Lombardei

Zu Besuch bei Herstellern von italienischen Delikatessen in der Lombardei.

Festa par i Sciori in Aprica

Festa par i Sciori in Aprica

In Aprica in der Lombardei findet heute die Festa par i Sciori statt, ein Fest für die Touristen. Sciori bedeutet eigentlich die „Herren“, aber damit wurden früher auch Besucher von den Einwohnern bezeichnet, die in die Bergregion kamen, um sich zu erholen. Die Bewohner von Aprica öffnen ihre Türen und lassen Besucher für einige Stunden Teil ihrer Familie werden.

Korbflechter bei der Arbeit

Korbflechter bei der Arbeit


Es werden Kunst und Kunsthandwerk aus der Region gezeigt; man kann beim Körbeflechten und Töpfern, beim Spinnen und Weben zuschauen, es werden regionale Speisen wie Polenta serviert. Begleitet wird die Gastlichkeit von traditionellen Melodien, die auf Akkordeons gespielt werden.

Der Ursprung dieses Festes liegt in der Herberge der Kirche St. Peter und Paul, die Durchreisenden und Pilgern Unterkunft bot. Diese Herberge bestand seit etwa dem Jahr 1000.

La Scala in Mailand

Am heutigen 7. Dezember wird die Opernsaison an der Mailänder Scala eröffnet. Darum widme ich heute diesen Blogbeitrag diesem weltberühmten Opernhaus.

Die Geschichte der Scala in Mailand

Traditionell wird die Saison an der Scala am 7. Dezember eröffnet, denn dieser Tag gehört dem Heiligen Ambrosius, dem Stadtpatron Mailands. Seinen Namen hat das Opernhaus von dem Platz erhalten, an dem es zu finden ist, dem Piazza della Scala, der wiederum nach einer Kirche benannt ist, die den Namen ihrer Stifterin Regina della Scala trug. Die Kirche hatte Maria Theresia von Österreich abreißen lassen, um Platz für das neue Opernhaus zu schaffen, nachdem das alte Theater abgebrannt war. Am 3. August 1778 wurde die Scala eröffnet. Im 19. Jahrhundert diente das Foyer auch als Casino und für das Abschließen jeder Art von Wetten, was durchaus den Kunstgenuss negativ beeinflusste.

Die Scala in Mailand

Die Scala in Mailand

Der Bau der Scala

In nur 23 Monaten wurde die Scala nach Plänen des Architekten Giuseppe Piermarini im klassizistischen Stil erbaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde es 1943 vollständig zerstört, aber anschließend sehr schnell wieder aufgebaut und am 11. Mai 1946 wieder eröffnet. Durch die Eile kam es zu Fehlern, u.a. war unter dem Orchestergraben Bauschutt abgelagert worden, was die Akustik beeinträchtigte. Nach vielen Protesten von Opernliebhabern und Musikschaffenden wurde die Scala fast komplett eingerissen, so dass nur noch das Foyer, der Zuschauerraum und die Außenmauern erhalten blieben. Zwischen den Jahren 2001 und 2004 wurde die Scala geschlossen, um dringend nötige Verbesserungen an Akustik und Bühnentechnik vorzunehmen. Zur Wiedereröffnung wurde die gleiche Oper aufgeführt wie zur Neueröffnung, L’Europa riconosciuta.

Berühmte Persönlichkeiten an der Scala

Die Scala ist ein Theater, an dem Uraufführungen weltbekannter Komponisten aufgeführt werden, darunter bei der Eröffnung Antonio Salieri, der Widersacher Mozarts, Gioachino Rossini, Vincenzo Bellini (z.B. Norma, nach der sogar ein Nudelgericht benannt wurde), der weniger bekannte Gaetano Donizetti, Giuseppe Verdi (z.B. Nabucco), Giacomo Puccini, Carl Orff und viele andere. Selbstverständlich haben viele namhafte Dirigenten an der Scala gewirkt: Herbert von Karajan, Claudio und Roberto Abbado, Daniel Barenboim und – was mich als Wahlleipziger besonders stolz macht – Riccardo Chailly.

LuCaffe Espresso Kaffeerösterei

Südlich des Gardasees liegt der Ort Carpenedolo, in dem sich der Sitz der Kaffeerösterei LuCaffé befindet. Gegründet wurde das Unternehmen von Luca Venturelli Mitte der 1990er Jahre. Wir haben ihn und seine Rösterei besucht.

Lucas Vater Franco

Lucas Vater Franco

Der Name der Firma leitet sich, wie nur unschwer zu erkennen vom Vornamen Venturellis ab. Sein Vater Franco hat uns die Anlage erklärt. Denn Luca ist wirklich die Seele der Firma; er überwacht das Rösten und Mahlen der Kaffeebohnen, stellt die Produktlinien zusammen und entwirft sogar die Grafiken. Dass er da nicht auch noch Besucher führen kann, ist verständlich.

