Befana – und noch ein italienisches Fest zur Weihnachtszeit

Italienische Bräuche, Weihnachten

Während in Deutschland vielerorts am 6. Januar der Dreikönigstag mit traditionellen Gesängen begangen wird, steht der 6. Januar in Italien im Zeichen der Befana. Die Befana ist eine weibliche Zauberfigur (also eine Hexe oder etwas in der Art), die auf ihrem Besen von Haus zu Haus fliegt und das Jesuskind sucht. Spitznamen für Befana im Italienischen sind La Vecchia die Alte) oder La Strega (die Hexe). Die Legende berichtet, dass die Drei Weisen sie nach dem Weg zum Sohn Gottes fragten, sie aber die Antwort nicht gewusst habe. Die Weisen sollen sie daraufhin eingeladen haben, sie zu begleiten. Da Befana allerdings eine sehr gute Hausfrau war, habe sie geantwortet, dass sie zu beschäftigt mit der Hausarbeit sei. Später habe sie dann ihre Meinung geändert, konnte aber den Weg nicht mehr finden, weil der Stern von Bethlehem nicht mehr zu sehen war. Seither irrt sie jedes Jahr in der Nacht vom 5. Zum 6. Dezember umher, um das Christkind zu finden.

befana-hexeDer Name Befana

Der Name Befana leitet sich nach einhelliger Meinung vom christlichen Fest Epiphanas ab. Dieses griechische Wort bedeutet „Erscheinung des Herrn“ und bezieht sich auf die menschliche Gegenwart Gottes in der Person Jesu Christi. (Um das zu erklären, reichen meine theologischen Kenntnisse allerdings nicht aus.) Es ist interessant zu wissen, dass bereits bei den Alten Ägyptern die Geburt des Sonnengottes Aion von der Jungfrau (!) Kore gefeiert wurde. Auch im Alten Rom gab es ein ähnliches Fest Anfang Januar.

Es kann gut sein, dass die Befana-Tradition auf römische Traditionen zurück geht. Das würde zumindest erklären, warum das Fest auf Italien beschränkt ist, obwohl es christlich konnotiert ist.

Die italienische Befana kann man in ihrem Tun wohl am besten mit dem deutschen Nikolaus vergleichen, denn auch sie bringt den Kindern in der Nacht kleine Geschenke. Befana hinterlässt in den Strümpfen der Kinder Süßigkeiten, wenn sie brav waren und ein Stück Kohle, Zwiebeln oder Knoblauch, wenn sie sich nicht betragen haben. Kinder stellen am Abend des 5. Januar ein Glas Wein und einige Speisen für Befana bereit. Äußerlich ähnelt sie eher einer Brockenhexe, wenn sie mit ihrem Besen dargestellt wird.

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