht

Weizenfeld

Weizenfeld

Die weiten Felder der Abruzzen, auf denen der Hartweizengrieß angebaut wird, sind die Quelle für die unerschöpflichen Nudelkreationen. Einige Pastahersteller, z.B. Rustichella d’Abbruzzo haben sich in der Region angesiedelt. Sie stellen Penne (übrigens auch der Name einer Ortschaft in der Region), Spaghetti, Capellini (feinere Spaghetti), Spaghettini, Trofie und viele Nudelspezialitäten mehr her. Für die passenden Saucen sorgen Saucenhersteller und Produzenten von Gewürzmischungen wie Casale Paradiso, mit deren Produkten es einfach wird, authentische italienische Küche auf den Tisch zu zaubern.

Touristische Ziele in den Abruzzen

Die Landschaft der Abruzzen ist geprägt von einer beinahe intakten Bergwelt, weite Felder mit wogendem Hartweizen und den Stränden im Osten. Dass es so viel unberührte Natur in dieser Region gibt, liegt daran, dass etwa ein Dritten der Fläche unter Naturschutz steht. Einer der bekanntesten ist der Gran Sasso Nationalpark bei L’Aquila, der aus zwei Bergketten besteht. In den Städten findet man Architektur der Römerzeit, romanische Kirchen und Klöster, Schlösser der Renaissance sowie malerische Dörfer mit ihrem eigenen Charme. Die Abruzzen sind immer noch ein touristischer Geheimtipp und können sich so gegen die Toskana oder andere typische Urlaubsregionen leicht behaupten.

Antipasti Spezialitäten von Ursini in Abruzzen

Antipasti Spezialitäten

extra vergine Olivenöl

Heute möchte ich einmal über einen Hersteller von köstlichen Antipasti berichten. Die Rede ist von Ursini, die in Abruzzen ihren Sitz haben. Von der einheimischen Bevölkerung wird die Familie Ursini mit dem Dialektwort “Putì” bezeichnet, was eine Auszeichnung ist, denn es bedeutet, dass sie einen grünen Daumen haben. Diese Wertschätzung hat sich Familie Ursini in Generationen verdient, in denen sie von den Olivenbauern als geschätzte Ratgeber zum Olivenanbau zu Rate gezogen wurden. Das Ansehen der Familie Ursini hält bis heute an. So wurde Giuseppe Ursini 2004 zum Botschafter der Abruzzen ernannt. Auch die besten Küchenchefs in Abruzzen verlassen sich auf die Qualität seines extra nativen Olivenöls: Niko Romito vom “Ristorante Reale” in Rovisondoli, wo der Schwerpunkt auf der Küche von L’Aquila liegt, Giovanni Marrone vom Restaurant “Taverna 58″ in Pescara und der typischen Küche von Pescara, Carlo De Sanctis vom Restaurant “l’Angolino”, das typisch für die Küche von Chieti als Schwerpunkt der Speisekarte Meeresfrüchte anbietet und zu guter Letzt Andrea Beccaceci vom Restaurant “Beccaceci” in Giulianova (Teramo), wo vor allem Fisch aus der Adria als Spezialität gilt.

Antipasti Spezialitäten

Pestati von Ursini

Neben bestem Olivenöl werden bei Ursini aber auch Pestati (Singular Pestato) und Manicaretti (Singular Manicaretto) hergestellt. Pestati sind Cremes aus zerstoßenen Zutaten. Der Name ist verwandt mit „Pesto“. Alle Zutaten wie Kürbis, Paprika, Käse oder Fisch werden frisch verarbeitet, d.h. sie waren vorher weder in Salz eingelegt, noch gefroren, noch eingekocht. Das macht viele Produkte nur saisonal erhältlich, zeigt aber das hohe Bewusstsein für Qualität bei Ursini. Pestati kann man z. B. hervorragend auf warmem Bruschetta genießen. Alle Produkte von Ursini sind Fertigprodukte. Das klingt negativ, weil man an Tütensuppen oder ähnliches denkt, aber der Sinn ist eigentlich eher, dass man das Glas aufschraubt und keinerlei Öl oder Salz oder sonstiges zufügen muss. Der Genuss kann sofort beginnen. Dabei enthalten die Pestati keinerlei Konservierungsstoffe, da die Zutaten durch das soffritto-Verfahren nur noch sehr wenig Wasser enthalten, was Konservierungsstoffe unnötig macht.

Ebenso wie für die Pestati wird für die Manicaretti nur Olivenöl extra vergine verwendet. Dabei beschränkt sich Ursini auf ein fruchtiges und weniger süßes Öl, um den Eigengeschmack der Gemüse wie Oliven, Auberginen, Artischocken oder Karotten nicht zu überdecken, sondern ihn im Gegenteil noch hervorzuheben. Die Manicaretti von Ursini veredeln jedes Antipasti-Buffet und jeden Vorspeisenteller. Der reine Geschmack der Gemüse macht Lust auf mehr.

Antipasti online

Manicaretti: Gartengemüse

Die Rezepte für die Manicaretti sind schon sehr alt, denn Giuseppe Ursini arbeitete früher in einem Restaurant. Seine früheren Küchenchefs arbeiten immer noch für ihn und kreieren ab und an auch neue Rezepte für ihn. Schon oft wurde versucht, die Ursini-Rezepte zu kopieren, aber Fälscher vergessen leicht, dass nicht nur das Wissen um die Art der Zutaten ein Qualitätsprodukt ausmacht, sondern auch die Auswahl und Frische, die besondere Verarbeitung und die Leidenschaft für das Produkt. Besonders schön finde ich, dass das Design der Schraubgläser von Ursini die Qualität des Inhalts wiederspiegelt.