Feinkost-Messen

Auf unseren Messebesuchen in Italien und Deutschland verschaffen wir uns einen Überlick über die neuesten Entwicklungen auf dem Bereich der italienschen Spezialitäten und des SlowFoods.

Salone dell’Agroalimentare Ligure

Von heute an bis Sonntag, den 13. März, findet in Finale (ooh… ;-) ) in Ligurien die Salone dell’Agroalimentare statt. Das ist eine Messe für landwirtschaftlich produzierte Nahrungsmittel aus Ligurien, die in diesem Jahr zum siebenten Mal stattfindet.

Die Örtlichkeiten der Ausstellung sind die historische Altstadt von Finale und im Besonderen die Kirche Santa Caterina aus dem 14. Jahrhundert. Über 200 Aussteller präsentieren in diesen kühlen Gemäuern ihre Produkte. In 30 Shows wird regionales Essen vor Publikum zubereitet und Landwirte präsentieren ihre Produktionsmethoden.

Pesto aus Ligurien

Pesto aus Ligurien

Produkte aus Ligurien

Auf der Salone dell’Agroalimentare werden Oliven und Olivenöl, Wein, Pestos, Süßigkeiten, Pasta, Gewürze und vieles mehr gezeigt. Ein wichtiger Zweig der Lebensmittel aus Ligurien sind außerdem Meeresfrüchte und Fisch, denn Ligurien hat Zugang zum Meer. In Workshops werden Anleitungen zum Kochen gegeben und Verkostungen durchgeführt. Für jeden Feinschmecker und Fan der mediterranen Küche ist die Salone dell’Agroalimentare ein Mekka. Hungrig muss an diesem Wochenende sicher niemand schlafen gehen.

Fiera del Cioccolato Artigianale in Florenz

Was ist die Fiera del Cioccolato Artigianale?

Vom 4. bis 13. Februar findet in Florenz zum siebenten Mal die jährliche Fiera del Cioccolato Artigianale statt. Sie ist also bereits in vollem Gange. Dieses Jahr konnte ich leider nicht hinreisen, denn ein paar Tage im Monat muss ich auch in Leipzig sein. ;-) Die Fiera del Cioccolato Artigianale ist eine Messe für handgemachte Schokoladen. Eigentlich DIE Messe für handgemachte Schokolade. (Daher bedauere ich sehr, dass ich nicht dort sein kann.) Chocolatiers aus der Toskana und ganz Italien zeigen ihre süße Kunst und laden zum Probieren ein. Wer kann da schon widerstehen…

Mandel-Schokolade von Amedei

Mandel-Schokolade von Amedei

Was bietet die Messe für handgemachte Schokolade noch?

Neben den Shows und Verkostungen ist ein Karneval Teil der Messe. In Teams (z.B. Schulklassen) werden Kostüme zu einem bestimmten Thema getragen, ein Foto vor der Kirche auf dem Piazza S. Croce gemacht und bei Facebook hochgeladen. Das Foto mit den meisten Stimmen gewinnt und das Gewinnerteam erhält als Preis süße Schokoladen.

Außerdem gibt es eine Fotoausstellung zur Geschichte der Schokolade mit Fotos, die bis ins 19. Jahrhundert zurück reichen.

Viele weitere Shows mit historischem Bezug zur Stadt oder zur Schokolade werden geboten.

Caffarel-Schokolade

Caffarel-Schokolade

Handgefertigte Schokoladen aus Italien

Aber um köstliche handgemachte Schokoladen aus Italien genießen zu können, müssen Sie nicht unbedingt einen Flug nach Florenz buchen. Sie können sie ganz bequem von zu Hause bestellen und in Ruhe (ohne das Gedränge auf der Messe) genießen. Zwei der Meister-Chocolatiers aus unserem Sortiment helfen Ihnen dabei: Da ist zum einen Amedei mit Sitz in der Toskana. Cecilia Tessieri hat die Liebe zur Schokolade von ihrer Großmutter geerbt. Gemeinsam mit ihrem Bruder Alession leitet sie das kleine Familienunternehmen mit Weltruf.

