Kalabrien

Im Süden Italien liegt die Region Kalabrien, Heimat der San Marzano-Tomate und der scharfen Küche.

Lakritze aus Italien

Lakritze aus Kalabrien

Regelmäßige Besucher unseres Online-Shops wissen sicherlich, dass wir neben klassischen italienischen Spezialitäten wie Wein, Olivenöl, Balsamico und Käse-Köstlichkeiten auch italienische Süßigkeiten im Sortiment haben. Dazu zählen nicht nur Panettone, Ricciarelli, Cantuccini und Trüffelpralinen, sondern auch Lakritze. Zwar sind vor allem die skandinavischen Länder für ihre Vielfalt an Lakritz-Süßigkeiten bekannt, doch Italien braucht sich nicht hinter den nordischen Ländern verstecken.
Vor allem, weil die Süßholzpflanze kälteempfindlich ist und besonders im Mittelmeerraum gedeiht. Laut Encyclopaedia Britannica ist die Lakritze aus Kalabrien sogar die beste der Welt.

Süßholz und Lakritzpastillen

Süßholz und Lakritzpastillen

Süßholz Raspeln von Meisterhand

Lakritze wird aus Süßholz hergestellt. Genauer gesagt aus den Wurzeln der Pflanze mit dem lateinischen Namen Glycyrrhiza glabra, die als Schmetterlingsblütler mit Erbsen und Bohnen verwandt ist. Im Herbst werden die Wurzeln geerntet und nach einer sorgfältigen Auswahl der besten weiter verarbeitet. Dafür werden die Wurzeln geraspelt, woher sich auch die Redensart Süßholz raspeln ableitet, mit der man ausdrückt, dass man jemanden mit süßen Worten schmeichelt.
In Kalabrien hat sich die Familie Amarelli ganz dem Süßholz bzw. der Lakritze verschrieben.

Lakritzpastillen von Amarelli

Lakritzpastillen von Amarelli

Lakritzpastillen aus Italien

Die Familie kann nachweisen, dass ihre Vorfahren bereits seit 1500 (!) mit Süßholz handelten. Man kann die Familiengeschichte in Bezug auf Lakritze in ihrem Museum nachvollziehen, das sich in Rossano befindet.
Heute stellen sie aus Süßholz Lakritzpastillen in verschiedenen Geschmacksrichtungen (z.B. Lakritzpastillen medium, oder mit Anis sowie Dragees mit Pfefferminz), Lakritzschokolade, Lakritzlikör und weitere Spezialitäten her.

Selbstverständlich gibt es im Lakritz- und Chililand Kalabrien auch weitere Hersteller von Lakritzpastillen, z.B. Caffo in Limbadi.

Peperoncini

Peperoncini aus Italien

Wer es gern pikant in der Küche mag, der kommt um den Einsatz von Peperoncini beim Kochen nicht herum. Peperoncini ist die italienische Bezeichnung für Chilischoten, lateinische Capsicum annuum. Wie viele andere Nachtschattengewächse (Kartoffel, Tomaten, Tabak) kam es aus der Neuen Welt nach Europa. Durch die ähnliche Schärfe wie Pfeffer entstanden in Europa neue Namen für die Pflanze: Paprika, Pfefferone, Peperoni, Peperoncino. In Italien werden Peperoncini besonders im Süden angebaut. Speziell Kalabrien ist für seine scharfe Küche bekannt, in der viele Peperoncini zum Einsatz kommen.

Peperoncini sott’olio und Peperoncini ripieni

Peperoncini

Peperoncini

Peperoncini kann man frisch oder getrocknet kaufen. In Kalabrien hängen in den Dörfern oft getrocknete Peperoncini in Dolden vor den Häusern. Die intensiv roten Schoten sind ein beliebtes Fotomotiv. Aber selbstverständlich werden die Peperoncini selten roh gegessen, sondern gefüllt oder in Öl eingelegt. In Öl eingelegt findet man sie dann als Peperoncini sott’olio im Laden. Gefüllte Peperoncini heißen Peperincini ripieni. Davon haben wir viele Varianten in unserem Shop: Gefüllte Peperoncini aus Kalabrien, gefüllte Peperoncini mit Sardellen und Kapern, gefüllte Peperoncini mit Thunfisch und Peperoncini ripieni mit Nduja, einer süditalienischen scharfen Wurstspezialität.

