Sizilien

Marsala: Dessertwein aus Italien

Marsala – der sizilianische Dessertwein

Adventszeit ist Plätzchenzeit. Und ob es nun die klassischen deutschen Gebäcke wie Vanillekipferl oder Zimtsterne sind oder die italienischen Cantuccini, mit einem süßen Dessertwein schmecken Sie noch einmal so gut. Aus Italien kommen zwei Dessertweine, die wir im Sortiment haben: Vin Santo (= Heiliger Wein) und Marsala. Während Vin Santo besonders in Norditalien und genauer in der Toskana verbreitet ist, kommt Marsala aus Sizilien. Er ist nach der Hafenstadt Marsala an der westlichen Spitze der Insel benannt.

Cremovo - Marsala mit Eigelb

Cremovo - Marsala mit Eigelb

Was ist Marsala?

Marsala ist ein Likörwein, der in Sizilien rund um die Hafenstadt Marsala in der Provinz Trapani hergestellt wird. Er wird aus meistens weißen Rebsorten wie Grillo, Inzolia, Catarratto und anderen gewonnen, aber es gibt auch Marsala aus den roten Rebsorten Nero d’Avola, Nerello Mascalese und Perricone. Der hohe Alkoholgehalt wird meistens durch Aufspritung erreicht, also die Zugabe von reinem Alkohol. Diese Methode wurde früher angewendet, um die Weine für längere Seereisen haltbar zu machen. Denn vor allem die Engländer sind wichtige Importeure für Likörweine wie Marsala aus Sizilien, Sherry aus Spanien und Portwein aus Portugal. Es gibt aber auch Marsalas, bei denen der Alkoholgehalt durch natürliche Gärung entsteht.

Marsala Ambra Fine DOC

Marsala Ambra Fine DOC

Welche Arten Marsala gibt es?

Auf den Etiketten von Marsala-Flaschen wird man folgende Angaben finden: Oro und Ambra sowie secco, abboccato und dolce. Die ersten beiden Begriffe beziehen sich auf die Farbe: Oro bedeutet „goldfarben“ und ambra bedeutet „bernsteinfarben“. Secco und dolce sind von Weinen bekannt und bedeuten „trocken“ und „süß“. Abboccato liegt dazwischen. Außerdem kann im Namen des Marsalas noch das Kürzel DOC erscheinen. Den Status Denominazione d’Origine Controllata hat der Marsala bereits 1969 verliehen bekommen. Es bedeutet, dass der betroffene Marsala aus der Provinz Trapani kommt und nach den traditionellen Methoden hergestellt wurde. Auf einigen Marsalas wird man auch die Bezeichnung fine finden. Diese sind dann mindestens ein Jahr im Holzfass gereift und haben einen Mindestalkoholgehalt von 17%. Ein Marsala Superiore ist zwei Jahre im Fass gereift und ein Superiore Riserva sogar mindestens vier Jahre.

Die Provinz Palermo auf Sizilien

Die Provinz Palermo

Die Provinz Palermo (Abkürzung PA) liegt im Norden der Mittelmeerinsel Sizilien. Sie grenzt an das tyrrhenische Meer, so dass man vom Hafen in Palermo zahlreiche Fährverbindungen zur Insel Ustica, nach Neapel und andere süditalienische Städte vorfindet. Der Flughafen Falcone – Borsellino, 35 km von Palermo entfernt bietet Verbindungen in die wichtigsten europäischen und internationalen Metropolen.
Für geschichtlich Interessierte bieten die archäologischen Fundstätten Himera (griechische Kolonie) und Solunto (phönizische Gründung) lohnende Ausflugsziele.

Urlaub in der Provinz Palermo

Der Nationalpark Parco delle Madonie lädt während eines Urlaubs in der Provinz Palermo zum Wandern ein. Zahlreiche Pflanzen- und Tierarten gibt es zu entdecken. Feigenkakteen sind nur ein Beispiel für die Vielfalt der Landschaft.
In der Provinz bieten außerdem zahlreiche Bauernhöfe Übernachtungsmöglichkeiten mit der Kombination, die Landwirtschaft hautnah zu erleben.
Wen es mehr in die Städte zieht, der sollte die Kultur und das Leben in Palermo, Bagheria, Monreale und die kleineren Städte erkunden. Die verschiedenen Besiedlungskulturen von Griechen und Phöniziern über Araber und Schwaben haben ihre Spuren architektonisch hinterlassen.

