Toscana

Zu Besuch bei Herstellern von italienischen Delikatessen in der Toskana.

Die Rinderrasse Chianina – eine Delikatesse aus der Toskana

Was ist das Besondere an der Razza Chianina?

Seit kurzem haben wir Bistecca Fiorentina im Sortiment, allerbestes Fleisch aus der Toskana, das vom Chianina-Rind stammt. Traditionell wird nur das Fleisch dieser Rinderrasse für das Florentiner Beefsteak verwendet, denn die Toskaner schwören auf die Qualität dieser alten Rasse. Anders als beispielsweise das Holsteinrind, das mit seiner schwarz-weißen Fellfärbung in Deutschland allgegenwärtig ist und eine recht junge Züchtung darstellt (im 17. Jahrhundert in Nordamerika entstanden), handelt es sich bei der Razza Chianina um eine mindestens antike Rinderrasse.

Zwei Chianina-Rinder vor der Macelleria Falorni

Zwei Chianina-Rinder vor der Macelleria Falorni

Geschichte der Chianina-Rinder

Schon die Etrusker priesen die Eigenschaften dieser Rinder. Und wenn man sich die Tiere mit ihren ausschweifenden Hörnern anschaut, muss man unwillkürlich an antike bildliche Darstellungen von Zugtieren denken. Auch der römische Schriftsteller Plinius der Ältere fand sie erwähnenswert. Außerhalb der Toskana, wo die Rasse ihren Ursprung hat, kommt sie auch in Umbrien und den Marken vor. Benannt ist die Razza Chianina nach dem Chiana-Tal in der Toskana, wo sie als glückliche Weide-Rinder das Landschaftsbild prägen. Vor der Erfindung des Traktors waren es die Chianina-Rinder, die das schwere Ackergerät über die Felder zogen, aber heute werden sie ausschließlich für die Fleischproduktion gehalten.

Die Rinder werden wortwörtlich vorgeführt

Die Rinder werden wortwörtlich vorgeführt

Eigenschaften der Chianina-Rinder

Die Razza Chianina ist nicht nur eine der ältesten der Welt (die Ähnlichkeit zum Ur ist unverkennbar), sie ist außerdem die größte aller Rinderrassen. Der größte bisher gemessene Bulle kam im Jahr 2007 mit einer Widerristhöhe von 2,05 m ins Guinessbuch der Rekorde. Im Gegensatz dazu ist ein Holsteinrind nur etwa 1,45 m hoch. Die Kälber der Chianina-Kühe kommen mit einer rötlich-braunen Fellfärbung auf die Welt, aber im Erwachsenenalter ist das Fell cremeweiß, was ihren Anblick irgendwie noch edler erscheinen lässt.

Chianina-Fleisch bestellen

Das Fleisch der Chianina-Rinder ist eine Delikatesse und daher nur schwer zu bekommen. Unsere Partner von der Fleischerei Falorni in Greve haben es aber ermöglicht, dass auch Sie als deutsche Kunden sich den toskanischen Genuss nach Hause holen können. Aufgrund der Exklusivität der Rasse ist es allerdings nicht möglich, die Steaks auf Vorrat zu produzieren. Daher ist das Bistecca Fiorentina nur alle zwei bis drei Wochen bei uns erhältlich und eine Vorbestellung vonnöten.

Das Rezept für die perfekte Zubereitung finden Sie hier.

Ricciarelli

Ricciarelli Kekse mit Mandelgeschmack

Dass die Italiener eine sprichwörtliche Kaffeetradition haben, dürfte sich herumgesprochen haben. Dass dazu nicht allein ausgezeichnete Kaffeeröstungen gehören, sondern auch ein gewisses Drumherum, versteht sich. In Deutschland bekommt man ja inzwischen auch in beinahe jedem Café einen Keks zur Tasse Kaffee, immerhin sind das teilweise auch Amarettini. Deren typisches Mandelaroma findet man auch in Cantuccini, sondern eher weich. Sie werden auch nicht wirklich gebacken, sondern lediglich über Nacht getrocknet und am nächsten Tag bei nur 75°C erneut getrocknet.

