Basilikata

Das Festival des Pecorino-Käses in Moliterno

Wann wird das Fest gefeiert und warum?

Jedes Jahr am ersten Sonntag im August wird in Moliterno in der Region Basilicata ein Festival zu Ehren des Pecorinos gefeiert. Die kleine Stadt wurde im Mittelalter errichtet, nachdem eine vorherige Siedlung namens Grumentum von den Sarazenen zerstört worden war. Seit dem August 1982 wird dieses Fest begangen, um den Ort als historischen Platz der Käseproduktion zu feiern. Der Name Moliterno leite sich von mulcternum ab, was „Ort, wo Milch verarbeitet wird“ bedeutet. Im Mittelalter sollen die wenigen Bewohner, die am Fuße der Burg wohnten, ausschließlich von der Weide- und Milchwirtschaft gelebt haben.

Pecorino mit Trüffeln verfeinert

Pecorino mit Trüffeln verfeinert

Warum ist Moliterno bekannt für seinen Pecorino-Käse?

Nachdem die mittelalterlichen Milchbauern hauptsächlich für den Eigenbedarf und die Bewohner der Burg ihren Käse produzierten, wurde um 1700 die Technik weiter entwickelt und auch über die Ortsgrenzen hinaus der Pecorino gehandelt. Das kalte und nasse Klima der Gegend um Moliterno trieb viele Einwohner zur Emigration. So blieb viel Platz für die Ziegen und Schafe, die weniger anspruchsvoll waren. In Lagerhäusern mit Rundbögen wurde der Pecorino-Käse gelagert und mit Salz behandelt. Dort reift er auch, bis er für den internationalen Verkauf bis nach Amerika verpackt wird.

Struffoli, eine Weihnachtsspezialität aus Basilikata

Struffoli, eine Weihnachtsspezialität aus Basilikata

Was geschieht bei Festival und was hat Moliterno noch zu bieten?

Während des Pecorino-Festivals in Moliterno sind an den Straßenrändern Stände aufgebaut, wo Besucher und Käsefans den frischen Pecorino kosten und kaufen können. Auch Führungen durch die Produktionsanlagen werden für interessierte Besucher angeboten. Der Aufenthalt in Moliterno bietet außerdem die Gelegenheit, die Burgruine über der Stadt zu besichtigen. Schon am 4. August findet außerdem das Fest des Ortsheiligen S. Domenico statt. Kulinarisch kommt man in Moliterno auch voll auf seine Kosten, denn die Stadt hat eine ausgewogene Küche zwischen traditionell bäuerlichen Rezepten und Neuheiten. Bekannte Gerichte sind Ferricelli, handgemachte Fussili, Trisciddi (handgefertigte Teigtaschen mit Sauce) und La Pastorale, ein Lammgericht mit Tomaten, Kartoffeln, Salz und Pfeffer. Auch Schnecken gehören in Moliterno auf die traditionelle Speisekarte.

Delikatessen aus Basilikata

Basilikata Geschichte

Die Region Basilikata, gelegen im Süden Italiens zwischen Apulien und Kalabrien, steht im Schatten ihrer Nachbarn. Die Delikatessen aus den Nachbarregionen sind besser bekannt und auch als Urlaubsregionen sind sie beliebter. Vor langer Zeit aber war die Basilikata beliebter, gleichwohl die Besucher nicht immer in friedlicher Absicht das Land betraten. Im Laufe der Geschichte war die Region wegen ihrer exponierten Lage am Mittelmeer immer wieder Hafen für Eroberer. Ob Griechen oder Sarazenen, die Eroberer brachten zwar zunächst Schrecken für die „Eingeborenen“, aber die neuen Siedler brachten ihre kulinarischen Gewohnheiten mit und bereicherten die lokale Küche um Delikatessen aus ihrer Heimat.

Provolone

Provolone

Basilikata Delikatessen

Limoncello

Limoncello

Noch heute besitzt fast jede Familie in der Basilikata ein eigenes Schwein, dessen Schlachtung mit einem großen Fest gefeiert wird. Aus dem Fleisch werden die traditionellen Würstchen Lucanica, Pezzenta oder Cotechinata zubereitet. Andere Delikatessen aus der Basilikata sind Pasta, vor allem die regionale Pastaform Ferrazuoli, die ihren Namen vom Wickeln des Pastateiges um eine Eisenstange (Eisen auf Italienisch ferro) erhalten hat. Die Bewohner der Basilikata mögen ihre Delikatessen scharf – vielleicht ein Relikt der Sarazenen – und so gehört Peperoncino zu den wichtigsten Gewürzen der Region. Zum Ablöschen der Schärfe eignet sich der Provolone hervorragend, ein würziger Käse, auch zum Überbacken sehr gut geeignet. Als Verdauerli trinkt man in der südlichen Region gern Limoncello, den Zitronenlikör, oder Amaro einen wenig bitteren Kräuterschnaps.
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