Ein weiterer Hersteller köstlicher Schokoladen ist Caffarel. In der Region der Haselnüsse Piemont hat dieses Unternehmen seinen Sitz und verarbeitet selbstverständlich die hochwertigen Langhe-Nüsse. Übrigens hat Caffarel auch die Mischung aus Kakao und gemahlenen, gerösteten Haselnüssen erfunden, damals aus wirtschaftlicher Not heraus, als es Lieferschwierigkeiten beim Kakao gab. Heute ist diese Kreation als beispielsweise Nuss-Nougat-Creme für viele Genießer unverzichtbar.

Zu Besuch bei der italienischen Pastamesse Pastatrend

Die italienische Pastamesse Pastatrend in Bologna

Kursteilnehmerin Anna rollt den Teig aus

Kursteilnehmerin Anna rollt den Teig aus

Unser sizilianischer Mitarbeiter Aldo war auf der italienischen Pastamesse Pastatrend unterwegs und hat sich für unseren Shop inspirieren lassen und sich über die neuesten Entwicklungen auf dem Pastamarkt informiert. Da er die deutsche Sprache noch nicht perfekt beherrscht, schreibe ich seine Impressionen für ihn nieder: Auf der Messe wurden viele Möglichkeiten gezeigt, das vielseitige Grundnahrungsmittel vorzustellen, dessen Siegeszug in der Welt nicht mehr aufzuhalten ist. Auf der italienischen Pastamesse bringt Verbraucher (oder wohl besser „Genießer“) und Hersteller von Pasta und den passenden Saucen zusammen. Sie zeigt Traditionen und Trends direkt vom Hersteller zum Verbraucher ohne Mittelspersonen.

Pasta-Stilleben

Pasta-Stilleben

Ragù alla bolognese auf der italienischen Pastamesse

Giulia formt grüne Pasta

Giulia formt grüne Pasta

Auf der italienischen Pastamesse stand in diesem Jahr die Sauce Ragú alla bolognese im Mittelpunkt. Die auch in Deutschland sehr beliebte Pastasauce war nämlich in diesem Jahr zusammen mit der Pastasorte Tagliatelle zum traditionellen italienischen Gericht gewählt worden. (In den Jahren zuvor waren es Spaghetti alla carbonara und Risotto alla milanese gewesen.) Da passte es hervorragend, dass die italienische Pastamesse in Bologna stattfand. In Workshops für Kinder, Studenten und Erwachsene wurde gezeigt, wie man dieses traditionelle Gericht zubereitet. Hungrig musste bestimmt niemand nach Hause gehen. In einer Rede mahnte der Fleischexperte Gianluigi Veronesi, das Ragù alla bolognese vor Fälschungen zu schützen. Er stellte das Ziel dar, dieses traditionelle Gericht mit dem Siegel SGT (specialità tradizionale garantita) zu schützen, wie es bereits bei der echten Pizza napoletana geschehen ist.

Backkunst auf der italienischen Pastamesse

Grüne Pasta im Detail

Grüne Pasta im Detail

Ein Neben-Ereignis der italienischen Pastamesse, das aber auch viele Zuschauer und Leckermäuler anlockte, war „l’antica arte della sfoglia“, also die alte Kunst des Blätterteiges. In appetitmachenden Shows zeigten die sfogline und sfoglini (Blätterteigmeisterinnen und –meister), was sie aus dem empfindlichen Teig herstellen können. Ähnlich wie bei der Tagliatelle gab es auch hier Workshops für Groß und Klein, die besonders von Naschkatzen besucht waren. Gut gesättigt und mit neuen Anregungen konnte Aldo beruhigt und glücklich das Flugzeug nach Leipzig besteigen.

Riesen-Panettone auf der Anuga 2009

Gustini bei der Anuga 2009

Diese Woche war ich mit Aldo bei der Anuga, der riesigen Lebensmittelmesse in Köln. Eine willkommene Gelegenheit, Freunde unter den Ausstellern wiederzusehen und neue Gesichter und Produkte kennenzulernen. Von Feinschmecker-Kost über Bio-Lebensmittel und den stetig wachsenden Bereich der Halal-Lebensmittel bis hin zu Backwaren, Dienstleistungen und Verbänden aus der ganzen Welt gab es allerhand zu sehen. Zahlreiche Verlage stellten außerdem ihre Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt vor. Das bekamen wir aber nur am Rande mit, weil uns der Sinn nach italienischen Spezialitäten auf der Anuga stand.