Penne all'arrabbiata mit Peperoncini

Penne all'arrabbiata mit Peperoncini

Peperoncini in Pastasaucen

Peperoncini kann man aber auch für die Zubereitung von Pastasaucen verwenden. Unverzichtbar sind sie in Penne all’arrabbiata, dessen Rezept sie in unserer Sammlung finden. Im Sommer regen die scharfen Schoten den Kreislauf an und verschaffen so Abkühlung. Im Winter wärmen sie von innen und machen durch ihre Schärfe die Nase frei. Mal davon abgesehen sind sie für Schärfe-Fans das Beste, was es überhaupt gibt.
Mir läuft beim Schreiben schon das Wasser im Mund zusammen. Ob es Ihnen beim Lesen und Betrachten der Bilder wohl auch so geht?

Peperoncini im Garten von Americo Quattrociocchi

Peperoncini im Garten von Americo Quattrociocchi

Delizie di Calabria

Scharfe Spezialitäten aus Kalabrien

Kalabrien im Süden Italiens ist vermutlich die Region mit der schärfsten Küche des Landes. Wie in vielen anderen warmen Ländern der Erde werden scharfe Gewürze seit Urzeiten dafür verwendet, um die Körpertemperatur der Bewohner zu regulieren. Dieses wissenschaftliche Phänomen schlägt sich in allerlei scharfen Spezialitäten nieder: Nduja ist eine weiche Salami aus Schweinefleisch, die mit Chili verfeinert wird. Überhaupt wird Chili (ital.: peperoncino) in allen erdenklichen Lebensmitteln verarbeitet. So gibt es neben vielen anderen scharfen Spezialitäten auch eine Chili-Konfitüre. Die meisten dieser pikanten Köstlichkeiten werden von Delizie di Calabria produziert.

delize_peperoni

Peperoni Delizie aus Kalabrien

Delizie di Calabria (also aus Kalabrien) ist ein landwirtschaftlicher Betrieb, der vor allem Chilischoten anbaut. Weite Felder von verschiedenen Paprikasorten, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Die Peperoni verarbeitet Delizie aus Kalabrien zu Gewürzmischungen, zur bereits erwähnten Konfitüre, füllt sie mit Käse, kreiert scharfes und rotes Pesto und stellt vielerlei andere scharfe Dinge damit an. Bei der Verkostung all dieser Köstlichkeiten (=Delizie) kamen wir ganz schön ins Schwitzen!

Cipolla Rossa di Tropea Zwiebel-Konfitüre

Eine weitere kalabrische Spezialität ist die Zwiebel-Konfitüre aus den Zwiebeln der Sorte Cipolla Rossa di Tropea. Das sind relativ große rote Zwiebeln, die seit der Besiedlung durch die Phönizier in einigen wenigen Provinzen Kalabriens kultiviert werden. In den Dörfern, in denen sie angebaut werden, hängen die dicken Zwiebelzöpfe an vielen Häusern als Schmuck. Anders als viele andere kalabrische Spezialitäten ist die Zwiebel-Konfitüre aber nicht scharf, sondern süßlich. Man isst sie auf Bruschetta oder auch als Sauce zu Käse wie Parmesan oder Grana Padano.

Dolcezza di Cipolla Rossa

Dolcezza di Cipolla Rossa

Kalabrien – die schärfste aller italienischen Regionen

Kalabrien – das Mekka für Scharf-Esser

Immer in der zweiten Septemberwoche findet in Diamante, einem Ort in Kalabrien, das jährliche Peperoncini-Festival statt. So werden in Italien Chilis bezeichnet. In der süditalienischen Region werden die scharfen Schoten in großem Stil angebaut, denn sie lieben die Sonne und entwickeln hier ihr brennendes Aroma besonders gut. Wie verwurzelt der Import aus Südamerika inzwischen in der kalabrischen Kultur ist, zeigen auch die vielen Chilizöpfe, die an Hauswänden und über die Gassen gespannten Leinen trocknen. Nicht selten sieht man sie auch in Stein oder Mosaik gearbeitet als Häuserschmuck.

