Sardinien

Olivenöl aus Sardinien

Olivenöl aus Sardinien

Bis ins 9. Jahrhundert vor Christus lässt sich der Anbau von Oliven auf der Mittelmeerinsel Sardinien nachweisen. Die Nuragher, wie die Ureinwohner der Insel hießen, hatten sich von den Puniern die Nutzung von Oliven abgeschaut. Man kann getrost vermuten, dass schon damals Olivenöl aus ihnen gewonnen wurde, denn Olivenöl ist vielseitig einsetzbar.
Heute ist Alghero in der Provinz Sassari im Nordwesten der Insel das Zentrum des sardischen Olivenanbaus. Auch sonst ist die Korallenstadt mit ihrer wunderschönen Altstadt eine Reise wert.

Typisch sardische Schäferhütte mit Olivenbaum

Typisch sardische Schäferhütte mit Olivenbaum

Olivenanbau auf Sardinien

Die Olivensorten auf Sardinien sind säurearm und am besten mit jenen der Toskana vergleichbar. Der Olivenanbau ist heute modern und kann mit dem in Spanien und Festland-Italiens mithalten. Doch lange Zeit im 20. Jahrhundert war es schlecht bestellt um den Olivenanbau auf Sardinien: die Bauern waren unzureichend ausgebildet und damit die Böden ungenügend bearbeitet und die Olivenbäume falsch beschnitten. Dank einer Ausbildungs- und Landreform konnte das Blatt jedoch gewendet werden. Und auch wenn sardische Olivenhaine nicht so ertragreich sind wie jene in der Toskana, wird inzwischen sardisches Olivenöl exportiert.

Uralte Olivenbäume auf Sardinien

Uralte Olivenbäume auf Sardinien

Sardisches Olivenöl bestellen

Leider können Sie bei uns noch nicht sardisches Olivenöl bestellen, da wir noch keinen geeigneten Lieferanten auf der Insel entdeckt haben. Aber wir haben zahlreiche Olivenöle aus anderen Regionen Italiens im Sortiment. Sie können Sardinien aber kulinarisch durch unseren Shop entdecken, denn wir haben eine Vielzahl an Varianten des aromatischen Schafskäses Pecorino susardu sowie andere ausgewählte sardische Spezialitäten vorrätig. Besuchen Sie unseren Online-Shop und gehen Sie auf kulinarische Entdeckungsreise!

Die Provinz Ogliastra auf Sardinien

Die Geografie der Provinz Ogliastra

Die virtuelle Reise führt uns heute in die Provinz Ogliastra. Sie liegt im Osten der Mittelmeerinsel Sardinien. Sie ist die bergigste Provinz der Insel und wahrscheinlich deswegen mit knapp 58.000 Einwohnern die am wenigsten besiedelte. Die Hauptstadt von Ogliastra ist Tortolì, die Lanusei als Sitz der Regierung abgelöst hat. In Tortolì befindet sich einer der vier Flughäfen Sardiniens. Man kann die Insel allerdings auch mit der Fähre erreichen, die im Hafen von Arbatax ankommt. Von dort kann man die Rundreise durch die Provinz Ogliastra beginnen.

Die roten Felsen von Arbatax

Die roten Felsen von Arbatax

Sehenswürdigkeiten in der Provinz Ogliastra

In Arbatax gibt es ganz in der Nähe des Hafens ein rotes Steingebilde zu bewundern, das aus dem Meer ragt. Die Farbe kommt durch den Porphyr zustande und die Form des Felsens wurde mit Kathedralen verglichen.
Eine weitere Touristenattraktion ist die Schmalspurbahn Trenino Verde, die unter anderem außer in Arbatax auch in Lanusei und Tortolì hält.
In Tortolì gibt es die Kathedrale Sant Andrea zu sehen. Sie ist dem Schutzpatron der Stadt geweiht und wurde in dieser Form im 16. Jahrhundert erbaut. Allerdings stand die erste Kirche an dieser Stelle bereits im 6. Jahrhundert. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Wachturm San Gemiliano, ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert.
Wenn man mit dem Trenino Verde weiter nach Lanusei fährt, kann man weitere Kirchen besuchen. Auch die Riesengräber aus dem 12. und 14. Jahrhundert, die in der Mitte des 20. Jahrhunderts entdeckt wurden, bieten sich für einen Besuch an.