Säcke mit Kaffeebohnen

Säcke mit Kaffeebohnen

Franco erklärt uns, dass Luca drei Pfeiler der Firma formuliert hat: die Auswahl der frischen Bohnen, das kontrollierte Rösten und die Verpackung. Die Bohnen für den Kaffee kommen aus verschiedenen Ländern: für den Arabica wählt Luca aus 20 verschiedenen Typen, vor allem aus Brasilien und Jamaica kommen die Bohnen dafür. Die Robusta-Bohnen kommen aus Indien und nicht wie bei den meisten Herstellern aus Afrika und Vietnam. Die Qualität der Bohnen aus Afrika und Vietnam ist Luca nicht hoch genug, sagt Franco; sie seien bitterer und nicht so rein wie die Bohnen aus Indien. Für den koffeinfreien Kaffee wählt Luca Bohnen aus Mexiko.

gerösteter Kaffee

gerösteter Kaffee

Als wir vor den Röstanlagen stehen, erklärt uns Franco, dass die großen Röstereien ihren Kaffee bei 500°C etwa vier oder fünf Minuten lang rösten, um Krankheitserreger abzutöten. Dabei geht aber das Öl verloren, das in den Bohnen steckt und das als Träger für den Geschmack dient. Deshalb werden die Bohnen bei LuCaffé nur bei 180-220°C geröstet, dafür aber 15-20 Minuten. Die Bohnensäcke werden vorher kontrolliert, so dass nur gute Bohnen geröstet werden und eine allzu hohe Hitze nicht nötig ist.

Kaffeepads für exzellenten Kaffeegenuss

Kaffeepads für exzellenten Kaffeegenuss

Die Spezialität von LuCaffé sind Kaffeepads. Wie die Bohnen gemahlen werden sollten, hängt von der Jahreszeit und der Feuchtigkeit ab, erklärt uns Franco. Eine Kaffeemaschine in einer Bar könne gar nicht darauf eingestellt werden. Die Pads aber, die bei LuCaffé produziert werden, sind unter Berücksichtigung dieser Faktoren hergestellt worden. So könne auch der dümmste Barmann exzellenten Kaffee zubereiten, sagt Franco mit einem schelmischen Lächeln. Zwei Millionen Pads produziert LuCaffé zur Zeit im Monat, mit stetig steigender Tendenz.
Die Pads werden unter einer Hitze von 250°C und unter Sauerstoffausschluss verpackt. So bleiben sie sechs Monate haltbar. Neben Kaffeepads werden aber auch Teepads mit Ceylontee, grünem Tee und Kräutertees hergestellt.

Der Showroom mit den Promo-Artikeln

Der Showroom mit den Promo-Artikeln

Am Schluss zeigt uns Franco den an die Fabrik angeschlossenen Showroom, in dem neben Kaffee vor allem Promo-Artikel gezeigt werden. Reklameschilder aus Blech, Tassen, Latte-Macchiato-Gläser und so weiter. Ich durfte sechs verschiedene Espresssi-Sorten probieren. Das war für meinen Koffeinspiegel nicht so gut, aber geschmeckt haben sie doch.

So schnell wie LuCaffé innerhalb der letzten 10 Jahre gewachsen ist, kann man nur ehrfürchtig vor dem Lebenswerk von Luca Venturelli stehen. Ein bisschen traurig sei er zwar schon, dass er keine Enkelkinder habe, sagt Franco, aber dafür habe die Firma seinem Sohn keine Zeit gelassen. Aber er freut sich, dass er Kaffee von äußerster Qualität in die Welt bringen kann.

Montecroce Desenzano – Olivenöl vom Gardasee

Der Besuch einer weiteren Olificio führte uns heute nach Desenzano del Garda zur Ölmühle Montecroce Desanzano, die Egidio Ramanzini gehört. Seine Familie hat im Laufe der Jahrhunderte sein Betätigungsfeld von der Maulbeerraupenzucht über den Weinanbau zur Olivenpressung geändert. Es war der Großvater des heutigen Inhabers Egidio mit Namen Domenico, der in den 1950er Jahren eine Ölpresse auf dem Grundstück installierte.

Ölmuller Ramanzini

Ölmuller Ramanzini

erntefrische Casaliva-Oliven

erntefrische Casaliva-Oliven

Die Steinmühle wurde von Egidio übernommen, nachdem er in Breschia studiert hatte. Egidio erzählte uns, dass für jeden Weinstock, der einging, sein Großvater einen Olivenbaum pflanzen ließ. So ist der Hof heute zu einer Seite vom Olivenhain und zur anderen Seite vom Blick auf den Gardasee begrenzt. Der Olivenhain ist etwa 20 ha groß und es wird hauptsächlich die Sorte Casaliva angebaut. Die Bäume stehen auf einer Höhe von etwa 100 m über dem Meeresspiegel auf einem sandigen und steinigen Boden. Sie wachsen einigermaßen windgeschützt

frisches Olivenöl

frisches Olivenöl

Das Streben nach höchster Qualität hat der Ölmühle mit ihrem extra nativen Olivenöl schon zahlreiche Preise eingebracht, u.a. die Goldmedaille in der Kategorie „Italian D.O.P.“. Teilweise füllt die Olificio aber auch Blends ab, also Öle, bei denen Oliven verschiedener Sorten (Frantoio, Leccino, Pendolino, Maurino, Moraiolo) simultan gepresst wurden.
Neben hochwertigem Olivenöl prozuzieren sie auch Olivenpaste und Balsamicoessig, wovon wir uns in dem kleinen Laden überzeugen konnten.

Produktpalette

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