Alte Bekannte auf der Anuga

Viele Freunde trafen wir auf der Anuga. Zu den bereits bekannten Herstellern, deren Produkte wir auch im Shop anbieten, gehören Katharina & Stephano Falorni von der Antica Macelleria Falorni mit ihren toskanischen Wurst- und Schinkenspezialitäten, Americo Quattrociocchi mit seinem ausgezeichnete Olivenöl, Claudia von der Acetaia Giusti, die den mehrfach ausgezeichneten Balsamessig vorstellte, und Franco Roi aus der Ölmühle Roi. Außerdem trafen wir Mitarbeiter von La Gallinara und die Schokoladenhersteller Cecilia und Alessio Tessieri von Amedei. Wir freuten uns sehr über ein Wiedersehen und wurden erneut zu ihnen nach Italien eingeladen. So trifft man auf der Anuga immer alte Freunde und lernt neue Menschen kennen. Die neuen Bekanntschaften luden uns selbstverständlich auch ein. Und wer weiß, über welchen neuen Freund Sie hier demnächst lesen können…

Riesen-Panettone von Tre Marie

Riesen-Panettone von Tre Marie

Der Riesen-Panettone von Tre Marie

Als wir an den Stand von Tre Marie kamen, erwartete uns dort schon der uns bekannte Riesen-Panettone. Dieser Kuchen ist in seiner normalen Größe ein traditionelles Weihnachtsgebäck, ähnlich wie bei uns der Stollen. Ursprünglich stammt dieses Saisonprodukt aus Mailand. Früher wurde der Panettone aus unvollständig gebackenem Teig und kandierten Früchten hergestellt. Heutige Lebensmittelverordnungen erlauben dies aber nicht mehr, so dass er heute etwas anders schmeckt als früher. Trotzdem schmeckt der Panettone heute immer noch superlecker und gehört inzwischen bei mir zu Hause schon zur Weihnachtszeit. Das erste Stück vom Weihnachtsglück konnte ich also schon auf der Anuga probieren.

Reise durchs Schlaraffenland – Internationale Süßwarenmesse in Köln

In Köln werden Kindheitsträume war! Mein Besuch der Internationalen Süßwarenmesse war wie eine Reise durchs Schlaraffenland.

An jeder Ecke wartet ein wirklich zuvorkommender Anbieter nur darauf, dir von seinen Spezialitäten etwas zum Probieren zu geben. Der Duft nach Schokolade, Kuchen und anderen Sünden zieht dich wie magisch von einem Stand zum nächsten. Drei fand ich besonders beeindruckend.

Der erste Stand gehörte der Firma Corsini Biscotti. Schnell kam ich mit Raffaella Baldi und Alessio Durazzi ins Gespräch. Sie erzählten mir, dass die Firma in Casteldelpiano seit 1921 existiert.

Ihre Spezialität ist ein 12,5 kg schwerer Panettone (Weihnachtskuchen)! Wie man sich vorstellen kann, wird der nicht maschinell hergestellt sondern nach alter Tradition von Hand. Wegen seiner gewaltigen Größe braucht man zwei bis drei Personen und mehrere Tage, um ihn zu formen. Bei der Masse an Teig fällt es bestimmt kaum auf, wenn man mal davon nascht! ;-)

Panettone

Panettone

Raffaella und Alessio erzählten mir stolz, dass ihr Panettone vom Gambero Rosso (dem Pendant zum deutschen Feinschmecker) in die Top Ten der Panettone gewählt wurde. Unter den Favoriten der Pandoro (er stammt ursprünglich aus Verona, während der Panettone aus Mailand kommt) hat er es sogar bis unter die Top Fünf geschafft!