toskanische Mandelkekse Ricciarelli

toskanische Mandelkekse Ricciarelli

Ricciarelli – Weihnachtsgebäck das ganze Jahr hindurch

Wie viele andere mehr oder weniger gebackene Spezialitäten waren Ricciarelli ursprünglich ein Weihnachtsgebäck. Die edlen Zutaten wie Mandeln waren für einfache Menschen nicht erschwinglich und so wurden Ricciarelli, wie auch Pandoro, Panettone oder Colomba Pandoro, Panettone oder Colomba nur zu hohen Feiertagen wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten zubereitet. Mit der Zeit fielen aber die Preise der edlen Zutaten, so dass die italienischen Leckermäuler auch außerhalb dieser begrenzten Zeiträume nicht auf den köstlichen Geschmack der Köstlichkeiten verzichten mussten. Auch Sie können Ricciarelli, die toskanischen Mandelkekse, jederzeit bei Gustini bestellen und genießen.

DER FEINSCHMECKER: Testsieger Fattoria di Monteoriolo di Marco Calamai – Olio extra vergine

Unter den Testsiegern des Magazins Der Feinschmecker war in diesem Jahr auch das Olivenöl extra vergine Fattoria Di Monteoriolo di Marco Calamai aus der Toskana in der Kategorie der mittelfruchtigen Olivenöle. Die Experten schmeckten aus dem Fattoria Di Monteoriolo di Marco Calamai Olio extra vergine Noten von grünen Äpfeln, Rucola, Salbei und Minze heraus. Der frisch-würzige Geschmack eignet sich besonders zum Anrichten von Salaten.

Fattoria di Monteoriolo di Marco Calamai - Olio extra vergine

Fattoria di Monteoriolo di Marco Calamai - Olio extra vergine

Die Villa Monteoriolo wurde bereits im 15. Jahrhundert erbaut und überblickt das Chianti-Tal. Während der Renaissance gehörte das Anwesen der Familie Gherardini, eines derer Mitglieder auch die Mona Lisa aus Leonardo da Vincis Portrait war. Seit 200 Jahren gehört die Villa nun der Familie Calamai.

Die Oliven für das Olivenöl extra vergine Fattoria Di Monteoriolo di Marco Calamai wachsen auf 6000 Bäumen auf 30 Hektar schönster Olivenhaine. Schon die Etrusker haben auf diesem Gebiet Olivenöl produziert, da das Klima ideal geeignet ist. Die Oliven werden frisch verarbeitet, d.h. am gleichen Tag, an dem die Ernte von Hand stattfindet. Nur so kann ein hochqualitatives Olivenöl entstehen. Das Olivenöl extra vergine Fattoria Di Monteoriolo di Marco Calamai enthält nur wenig Säure. Aber auch die Kombination aus den Olivensorten Frantoiano, Moraiolo und Leccino, von denen jede für eine Charaktereigenschaft der Ölkomposition verantwortlich ist (Geschmack, Duft und Farbe) trägt zur typisch toskanischen Charakteristik dieses Olivenöls bei.

Neben der Ölmühle befinden sich auf dem Gelände der Fattoria di Monteoriolo Appartments für Urlauber, die auf Wunsch auch Kochkurse buchen können.

Die Röstung von Manaresi Kaffee

Nachdem ich gestern über den heimeligen Laden von Manaresi berichtet habe, gibt es heute den Bericht darüber, wie bei Manaresi der Kaffee geröstet wird. Roberto Benozza führte uns selbst durch sein Allerheiligstes.

Espresso Manaresi

Diese Kaffeebohnen kommen gleich in die TORTINO-Maschine.

Bevor es mit der Röstung losgeht, müssen selbstverständlich erst einmal Bohnen vorhanden sein. Bei Manaresi werden sie nach zwei Kriterien ausgewählt: Aroma und Robustheit (corposità). Für das perfekte Aroma verwendet Roberto Bohnen aus Brasilien, Santo Domingo, Nicaragua und Kolumbien, für die Robustheit sind Bohnen aus Vietnam, Äthiopien, Indien und Indonesien gefragt. Die Schwierigkeit liegt jedoch darin, das richtige Verhältnis für die Mischung zu finden, aber Roberto kennt das Geheimnis. Beim Rösten hilft ihm sein Freund Antonio, der selbst auch schon pensioniert ist, aber aus Leidenschaft für den Kaffee Antonio unterstützt.

