Trattorias, Osterias und Ristorantes

Der Sternekoch Giorgio Locatelli

Giorgio Locatelli – Made in Italy

Eine wichtige Ressource, wenn wir im Büro italienisch kochen, ist das Kochbuch Made in Italy von Giorgio Locatelli. Das ist ein Wälzer von über 600 Seiten, in dem beinah unzählige italienische und einige englische Rezepte zu finden sind. Dass neben den italienischen Spezereien auch Rezepte von der nassen Insel aufgeführt sind, liegt daran, dass Giorgio Locatelli seit einigen Jahren in England lebt. Doch nicht nur Rezepte sind in dem ressourcenreichen Kochbuch zu finden, sondern auch allgemeine Informationen über Pasta, verschiedene Gemüsesorten, Fisch und so weiter. Die menschliche Würze verleihen Anekdoten aus dem Leben des Sternekochs Giorgio Locatelli.

Giorgio bei der Arbeit (Bildrechte bei http://www.locandalocatelli.com)

Giorgio bei der Arbeit (Bildrechte bei http://www.locandalocatelli.com)

Sternekoch aus der Lombardei

Giorgio Locatelli wurde in Sizilien geboren und half bereits im Alter von 5 Jahren in der Küche des Restaurants aus, das seinem Onkel gehörte. Unter dessen strenger Aufsicht erlernte er das Handwerk tatsächlich von der Pike auf. In Made in Italy schreibt er, dass seine Leidenschaft für das Kochen aber von seiner nonna, der Großmutter, geweckt wurde. Wie ein Kind, das in einer Musikerfamilie aufwächst und tagtäglich von Musik umgeben ist, war Locatelli von klein auf von köstlichen Gerüchen und Geschmäckern umgeben. Denn nicht nur das Restaurant seines Onkels war seine Kinderstube, sondern auch die Bäckerei anderer Verwandter, wo in der Weihnachtszeit tausende Panettone gebacken wurden. Da kann man doch neidisch werden…

Von Italien nach England

1986 kam Locatelli nach England, um unter Anton Edelmann im Savoy zu arbeiten. Nach einer Zwischenepisode in Paris kehrte er nach London zurück und wurde Küchenchef im Olivo.
Seit 2002 hat er sein eigenes Restaurant, das Locanda Locatelli. Er versucht, die italienische Offenheit den Gästen gegenüber auch im eher kühl geltenden England aufrecht zu erhalten. Bringen seine Gäste ihre Kinder mit ins Restaurant, regt er sie dazu an, mit ihm in der Küche die Desserts für die Eltern zuzubereiten.
In zwei Fernsehshows konnte Giorgio Locatelli den Briten die italienische Küche und das italienische Lebensgefühl näher bringen: Pure Italian und Tony and Giorgio. Sein Restaurant Locanda Locatelli, das er mit seiner Frau Plaxy führt, ist in der Seymore Street zu finden. Für dieses Restaurant erhielt er erstmals 2003 einen Michelin-Stern, den er bis jetzt halten konnte.

Bistecca Fiorentina

Bistecca Fiorentina in der Toskana essen

Nachdem es Montag abends in der Toskana schwer ist ein offenes Lokal zu finden, das auch noch ein gutes Bistecca Fiorentina anbietet, konnten wir uns mehr als glücklich schätzen, dass wir im Herzen der Toskana südlich von Arrezo in dem kleinen Ort “Castiglion Fiorentino” fündig geworden sind.
Das schöne Zentrum des Ortes “Castiglion Fiorentino” liegt auf einem kleinen Hügel, hier haben wir wenige Meter hinter dem mittelalterlichen Stadttor in den kleinen Gässchen die uns von Einheimischen empfohlene kleinen Osteria Muzzicone das perfekte Bistecca Fiorentina in der Toskana gegessen… Die Portion hatte satte 1.000g !!! Eigentlich kaum zu schaffen, aber wir haben es geschafft. Der Geschmack ist einfach sagenhaft. Das besondere Fleisch der Razza Chianina und die einfache Zubereitung mit Pfeffer und Zitrone verschafft ein unglaubliches Geschmackserlebnis. Als Beilage (Contorno) hatten wir frische “Ceci”, mit Olivenöl und Pfeffer angemacht.

Bistecca Fiorentino

Bistecca Fiorentina

Vorneweg hatte ich sagenhafte Antipasto Toscano Misto mit leckeren Crostini, Fenchelsalami (Finocchiona) und Wildschweinsalami (Salame diCinghiale) mit leckerem frisch gebackenem Brot.