Der Trenino Verde in der Provinz Ogliastra

Der Trenino Verde in der Provinz Ogliastra

Die Küche in Ogliastra

Aufgrund der geografischen Beschaffenheit der Provinz Ogliastra (zwischen Meer und Bergen) sind vor allem Fische und andere Meerestiere sowie Ziegen auf dem Speiseplan der Provinz zu finden. Eine andere Spezialität sind culurgiones, handgeformte Ravioli mit Frischkäse und Minze. Das erfrischende Aroma der Minze ist in Pasta leicht exotisch und einfach himmlisch an einem warmen Sommerabend auf der Terrasse. Für fortgeschrittene Gaumen empfehle ich tacculas, in Myrte gewickelte Wachtel. Dazu trinkt man selbstverständlich einen Cannonau, den typisch sardinischen Rotwein.

Sagra del Carciofo in Uri

Was ist die Sagra del Carciofo?

Am 12. und 13. März diesen Jahres findet in Uri in Sardinien die alljährliche Sagra del Carciofo statt. Das ist ein Fest zu Ehren der Artischocke, das in der Gemeinde seit 1990 begangen wird. Mit Verkostungen, Führungen durch den Ort und im Brotmuseum, Ausstellungen und natürlich Musik und anderen Straßenkünsten wird das Fest begangen. So soll die Beliebtheit dieses außergewöhnlichen Gemüses gefördert werden.

In diesem Jahr gibt es einen besonderen Grund zu feiern, denn die Sorte Artischocke Spinoso Sardo hat von der EU den DOP-Status verliehen bekommen.

Artischocken

Artischocken

Was ist so besonders an Artischocken?

Die Artischocke (lat. cynara cardunculus) gehört zu den distelartigen Pflanzen und blüht ähnlich wie die wildwachsende Distel lila. Man erntet die knospigen Blütenstände, die bei der Kulturpflanze größer sind als bei der Urform. Die Verbreitung im südlichen Europa verdanken wir den Arabern, von denen die Italiener und Spanier auch die Bezeichnung für die Pflanze übernommen haben (arab. al-haršuf, spanisch alcachofa und italienisch carciofo).

Bei den größeren Artischockensorten sind nur die unteren, fleischigen Teile der Schuppenblätter und die Blütenböden zum Verzehr geeignet. Es gibt kleinere Sorten, die früher geerntet werden, welche im Ganzen gegessen werden können. Dazu gehören jene auf der Insel Vignole bei Venedig angebauten und die römische Artischocke (carciofo romano).

Der in den Artischocken enthaltene Bitterstoff Cynarin regt die Verdauung an. Daher wird in Padua ein Aperitif namens Cynar aus Artischocken und Kräutern hergestellt.

Wenn Sie Appetit bekommen haben: In unserem Sortiment finden Sie eingelegte Artischocken und mit Artischocken gefüllte Pasta.

S’Ardia in Sedilo

S’Ardia – ein Fest zu Ehren des Heiligen Konstantin

Kommendes Wochenende ist es wieder soweit: Dann wird in Sedilo in Sardinien das S’Ardia gefeiert. Dabei handelt es sich um ein spektakuläres Pferderennen rund um die Kirche des Hl. Konstantin, der hier Santu Antinu heißt. Tausende Touristen lassen sich dieses furchteinflößende Spektakel nicht entgehen. Die Tradition dieses Festes liegt in der Erinnerung an die Schlacht an der Milvischen Brücke im Jahr 312 n. Chr., als Konstantin gegen Maxentius gewann. Dieser Sieg stellt einen Sieg des Christentums über das Heidentum dar.

Wie wird S’Ardia gefeiert?