Bei der Röstung folgen Roberto und Antonio den alten Traditionen. Sie vertrauen nur auf die menschlichen Sinne – auf das Auge, den Tastsinn, den Geruch und das Gehör.

Manaresi

„Löffeltest“

Die Röstmaschine PROBAT selbst ist auch schon etwas betagt, tut aber noch ihren Dienst. Roberto und Antonio nehmen oft Proben, um die Farbe, die Konsistenz, den Geruch und die Wärme zu prüfen. All diese Schritte sind Handarbeit.

Bevor ganze Säcke „verröstet“ werden, rösten Antonio und Roberto nur einige wenige Bohnen und entnehmen sie mit einem Löffel, denn im Röster herrschen etwa 195°C. Dann lauschen sie ganz genau, denn mit Kaffeebohnen ist es wie mit Popcorn, sie knacken und knistern, wenn sie geröstet sind. Die Röstung selbst dauert 20 Minuten.

Espresso Manaresi

Antonio schüttet die Kaffeebohnen in den Röster

Dann wird der Kaffee in Aromaschutzpackungen oder Dosen gefüllt oder gemahlen und in Cialde gefüllt und mit dem Manaresi-Etikett versehen und ist fertig für den Verkauf im Laden oder für den Export zum Beispiel nach Deutschland.

Die kleine Kaffeerösterei Manaresi in der Toskana

Gestern besuchten wir die kleine traditionelle Kaffeerösterei Manaresi in Florenz. Sie liegt in der Via de‘ Lamberti, ganz nah bei der Kirche OrSanMichele. Es ist die älteste Kaffeerösterei in der Toskana, denn sie besteht seit 1898. Wenn man die Rösterei Manaresi bzw. den zugehörigen Laden betritt, ist das wie ein Schritt in eine andere Zeit. Die Wände sind mit Edelhölzern verkleidet und mit Spiegeln behangen und das Messing des Interieurs schimmert golden. Und dann der Duft von frisch gemahlenem Kaffee… Wirklich ein Traum.

Bohnen Manaresi

geröstete Kaffeebohnen

Als wir dort waren, kamen andere Gäste herein, um Kaffee zu trinken und ihr Kaffeepaket zu kaufen. Manaresi produziert für den Laden keinen Vorrat, sondern der Kaffee wird frisch geröstet und nach Bedarf gemahlen verpackt und direkt an den Kunden weiter gegeben. In der Zwischenzeit genießen die wartenden Kunden eine köstliche Tasse Kaffee. Man kann selbstverständlich vorbestellen, wenn man die Zeit nicht warten möchte, aber Manaresi röstet und mahlt nur für jeden Kunden persönlich. Da ist man eben wirklich noch ein individueller Kunde und nicht ein anonymer Verbraucher.

Espresso Manaresi

Roberto bereitet für uns Kaffee zu

Für den Verkauf außerhalb des kleinen Ladens in Florenz wird aber auf Vorrat produziert, sowohl geröstete Bohnen in der Dose und im Aromapack als auch gemahlener Kaffee in der Dose. Aber auch Cialde, die praktischen Kaffeepads, die immer beliebter beim Verbraucher werden, weil sie so leicht zu handhaben sind, hat Manaresi im Angebot. Inzwischen hat Manaresi auch eine eigene Kollektion von Tassen für Espresso und Cappuccino herausgebracht.

Roberto Benozza, der Besitzer von Manaresi, ist in den Bars und Restaurants in Florenz und Umgebung bekannt und sein Kaffee wird auch dort gern verwendet. Zum Beispiel trafen wir einen älteren Herrn und seine Frau, die Roberto besuchen wollten. Gemeinsam mit ihm wollten sie einen Kaffee trinken und sich an die Zeiten erinnern, als der ältere Herr eine kleine, aber immer gut besuchte Bar im Zentrum von Florenz besaß.

Wir haben uns auch die Rösterei angeschaut, die an den Laden angegliedert ist. Darüber werde ich morgen berichten.