Das Krippenspiel – ein Brauch aus Italien

Weihnachten

Das Krippenspiel in Deutschland

Das Krippenspiel kennen die meisten Menschen, die zum Heiligabend in die Kirche gehen. In verschiedenen Textfassungen wird es heute meist von den Kindern der Gemeinde aufgeführt. Sie spielen die Weihnachtsgeschichte, in der Maria und Joseph nach Bethlehem ziehen, wo dann das Jesuskind zur Welt kommt nach. Die Heiligen aus dem Morgenland folgen dem Stern und besuchen und beschenken das Kind in der Krippe. Auch die Hirten, die nahe dem Stall ihre Schafe hüten, werden vom Stern zur Krippe geleitet. Musikalisch untermalt wird das Krippenspiel in Deutschland von den Weihnachts-„Klassikern“ Maria durch ein Dornwald ging, Vom Himmel hoch, Kommet ihr Hirten usw. Die wenigsten Krippenspielbesucher wissen aber, dass dieser Brauch vermutlich aus Italien stammt.

Eine Krippendarstellung auf dem Petersplatz in Rom

Eine Krippendarstellung auf dem Petersplatz in Rom

Das Krippenspiel und Franz von Assisi

Der Heilige Franz von Assisi hat das Krippenspiel nämlich vermutlich im Jahr 1223 „erfunden“. Der Heilige, nach dessen Vorstellung auch Tiere als Geschöpfe Gottes am Gottesdienst teilhaben sollten, stellte der Legende nach in diesem Jahr die Krippenszene mit echten Tieren im Wald von Greccio nach. Die Darstellung der Heiligen Nacht mit dem zeitlich eigentlich erst gut zwei Wochen später stattfindenden Besuch der Heiligen Drei Könige bürgerte sich schnell ein, wurde von seinem Orden der Franziskaner gefördert und hielt sich auch nach der Reformation. Auch die Darstellung der Weihnachtskrippe mit unbelebten Figuren wird Franz von Assisi zugeschrieben. Im Italienischen heißt die Weihnachtskrippe presepe, was sich vom Lateinischen praesaepe ableitet und „Futterkrippe“ bedeutet.

Geschichte der italienischen Presepe

Die Geschichte der italienischen Presepe geht schon auf vorchristliche Zeit zurück. Die antiken Etrusker und Römer hatten in ihren Häusern kleine Altäre für ihre Hausgötter, die Laren, aufgebaut. Die Vorfahren der Familie wurden als Figuren aus Wachs oder Ton dargestellt und in einem kleinen stilisierten Haus arrangiert. Sie wurden Sigillum (lat. signum für Zeichen, Bild) genannt. Am Tag des Sigillaria-Festes am 20. Dezember wurden den Laren Geschenke gebracht, um sie für das Wohlergehen der Familie im kommenden Jahr gnädig zu stimmen. Abends versammelte sich die Familie und gedachte der Toten. Am nächsten Morgen fanden die Kinder Süßigkeiten und kleine Geschenke, die ihnen von den Ahnen dargebracht worden waren. Dieser Brauch hielt sich in ländlichen Gegenden Italiens bis ins 15. Jahrhundert!

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