Osteria Muzzicone

Osteria Muzzicone

Aldo hatte als Primi eine große handgemachte Girasoli gefüllt mit Spinat und Ricotta dazu gab es eine delikate Wildschweinsauce (Sugo di Cinghiale). Abgerundet wurde diese toskanische Köstlichkeit mit etwas Parmigiano Reggiano.

Zu trinken gab es einen Chianti Riserva Torrae mit fruchtigen Aromen von Brombeeren und Kirsche. Ein Genuss erster Klasse.

Fazit: Ein echtes Bistecca Fiorentina muss man in der Toskana essen, sonst hat man wirklich was verpasst.

Nachtrag vom September 2010: Sie können das Bistecca Fiorentina jetzt auch in unserem Shop bestellen.

Zu Besuch in Soave

Nachdem wir einmal längs durch Deutschland gefahren sind, ist es ein schönes Gefühl, nach einem Espresso-Stop in Innsbruck den Brenner hochzufahren und die atemberaubende Bergwelt zu genießen.
Wir sind bei 10° in Leipzig am Morgen gestartet und als wir am Abend in Soave (bei Verona) angekommen sind, herrschten dort angenehme 29°C.

Soave ist eine berühmte Weinstadt. Nur wenige tausend Einwohner leben in dem Städtchen, das zuerst 934 schriftlich erwähnt wurde. Der Name Soave leitet sich vielleicht vom Stammesnamen der germanischen Sueben ab. Ringsum alles wunderbar grün und von Weinbergen umgeben.

Skaligerburg

Skaligerburg

Die malerische Kleinstadt hat uns sofort in Ihren Bann gezogen.
Die komplett erhaltene, 1379 erbaute Stadtmauer mit 24 Türmen zieht sich durch die Stadt und einen Hügel hinauf. Dort steht die mittelalterliche Skaligerburg. Von hier oben hat man in der Abendsonne eine sensationelle Aussicht, die wir bei einem obligatorischen Eis genießen.

Als wir beim Wiederabstieg in der Stadt an einem idyllischen Plätzchen mit entspannter Musik und toller Aussicht über die Stadt vorbeikommen, mischen wir uns beim Aperitivo unter die Leute und genießen einen eiskalten Aperol Spizz. Gesualdo findet heraus wo man in Soave am besten einheimische Spezialitäten essen kann.

Kurz darauf machen wir uns auf den Weg an der alten Stadtmauer entlang – auf der Suche nach dem Restaurant La Rocca, einem Geheimtipp von Corrado, einem Barkeeper.
Dort angekommen, ergattern wir glücklicherweise die letzten beiden Plätze – man muss wissen, dass Sonntag abends immer die Familien essen gehen.

beim Essen in Soave

beim Essen in Soave

Zu Trinken gibt es in Soave – wie könnte es anders sein – natürlich den Hauswein – Suavia Monte Carbonare Soave Classico DOC.
Diesen 3 Gläser Gambero Rosso Wein vor Ort genießen zu dürfen, ist eine echte Wucht. Mit angenehmer Säure tänzelt er überaus wohlschmeckend mit Aromen von Holunderblüten, Kräutern und mit mineralischen Anklängen auf der Zunge, bevor ein kräftiger Körper sich zu Wort meldet und das lange unvergesslich bleibende Finale ankündigt.

Es gibt nur wenige Sorten frische hausgemachte Pasta zur Auswahl, diese aber mit ca. 100! Saucenkombinationen. Aldo entschließt sich für Bigoli mit Crema di Carciofi und ich nehme ebenfalls die frische hausgemachte Eierpasta Bigoli mit Sugo di Cinghiale (Wildschweinsauce). Was für ein Genuss. Obwohl wir eigentlich schon satt waren, haben wir uns nach diesem Primi (ersten Gang) Noch eine weitere lokale Spezialität, Pizza mit Scelto di Bresaola, gegönnt – lecker.

Auf dem Heimweg zum Hotel sind wir noch durch die Stadt geschlendert und haben der einheimischen Fußballmannschaft bei ihren Ballkünsten zugeschaut.
Das Spiel fand mitten im Ort bei Flutlicht und mit vielen Fans statt.
Aldo erzählte mir, dass hier den ganzen Sommer in jeder Gemeinde die Mannschaften der kleinen Dörfer Turniere gegeneinander spielen auf diesen Kleinplätzen, welche etwa das Abmaß eines Viertel eines echten Platzes hatte.

Bonna notte und schöne Grüße aus Soave, was definitiv eine Reise wert ist.