Einige Wochen vor dem ersten Juliwochenende benennt der Pfarrer von Sedilo den anführenden Reiter, der la prima pandela genannt wird. Die pandelas sind Wimpel in drei verschiedenen Farben (gelb, rot und weiß), die drei Reiter vom Pfarrer im ersten Teil des Festes überreicht bekommen. Mit ihrem Geleitschutz, der sas iscortas heißt, müssen die drei Reiter im anschließenden zweiten Teil des Festes die pandelas vor der gegnerischen Gruppe von Reitern verteidigen. Die zweite Reitergruppe stellt die Heiden dar. Neben der verrückten Hatz um die Wimpel bietet der Wallfahrtsort Sedilo aus dem 16. Jahrhundert auch architektonisch einige Highlights.

Spezialitäten aus Sardinien

Sardinien – Insel mit Geschichte

trocknende Tomaten

trocknende Tomaten

Sardinien ist nach Sizilien die zweitgrößte Insel im Mittelmeer. Sie ist gleichzeitig – und ebenso wie Sizilien – eine autonome Region mit der Hauptstadt Cagliari. Die Insel hat ihre eigene Sprache, das Sardische, das von den Einwohnern in mehreren Dialekten gesprochen wird. In der Stadt Alghero wird Katalanisch gesprochen. Amtssprache ist aber das Italienische. Die Besiedlung Sardiniens reicht mindestens 150.000 Jahre zurück, denn aus dieser Zeit wurden die ältesten menschlichen Knochenfunde gemacht. Die Insel war wie die gesamte Region den verschiedenen Bevölkerungszu- und -abzügen von u.a. Puniern, Römern, Ostgoten und Arabern ausgesetzt. Alle hinterließen ihre kulturellen Spuren, zu denen auch Einflüsse auf die Küche zählten.

Die kulinarischen Höhepunkte Sardiniens

Castello della Fava in Pasada

Castello della Fava in Pasada

Die Römer brachten die Tradition des Pecorino nach Sardinien. Dieser Schafskäse ist in ganz Italien verbreitet, aber jede Region kennt ihre eigene Variante. Die sardische Variante heißt demzufolge Pecorino sardo oder Pecorino susardu. Je nach Reifegrad kann er als Tafelkäse oder wie Parmesan als Reibekäse verwendet werden. Wie in den meisten italienischen Regionen werden auch in Sardinien Oliven angebaut. Eine der sardischen Ölmühlen ist die Oleificio Argei, deren Olivenöl extra vergine in diesem Jahr von den Experten des Feinschmeckers auf den 2. Platz in der Kategorie mittelfruchtiger Öle gewählt wurde.

Zwischen Felsküste und...

Zwischen Felsküste und...

Die typischen Olivensorten der Insel sind Mallocria, Semidana, Pitz e Caroga und Pibiredou. Auf für ihre Weine ist die Mittelmeerinsel bekannt, z.B. der rote Cannonau aus Grenache-Trauben und der weiße Vernaccia di Oristano mit seinen Aromen von Mandelblüte.

Die Wirtschaft Sardiniens

Bergen liegt Sardinien.

Bergen liegt Sardinien.

Für die Mittelmeerinsel Sardinien ist neben der Landwirtschaft, die die oben genannten Spezialitäten hervorbringt, der Tourismus von großer Bedeutung. Die geschichtsträchtige Insel bietet dem kulturell interessierten Besucher Bauten und Ruinen aus vergangenen Zeiten, aber auch die Sonnenanbeter kommen an den Stränden mit dem türkisfarbenen Wasser nicht zu kurz. Die Felsen bieten für Kletterer immer wieder eine Herausforderung. Daneben hat sich Sardinien auch in der Informationstechnik einen Namen gemacht. Ebenfalls nicht zu verachten ist die Bedeutung der Korkproduktion auf der Insel, die nicht zuletzt wegen der guten Dämmeigenschaften des nachwachsenden Rohstoffs in der heutigen Zeit an Bedeutung gewonnen hat.