Während ich von dem leckeren Panettone aß (Stollen ist gar nichts dagegen!), zeigten mir Raffaella und Alessio ihre anderen Spezialitäten: Cantuccini, Ricciarelli (toskanische Mandelkekse) und Panforte. Der letzte ist auch ein Weihnachtsgebäck aus der Toskana und so ähnlich wie Lebkuchen, aber grober. Die Azienda Corsini verwendet dafür 70%-ige schwarze Schokolade. Da ich eh schon in Weihnachtsstimmung war, musste ich die auch probieren – SENSATIONELL! Italienische Kinder müssen zur Weihnachtszeit viel glücklicher sein als deutsche.

Außerdem backt Corsini auch Rustici, ein süßes oder salziges Blätterteiggebäck. Die salzigen haben sie mir zu Wein empfohlen. Noch etwas fand ich erstaunlich: Die Hefe, die in der Bäckerei verwendet wird, ist seit 35 Jahren dieselbe.

Ich konnte mich kaum von den Leckereien losreißen, aber ich wollte ja noch mehr Stände sehen.

Der nächste war der der Offellaria Tacchinardi.

Aldo im Gespräch mit Tiziana

Aldo im Gespräch mit Tiziana

Wie ich von Tiziana erfuhr, haben sie ihren Sitz in der Lombardei. Die kleine Pasticceria, stellt heute noch alles nach den überlieferten traditionellen Rezepten wie einst her. Zum Beispiel verwenden sie immernoch die Butter „affiorato“, die noch wie im Mittelalter hergestellt wird. Alle ihre Zutaten bekommen sie aus der Region. Einige der süßen Sünden, die Tiziana und ihr Mann mir angeboten haben, bestanden zu 30% aus Butter!

Tiziana unterrichtet an der Università di Scienze Gastronomiche in Bra (bei Turin) – die Slow-Food-Universität. Man kann dann wohl davon ausgehen, dass nicht nur Traditionen in die Herstellung der Leckereien fließen, sondern auch neueste Erkenntnisse aus der “Keksologie”. ;-) Zum Beispiel sind ihre Verpackungen durch Studien an der Universität verbessert worden.

Auch werden keine chemischen Konservierungsstoffe verwendet, sondern natürlicher “azoto” konserviert das Gebäck für ein Jahr.

Inzwischen grübelte ich vor lauter Süßzeug ernsthaft, ob ich meine Zahnbürste mitgenommen hatte. Nachdem ich wehmütig von Tiziana Abschied genommen hatte, zog es mich an einen Stand, der mal nichts Gebackenes im Angebot hatte. Morena Mistrangelo von der Pastiglie Leone ließ mich einige ihrer Pastillen kosten. Die Firma mit Sitz in Turin gibt es schon seit 1857. Neben Früchtepastillen stellen sie auch Schokoladen, Pralinen, Gianduiotti und andere Süßigkeiten her. Und die schmecken nicht nur super, sondern haben teilweise auch echt schöne altmodische Verpackungen. Naja, das Auge isst ja mit.

(Gianduiotto leitet sich übrigens von dem Namen für eine Maske der Commedia del’arte her, dessen Form die Schokolade wohl hat, wenn ich das richtig verstanden habe. Sie sieht aus wie ein umgedrehtes Boot.)

Jedenfalls sind die Süßigkeiten der Pastiglie so gut, dass sie früher Hoflieferant der königlichen Familie von Savoy waren! Die Savoys müssen Leckermäuler gewesen sein, denn sie haben der Firma zwei riesige Portraits von sich geschenkt, die noch heute in den historischen Gebäuden in der Turiner Altstadt hängen. Wenn ich mal hinfahre, werde ich schauen, ob die Prinzen und Prinzessinnen einen Schokobart haben! Obwohl ich mich sowieso schon wie im Märchen fühlte, musste ich unbedingt auch von den königlichen Süßspeisen kosten – wie erwartet ein Hochgenuss! Ich wollte Morena auch mein Portrait dalassen, aber es war gerade kein Maler zugegen.

Ich muss sagen, obwohl ich um 7 gefrühstückt hatte (warum eigentlich?), hatte ich bis abends keinen Hunger, weil ich mich so mit köstlichen Süßigkeiten vollgestopft hatte. Die Zahnbürste hatte ich tatsächlich vergessen, aber im Hotel habe ich problemlos eine bekommen. Ich weiß schon, wovon ich heute Nacht träumen werde.