Salsiccia ist heute in ganz Italien verbreitet

Salsiccia ist heute in ganz Italien verbreitet

Die kulinarischen Schätze der Provinz Palermo

Aufgrund der Nähe zur Küste findet man auf Speisekarten in Palermo und der Provinz Palermo viel Fisch und Meeresfrüchte. Der Ort Santa Cristina Gela ist zum Beispiel für sein Gericht Baccalà in umido bekannt, gekochten Stockfisch, der mit einfachsten Zutaten wie Knoblauch, Petersilie, Olivenöl, Salz und Pfeffer gewürzt wird. Petersilie ist in ganz Italien ein wichtiges Gewürz.
Ein weiteres typisches Gericht, in diesem Fall aus Caccamo, ist im Ofen gegartes Rehkitz, das mit Kartoffeln serviert wird.
In Caccamo spielt die Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Verschiedene Käsesorten haben ihren Ursprung in Caccamo. Außerdem werden in Caccamo Salsiccia hergestellt, rohe Würste, die entweder luftgetrocknet für den späteren Verzehr werden oder als Zutat für würzige Sugos verwendet werden.

Sagra Arancia Rossa di Sicilia IGP (Fest der Sizilianischen Blutorange)

Die Sagra Arancia Rossa di Sicilia IGP

Vergangenes Wochenende wurde in Centuripe auf Sizilien das Fest der Sizilianischen Blutorange gefeiert. Anlass ist die Ernte der drei Orangensorten, die zwischen März und April liegt. Die Früchte sind etwas kleiner als gewöhnliche Orangen und Anthocyanine sind für die Rotfärbung verantwortlich. Interessant zu wissen ist wohl, dass sich die roten Farbstoffe nur in kalten Winternächten entwickeln können, wie es auf Sizilien der Fall ist (nicht im Vergleich zu unseren Wintern natürlich).
Mit Verkostungen und Musik wurde die köstliche Frucht bereits zum vierten Mal gefeiert. Auf dem Piazza Sciacca wurde eine kleine Küche aufgebaut, wo die Zubereitung alter Rezepte mit der Arancia Rossa di Sicilia vorgeführt wurde.

Da läuft einem das Wasser im Mund zusammen...

Da läuft einem das Wasser im Mund zusammen...

Was ist die Arancia Rossa di Sicilia IGP?

Die Arancia (=Orange) Rossa (=rot) di Sicilia (=aus Sizilien) ist eine Sammelbezeichnung für drei Sorten Blutorangen, die seit langem in Sizilien angebaut werden. Die drei Sorten sind Tarocco, Moro und Sanguinello. Von Tarocco wird vermutet, dass es sich um eine Mutation der Blüte eines Sanguinello-Orangenbaumes handelt, die zwischen dem 8. und 9. Jahrhundert entdeckt wurde. Sie stammt aus Italien. Die großen Früchte können rund bis oval im Profil sein. Typisch bei dieser Sorte ist, dass der Kragen, also der Teil, wo der Blütenrest sitzt, stark herausgebildet ist. Die Früchte haben keine Kerne und eine gelblich orange Farbe mit roter Pigmentierung – je nachdem, in welchem Reifegrad sie geerntet wurden.

Bereit zur Ernte!

Bereit zur Ernte!



Die mittelgroße Sorte Moro reift zwischen Dezember und März. Das kernlose Fruchtfleisch ist dunkelrot. Im Geschmack ist sie leicht säuerlich.
Die Sorte Sanguinello, die aus Spanien stammt, wird am längsten angebaut und ist besonders in den Provinzen Catania und Siracusa verbreitet. Die Reife beginnt im Februar und endet zwischen März und April. Die mittelgroßen Orangen sind meist kernlos und haben ein orangefarbenes Fruchtfleisch mit blutroten (lat. sanguis = Blut) Streifen.

Marmelade aus Arancia Rossa di Sicilia

Marmelade aus Arancia Rossa di Sicilia

Arancia Rossa auf dem Speiseplan

Wie alle Zitrusfrüchte sind die Orangen des Typs Arancia Rossa di Sicilia reich an Vitamin C. Außerdem liefern sie Folsäure, Calcium und Thiamin (wichtig für die Funktion des Nervensystems).
Zu Saft gepresst, ergeben die Orangen ein herbe bis süße Erfrischung. In Sizilien besteht ein beliebter Wintersalat aus in Scheiben geschnittenen Arance Rosse, Fenchel und Olivenöl.
Populär ist auch Marmelade aus diesen Orangen, allerdings nicht die bittere, englische Variante, sondern die süße, italienische. Baron del Murgo stellt eine solche Orangenmarmelade her.