Nduja - die scharfe Salami aus Kalabrien

Nduja - die scharfe Salami aus Kalabrien

Die Kalabrische Küche

Selbstverständlich finden Peperoncini vor allem in der kalabrischen Küche Verwendung. Eine Spezialität der süditalienischen Region ist Nduja, eine streichfähige Salami, die es in sich hat. Frische Chilischoten geben ihr den scharfen Kick. Aber die Peperoncini machen auch vor Süßspeisen nicht halt: Mutige Einheimische und Urlauber trauen sich an Eis mit feinen Chilistückchen heran. Zum Frühstück kann man Konfitüren und Honig mit Chili genießen. Den ganzen Tag über bleibt also gewissermaßen kein Auge trocken.

Kalabrische Bombe - scharfes Gemüse

Kalabrische Bombe - scharfes Gemüse

Chili als Medizin

Die schweißtreibende Wirkung der scharfen Schoten hat ihnen den Ruf eingebracht, ein Aphrodisiakum zu sein. In Diamante, der Hauptstadt der Peperoncini in Kalabrien, werden Tütchen mit Chilipulver gar als „Viagra des armen Mannes“ feilgeboten. Der Genuss von Chili bringt den Kreislauf in Schwung – bei zu viel Schoten kann es auch mal gefährlich werden. Beim Campionato italiano mangiatori di peperoncino, der Meisterschaft im Chili-Essen, ist daher auch immer ein Arzt vor Ort, aber die meisten Teilnehmer kennen ihre Grenzen und benötigen seine Hilfe nicht.

Delizie di Calabria – scharfe kalabrische Spezialitäten

Kalabrien – die schärfste Region Italiens

Heute dürfen Sie etwas über einen Produzenten erfahren, den wir seit kurzem ins Sortiment aufgenommen haben: Delizie di Calabria. Dahinter steckt wie bei den meisten unserer Produzenten ein Familienbetrieb. Von Raffael, dem Schwiegersohn des Inhabers, erfuhren wir viel über die Region, ihre Küche und das Familienunternehmen in Kalabrien. Diese Region ganz im Süden Italiens ist nämlich bekannt für ihre scharfe Küche. Das liegt vor allem an den allgegenwärtigen Chilischoten, die hier zum Trocknen an den Straßenrändern der Dörfer hängen und die auf Italienisch peperoncini heißen. Eine weitere Spezialität der Region sind die Roten Zwiebeln (Cipolla Rossa di Tropea IGP), aus denen z.B. Konfitüre hergestellt wird.

Rote Zwiebeln aus Tropea

Rote Zwiebeln aus Tropea

Chilischoten – kleine Scharfmacher

Aldo hält einige Chili-Schoten

Aldo hält einige Chili-Schoten

Raffaelo nahm uns auch mit auf die weitläufigen Felder des Unternehmens, auf dem die verschiedenen Arten der Chilischoten, also peperoncini, wachsen. Es gibt kirschförmige, kleine dünne, längere dünne, die Sigarette heißen und viele mehr. Nicht alle sind höllisch scharf, aber die meisten schon, denn das ist schließlich Kalabrien. Delizie di Calabria verarbeitet die scharfen Schoten zu Saucen und in der kalabrischen Salami ‘Nduja. Eine besondere Spezialität sind Konfitüren und Honig, die mit Peperoncini veredelt sind. Die Konfitüren sind aber nicht als Belag fürs Frühstücksbrötchen gedacht, sondern als Beilage zu Fleisch. Davon konnten wir uns bei einem kleinen Snack überzeugen, der uns mächtig ins Schwitzen brachte.

Überall hängen Zwiebeln und Chili zum Trocknen

Überall hängen Zwiebeln und Chili zum Trocknen