Piana degli Albanesi

Vergangenen Sonntag fand in Piana degli Alabanesi in Sizilien das Epiphanias-Fest statt. Dieser Ort ist für italienische Verhältnisse noch sehr jung, denn er wurde erst 1488 gegründet. Die Gründer waren albanische Flüchtlinge, die vor einfallenden Türken geflohen waren. Anfangs wurde der Ort Hora genannt. Bis 1941 hieß er dann Piana dei Greci (=Ebene der Griechen) wegen des griechisch-orthodoxen Glaubens der Siedler. Als Mussolini Albanien erobert und im Krieg mit Griechenland war, erhielt die kleine Stadt ihren heutigen Namen Piana degli Albanesi (=Ebene der Albaner).

Die Landschaft um Piana degli Albanesi

Die Landschaft um Piana degli Albanesi


Die albanischen Flüchtlinge werden Arbëresh genannt und sprechen noch heute einen alten albanischen Dialekt. Sie gehören dem orthodoxen Glauben an und daher wurde auch 1937 das zweite italo-albanische Bistum dort gegründet. Neben Glauben und Dialekt haben die Arbëresh auch andere ethnische Besonderheiten bewahrt, zu denen Trachten, Musik und Folklore gehören. All diese Elemente kann man zum Epiphanias-Fest bewundern.

Ephipanie in Piana degli Albanesi

Am 6. Januar, 12 Tage nach dem 1. Weihnachtsfeiertag, wird sehr pompös Epiphanias (Dreikönigstag) gefeiert. In traditionellen Gewändern und Trachten wird dieses für die orthodoxe Kirche sehr wichtige Fest begangen. Viele Touristen mischen sich unter die Arbëresh, um die besondere Atmosphäre zu erleben. Ein festlicher Gottesdienst eröffnet das Epiphanias-Fest. Anschließend werden Körbe mit den so typisch sizilianischen Orangen von in Trachten gekleideten Gläubigen durch die Straßen getragen. Am Marktplatz angekommen, wird unter anderem die Taufe Christi nachgestellt. Das Wasser des Brunnens auf der Hauptstraße wird gesegnet im Gedenken an Johannes den Täufer, der Christus im Jordan taufte.

Als Symbol für den Heiligen Geist wird eine lebendige (!) weiße Taube an einem Seil über den Platz geflogen. In einer Prozession den kirchlichen Würdenträger wird sie dann zur Kirche getragen.

Anschließend werden die Orangen an die Umstehenden verteilt.

Rezept zum Luciafest

Gestern wurde in Italien (und Schweden) das Luciafest gefeiert, benannt nach der Heiligen Lucia von Syrakus, die angeblich an einem 13. Dezember den Märtyrertod starb. Da sich ihr Name vom lateinischen lux ableitet, spielt Licht bei diesem Winterfest eine große Rolle. Letztes Jahr habe ich bereits über das Fest in Schweden berichtet, daher wollte ich heute eine andere Richtung einschlagen und ein typisches Lucia-Rezept vorstellen: Torrone dei Poveri. Dieses Gericht aus Kichererbsen und Zucker wurde traditionell am Luciatag unter den Armen verteilt. Das Rezept stammt aus der arabischen Kultur. Eigentlich werden dafür nur Kichererbsen in Zucker gekocht, bis ein Brei entsteht, der dann erkaltet gelassen wird. Das klingt nicht so besonders schmackhaft, daher habe ich ein Alternativ-Rezept gesucht.

Mandeln wie in echter Torrone waren zu teuer, daher wurden Kichererbsen verwendet.

Mandeln wie in echter Torrone waren zu teuer, daher wurden Kichererbsen verwendet.

Die Zutaten

4 Eier
300g Honig
Mehl
1 EL Zucker
Öl zum Frittieren
Zitronenblätter (gibt’s im Asiashop)

Die Zubereitung

Das Mehl zu einem Haufen aufschichten und die vier Eier in einer Mulde oben dazu geben. Mit den Händen kneten und etwas Öl hinzugeben, dass ein sehr weicher Teig entsteht. Aus dem klebrigen Teig kleine Bälle formen und in heißem Öl frittieren. Abtropfen lassen und mit Küchenpapier abtupfen.

Den Honig und den Zucker in einem Topf schmelzen, bis sie fast kochen. Dann die Teigbällchen dazu geben und gut vermischen.

Auf einem Bett aus gewaschenen und getrockneten Zitronenblättern servieren.

Buon appetito!